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Weitere Fälle vermutet

Strafanzeige: Asta-Gelder veruntreut

Von Jürgen Gückel

Ein Unbekannter hat dem Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) 18 000 Euro gestohlen – oder das Geld veruntreut oder unterschlagen.

Jedenfalls fehlt die Summe in den Einnahmen der im Hörsaalgebäude vorgeführten Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. 12 000 Studenten besuchten im Sommer die Veranstaltungen, zahlten Eintritt und konsumierten Speisen und Getränke. Am Ende stimmte die Kasse nicht.

In dieser Woche hat Susanne Peter, die Asta-Vorsitzende, Strafanzeige gestellt. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht richte sich gegen Unbekannt, sagt Sprecher Hans Hugo Heimgärtner: „Wir haben noch keinen Anhaltspunkt, wer wann was gemacht hat.“
Bei der Abrechnung der Veranstaltung war der riesige Fehlbetrag aufgefallen. Der Asta informierte die Rechtsabteilung der Universität. Bei weiterer Überprüfung erhärtete sich der Verdacht. Schließlich wurde die interne Revision der Hochschule mit einer Kontrolle betraut. Deren Prüfungsergebnis: 18 000 Euro sind tatsächlich weg. Die Asta-Vorsitzende kündigte bereits an, künftig effektivere Abläufe und Kontrollen zu gewährleisten.

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  • Pressemitteilung: Göttinger AStA-Skandal: 18.000 Euro veruntreut Basisdemokratisches Bündnis – 06.12.10
    AStA stiehlt sich aus der Verantwortung!

    18.000 Euro, die der Göttinger Studierendenschaft gehören, sind bei der vom AStA veranstalteten Public Viewing zur Männer-Fußball-WM verschwunden. Weitere Verdachtsfälle sind insbesondere im Zusammenhang mit dem umstrittenen Partykeller Vertigo aufgetreten. Alle bisher öffentlich gewordenen Informationen deuten klar auf eine Veruntreuung durch den AStA selbst oder eng mit ihm verknüpfte Strukturen hin. Die AStA-Vorsitzende Susanne Peter versucht dennoch sich durch eine Anzeige als Opfer eines Diebstahls zu inszenieren und durch irreführende Stellungnahmen die Schuld auf vermeintlich unbekannte Dritte zu weisen.

    „18.000 Euro sind kein Betrag, der durch einen einfachen Griff in die Kasse verschwindet“, so Isabell Redling, Mitglied des Basisdemokratischen Bündnis „Hierfür hätte man die Geldscheine gleich Säckeweise wegschleppen müssen. Es ist offensichtlich, dass es sich um systematische Unterschlagung durch Personen handelt, die in die organisatorischen Strukturen des AStA eingebunden sind. Darauf weisen auch ähnliche Vorfälle bei anderen Veranstaltungen hin.“ Das Präsidium der Universität sei offenbar zu einer ähnlichen Einschätzung gekommen, so Redling. Als Reaktion auf den Vorfall habe es dem AStA vorläufig die Durchführung von Veranstaltungen mit einem erwarteten Umsatz über 15.000 Euro untersagt.

    In der Vergangenheit griff der amtierende AStA tief in die Finanzautonomie der Fachschaftsräte und Finanzgruppen ein. Ausgerechnet unter dem Vorwand, den Missbrauch von Geldern verhindern zu wollen, sind hohe bürokratische Hürden errichtet und politisch unerwünschte Projekte, wie z.B. der Bildungsstreik, unter Missachtung der Entscheidungskompetenz anderer Gremien be- oder sogar verhindert worden. Betroffene Fachschaftsräte und Fachgruppen sprachen sich bereits in der Vergangenheit gegen diese Politik des AStA aus.

    „Es ist bezeichnend, dass gerade ein AStA, der sich bei den Fachschaftsräten und Fachgruppen eine ihm nicht zustehende Kontrollfunktion angemaßt hat, nun erklären muss, wie bei seinen eigenen Veranstaltungen mehrere zehntausend Euro der Studierendenschaft verschwunden sind. Während man sich damit beschäftigt hat, in basisnahen Gremien Gespenster zu jagen und das Engagement aktiver Studierender zu sabotieren, hat sich auf anderer Ebene eine Selbstbedienungsmentalität mit hoher krimineller Energie breitgemacht“, so Redling.

