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Standort Auditorium

Stadt und Uni planen Wissenschaftsmuseum

Göttingen. In gemeinsamer Trägerschaft wollen die Stadt Göttingen und die Universität ein Museum einrichten. Darin, so der Plan, soll es eine Dauerausstellung zur „Geschichte, Gegenwart und gesellschaftlichen Bedeutung von Wissenschaft“ geben. Die Stadt- und Wissenschaftsgeschichte Göttingens, aber auch die Geschichte der Uni sollen in dem mit dem Arbeitstitel „Wissenshaus“ versehenen Gebäude dargestellt werden.

Das Auditorium am Weender Tor: Hier könnte unter gemeinsamer Regie von Stadt und Universität Göttingen ein neues Museum entstehen.

© Hinzmann
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Mit Ausstellungsstücken aus den 30 wertvollen, akademischen Sammlungen der Uni und aus dem Städtischen Museum soll das künftige Museum dauerhaft bestückt werden. Regelmäßige Sonderausstellungen ergänzen das Angebot.Ob der Plan auch umgesetzt werden kann, hängt davon ab, ob das derzeit schon mit Mitteln der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geförderte Zukunftskonzept „Tradition – Innovation – Autonomie“ der Universität auch in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative finanziert wird. Der Antrag für die weitere Förderung muss bis Anfang September vorliegen.Nach dem Besuch einer Prüfungskommission im Dezember soll es eine endgültige Entscheidung im Juni 2012 geben. Derzeit arbeiten Stadt und Uni an einem Konzept für das gemeinsame Wissenshaus.

Die neue Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel hatte schon mit Amtsantritt die Wichtigkeit der Universitätssammlungen betont. „Sie liegen uns am Herzen“, sagte sie erneut in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses des Rates. Ziel sei es nun, so führte Marie Luisa, Geschäftsführerin der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften, weiter aus, die Uni-Sammlungen zu retten, ihre Nutzung in Lehre und Forschung zu verbessern und sie wieder „zu alter Größe zu führen“. Gleichzeitig will Beisiegel die Sammlungen durch das neue Wissenshaus einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. So sollen die Sammlungen an ihren jetzigen Standorten erhalten bleiben. Im Museum soll es nur ausgewählte Stücke zu sehen geben und auf die Sammlungen hingewiesen werden.

Die Stadt Göttingen wiederum verfolgt schon seit einiger Zeit den Plan, unter dem Dach eines neuen Konzeptes für das Städtische Museum ein Wissenshaus einzurichten, in dem die Geschichte der Universität sowie „Göttinger Köpfe“ – von den Göttinger Sieben bis hin zum Göttinger Nobelpreiswunder – und die Göttinger Spitzenforschung dargestellt werden sollten.

„Auf unterschiedlichen Wegen gelangen wir nun zu einem Ziel“, kommentierte Göttingens Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck das Ergebnis der seit einem halben Jahr geführten Gespräche mit der Uni. Von Anfang an sei für das städtische Wissenshaus eine Zusammenarbeit mit der Uni vorgesehen gewesen.

Als Standort für das neue Wissenshaus schlägt die Universität das Auditorium am Weender Tor vor. „Derzeit sei man darüber in Gesprächen mit der Stadt“, sagt Uni-Sprecher Bernd Ebeling. In der engeren Auswahl waren auch das Accouchierhaus am Geismar Tor und das ehemalige Gefängnis am Waageplatz. Sollte das neue Museum in das Auditorium ziehen, müssten die in dem Gebäude untergebrachten Seminare und Institute umziehen. Wohin und ob möglicherweise dafür ein Neubau geplant ist, steht nach Auskunft von Ebeling noch nicht fest.

Die Stadt Göttingen hatte ihr Wissenshaus ursprünglich im ehemaligen Gefängnis geplant und 2008 dafür eigens das seit 2007 leer stehende Gebäude für weniger als 50 000 Euro vom Land gekauft. Bislang fehlte das Geld für das mit sieben Millionen Euro veranschlagte Projekt. Die NBank bescheinigte ihm, durchaus „förderfähig“ zu sein. Mittel gab es in der aktuellen Förderperiode aber nicht, frühestens wieder ab 2014.

Wie das ehemalige Gefängnis am Waageplatz bei einem neuen Museum im Auditorium künftig von der Stadt genutzt werden kann, ist noch offen. „Pläne gibt es noch nicht“, sagt Schlapeit-Beck. Die Zeit dränge aber auch nicht.
Was das neue gemeinsame Museum von Stadt und Uni am Ende kosten wird, kann derzeit keiner der Partner beziffern. „Durch eine Fortsetzung des Zukunftskonzeptes gibt es für fünf Jahre eine Anschubfinanzierung“, sagt Beisiegel. „Die Stadt wird aber auch etwas zahlen müssen.“

[Michael Brakemeier]

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