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Hubschrauber im Einsatz

Schneelasten: Kontrollieren und wegblasen

Von Michael Brakemeier

Nichts ging mehr an der Shell-Tankstelle an der Kasseler Landstraße. Weiträumig war die Fläche unter dem großen Flachdach zwischen Montag und Dienstagnachmittag abgesperrt. Die Schneelast, die sich seit dem Wintereinbruch ab Anfang Dezember auf dem Dach aufgetürmt hat, war schwer, ein weiteres Risiko wollte niemand eingehen.

Der Schnee muss runter: Die Shell-Station an der Kasseler Landstraße ist abgesperrt. 30 Zentimeter Schnee liegen auf dem Dach.

© CH

„30 Zentimeter haben wir gemessen“, sagt Stationsleiterin Doreen Buttler. Die Höhe habe sie, wie es ihre Pflicht ist, der Shell-Zentrale gemeldet. Dort habe man entschieden, dass das Dach geräumt werden muss, erläutert Buttler. Der firmeninterne Notdienst sei dann zum Räumen angerückt.

Die Stadt Göttingen sieht derweil durch den Schnee noch keine Gefahr für ihre Flachdachgebäude: „Es hat zwar geschneit, aber nicht in einem bedrohlichen Umfang. Deshalb gibt es auch keine geschlossenen oder von Schließung bedrohten städtischen Gebäude“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Dennoch habe man ein „wachsames Auge“ durch unsere Hausmeister und den Fachdienst Hochbau. „Für das prominenteste Göttinger Flachdach – die Stadthalle – hat es deshalb auch eine gesonderte Untersuchung gegeben. Erfreulicher Befund: alles in Ordnung.“
Unabhängig davon: Beim überwiegenden Teil der städtischen Gebäude mit Flachdächern handele es sich um Stahlbetonkonstruktionen, so Johannson. „Wenn es in der Vergangenheit bundesweit Probleme mit Flachdächern unter Schneelast gab, dann handelte es sich in der Regel um Leichtkonstruktionsdächer aus Holz oder Stahl.“

Auch beim Gebäudemanagement der Universität und bei der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF) hat man derzeit die Flachdächer ihrer Gebäude im Blick. Auch wenn die aktuellen Schneehöhen auf den Dächern noch nicht kritisch seien. Frank Thiele, bei der GöSF für die Bauunterhaltung zuständig, hat gestern mit Dachdeckern und Statikern das Dach der Godehardhalle geprüft. 13 Zentimeter hoch liegt der Schnee dort, noch seien die Belastungsgrenzen nicht erreicht. Die Dächer könnten eine Neuschneedecke von rund 37 Zentimeter tragen. Bei verdichtetem, vereistem, schwerem Altschnee sei es aber deutlich weniger. Von den rund 15 großen GöSF-Hallen sei bisher noch keine gesperrt. Sollte sich die Situation dramatisch verschlechtern, gilt für ihn: „Lieber eine Halle sperren und sich den Unmut der Nutzer zuziehen, als Menschenleben aufs Spiel zu setzen.“ Rainer Bolli, Leiter des Uni-Gebäudemanagements, ergänzt: „Kritisch wird es, wenn es anfängt zu regnen und der Schnee nass und schwer wird.“

Dachdeckermeister Karsten Buder von der Rosdorfer Firma Becker Bedachungen rät Besitzern von Flachdachbauten, „von Zeit zu Zeit einen Blick aufs Dach zu werfen“. Auch er hält die jetzige Situation noch nicht für besorgniserregend. „Sollten aber noch 20 Zentimeter Neuschnee fallen, müssten die Dächer entlastet werden“, sagt er. Jeder Dachdecker könne eine Prüfung der Dächer vornehmen. Wichtig sei auch zu prüfen, ob Dachrinnen oder Dachgullis nicht durch Eis verstopft sind und so das Schmelzwasser nicht mehr abfließen kann.

Der Göttinger Firma Helijet Flightservice hat die Schneelast auf den Flachdächern neue Aufträge beschert. Mit dem Wind, den die Rotoren der Hubschrauber erzeugen, blasen sie den Schnee von den Dächern. Wie das geht haben die Piloten Benjamin Dannenberg und Björn Langner am Montag am Dach der Firma XDruck Sandmüller auf der Siekhöhe demonstriert. Innerhalb von Minuten war das Dach frei gewirbelt. Derzeit ist das Helikopter-Team mit drei Hubschraubern in der Nähe von Jena im Einsatz. 52 Hühnerställe mit Platz für rund eine Millionen Tiere müssen vom Schnee befreit werden. Mehr als 70 Zentimeter hoch würde sich der Schnee auf den Dächer türmen, berichtet Dannenberg. Zwei Ställe des Mastbetriebes seien dadurch schon eingestürzt. Nicht nur allein die gewaltige Fläche, die geräumt werden muss, macht es in dem Fall fast unmöglich, die Dächer von Hand freizuschaufeln. Zudem seien die Dächer mit Photovoltaikanlagen zugebaut, sagt Dannenberg.

Ganz billig ist sein Einsatz nicht. Eine Hubschrauberflugstunde beziffert er mit 1200 Euro. Er schätzt die Kosten des Hühnerstalleinsatzes, der noch bis Donnerstag dauern soll, auf 30 000 bis 40 000 Euro. Erfahrung mit dieser Methode hat Dannenberg im vergangenen Jahr gesammelt, als er mit seiner Firma die Dächer des Olympiastadions in Berlin und des Stadions in Wolfsburg vom Schnee befreit hat.

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  • viel zu gefährlich diese kippligen hubschrauber Jürgen – 29.12.10
    ich finde den Hubschraubereinsatz viel zu gefährlich, gerade in dieser geringen höhe so herumkippeln, hoffentlich stürzt kein weiterer ab Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Zwei oder drei? mib – 29.12.10
    Falsch. Die Göttinger sind immer noch mit drei Hubschraubern im Einsatz, wie Dannenberg gestern Abend auf Anfrage bestätigte. Der abgestürzte auf den Sie vermutlich anspielen, war einer einer Firma aus Berlin. Und der ist nicht beim Einsatz sondern auf dem Heimflug verunglückt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Shell glotzi – 28.12.10
    Alles wird gut. Und der Spritt morgen eben 2-3 cent teurer..... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • ... Klaus44 – 28.12.10
    Soso, die sind das also, ich glaube die sind im moment nur noch mit 2 Hubschraubern unterwegs.. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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