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Impressionen vom Flohmarkt

Stöbern nach Schnäppchen und Schwätzchen halten

Von Britta Eichner-Ramm

Flohmarkt – das ist unterhaltsamer Freizeitvertreib oder die Folge heimischer Entrümpelungsaktionen. Flohmarkt ist aber auch Geselligkeit oder das Stöbern nach Schätzen, die man garnicht gesucht hat. Flohmarktgänger sind schließlich auch Menschen auf der Suche nach Objekten für die eigene Sammlung.

Große Auswahl für kleine Leute: Wolf-Dieter Elsner berät Ursula Dowe beim Spielzeugkauf für die Enkelkinder.

© Heller

So wie Ursula Dowe. Sie besucht regelmäßig Flohmärkte und schaut, ob sie schöne Stücke entdeckt: „Ich sammle schönes Porzellan“, sagt sie. Zuhause in Bovenden habe sie bereits einige schöne Terrinen und Zuckerdosen. Diesmal hält sie außerdem Ausschau nach Spielzeug für die Enkelkinder. Am Stand von Wolf-Dieter Elsner aus Hann. Münden hat sie da eine große Auswahl: Da stehen gleich drei Ernies aus der Sesamstraße einträchtig neben einem rosa Plastik-Pony und davor lassen allerlei Lego- und Playmobil-Teile die Kinderherzen höher schlagen. Die eigenen Töchter seien längst rausgewachsen, und die Enkel hätten reichlich Spielzeug, sagt Elsner, „und wo soll man das alles lagern?“, begründet er seinen Verkaufsstand. Er ergänzt: „Hauptsache es macht Spaß, und ob man nun zuhause rumsitzt…“

Ein Platzproblem hat auch Ellen und Albert Klima aus Liebenau an der Weser zum Flohmarkt auf dem Wochenmarktplatz gelockt. „Wir haben uns in Bayern ein altes Haus gekauft,“ sagt Ellen Klima. Viel „Krempel“ vom dortigen Dachboden präsentieren sie nun den Göttingern, darunter ein mit Fohlenfell bezogener Tornister, wie ihn einst die Gebirgsjäger verwendeten. 55 Euro nennt Albert Klima als Verhandlungsbasis. Wem das zu teuer erscheint, dem entgegnet er: „Überlegen Sie mal, was ein guter Outdoor-Rucksack kostet.“ Auf den Flohmarkt zu gehen, bedeutet für das Paar von der Weser auch, mal unter Leute zu kommen, zu schwätzen und rumzuhören, sagt Ellen Klima. „Wenn mein Mann mal nicht auf den Flohmarkt gehen darf, ist er krank“, verrät sie.

Das Treffen ganz unterschiedlicher Menschen, das Handeln bei den Verkaufsgesprächen und die ganz besondere Stimmung auf dem Flohmarkt, schätzt Erika Harbeke aus Roringen ganz besonders. Sie kauft und verkauft vielerlei Trödel auf Märkten. Diesmal bietet sie zum Beispiel neben einer alten Schiefertafel aus den 20er Jahren auch einen Feuerwehrhelm an, den sie kürzlich in Würzburg erstanden hat. „Der ist etwa 80 bis 100 Jahre alt“, preist sie das gute Stück an. Ihr Sohn Jan unterstützt sie beim Verkauf. Der 13-Jährige bessert sich damit sein Taschengeld auf – „und er verdient immer ganz gut dabei“, verrät seine Mutter.

Gute Geschäfte mit dem Nachlass der Großeltern erhofft sich ein paar Stände weiter Nicole Knoke aus Hardegsen. Sie ist das erste Mal als Händlerin auf dem Flohmarkt und bietet unter anderem ein 13-teiliges Bowle-Set an, das dem einen als gruselig-kitschig, dem anderen als geschmackvoll ins Auge springt. „Ja,“ versichert Knoke, es habe auch dafür innerhalb der ersten Flohmarktstunden schon mehrere Interessenten gegeben.

Überhaupt liegen Kitsch, Kunst und Kommerz auf dem Flohmarkt nah beinander. Und so finden sich auch Händler wie Suha Koskun aus Goslar, die ihre Waren feilbieten. „Göttingen ist ein guter Platz für Geschäfte“, sagt er. In seiner Auslage fällt ein putziger Gartenzwerg aus Keramik ins Auge. „Ein sehr altes Stück, etwa von 1910“, versichert er. Für 20 Euro, was er als Preis für den Zwerg nennt, gibt es bei Knoke das Bowle-Set aus Großmutters Haushalt.

Handeln muss sein und gehört auf dem Flohmarkt dazu. Auch am Drei-Generationen-Stand von Mutter Hanne Kerl, Tochter Susanne Goldmann und Enkeltochter Julia Goldmann aus Göttingen. Die Damen haben ihre Kleiderschränke ausgemistet, um Platz für Neues zu schaffen. Ihr Angebot kommt an. Sarah Düvel aus Göttingen stöbert etwa nach leichten Sommersachen. Auf Göttinger Flohmärkten findet man wegen der Studenten viele aktuelle Sachen, so ihre Erfahrung.

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