    Das Verhalten der AStA-Vorsitzenden Susanne Peters in dieser Sache betrachtet das Basisdemokratische Bündnis als Fortsetzung des Skandals. Statt sich der Verantwortung zu stellen und die Konsequenzen zu tragen, wird in einer nun verbreiteten Stellungnahme versucht, die Schuld von sich abzuweisen und den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

    Die jetzt bekannt gewordene Unterschlagung stellt nur den Höhepunkt der Selbstbedienungsmentalität bei der AStA-tragenden Hochschulgruppe ADF (Arbeitsgemeinschaft demokratischer Fachschaftsmitglieder) dar. Mit welchen Methoden der Kreis um den amtierenden AStA sonst arbeitet, zeigte sich zuletzt an dem Konflikt um das geplante „Lern- und Studienzentrum“ auf dem Zentralcampus. So wurde auf die Initiative des ADF ein Konzept für die Verwirklichung des Neubaus durch Studiengebühren beschlossen. Bei genauerem hinschauen offenbarte sich die tatsächliche Absicht hinter dem Projekt: So brüstet sich ein ehemaliges Mitglied des ADF damit, dass es sich bei dem Bauvorhaben um sein Konzept handele. Andreas Lompe war Mitglied des ADF und betreibt mit einem ehemaligen AStA-Vorsitzenden aus der ADF die Firma adiungi GmbH, die als Göttinger Beratungsunternehmen für Universitäten schon zahlreiche gut bezahlte Aufträge der Universität Göttingen einheimsen konnte.

    „Während die einen sich ohne Umschweife bereichern, nutzen die anderen die guten Kontakte zur Unileitung aus AStA-Zeiten und die Stimmen ihrer ADF-Bekanntschaften in den entsprechenden Gremien, um daraus Profit zu schlagen. Kein Wunder, dass im AStA in den letzten Jahren nicht viel passiert ist. Die ADF-FunktionärInnen mussten die Zeit nutzen, um ihr persönliches Weiterkommen zu planen“, kommentiert Redling diese Vorgänge.

    Redling fordert angesichts der beispiellosen Affäre den geschlossenen Rücktritt des bisherigen AStA: „Der von der ADF selbst formulierte Anspruch, ‘eine nachvollziehbare AStA-Finanzpolitik zu machen‘ sowie ‘die Verschwendung und die Finanzierung dubioser Projekte aus studentischen Geldern zu verhindern‘, wirkt angesichts der jüngsten Vorfälle wie Hohn. Es ist erschreckend wie sehr die politisch Verantwortlichen jetzt auch noch an ihren Ämtern kleben.“

    Kontaktadresse:
    Basisdemokratisches Bündnis
    c/o Roter Buchladen
    Nikolaikirchhof 7
    37073 Göttingen
    info[at]bb-goettingen.de
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  • @ Chx Michel – 05.12.10
    So ein Quatsch! Mal abgesehen davon das es hier fast nie um den ASTA geht zähle ich hier nur 2 eindeutig gegen den Asta gerichtete Kommentare. Das wäre ja dann eine ziehmlich maue Ausbeute für die große Verteilerverschwörung gegen die arme ADF. Wenn man Geld verschwinden lässt finden das die Menschne nicht gut.
    Ausserdem lassen sich Leute die unzufrieden sind eher dazu verleiten einen Kommentar zu schreiben als Leute denen es egal ist.
    Lassen sie doch ihre Verschwörungstheorien einfach bei sich zuhause unterm Vorleger.
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  • Kritik der Kritik Chx – 04.12.10
    Es ist interessant, wie bei jedem Artikel, in dem es um den AStA o.ä. geht, immer reflexartig die negativen Kommentare kommen. Es scheint, dass hier über Emailverteiler massiv zum Kommentieren der Artikel aufgerufen wird um den AStA in möglichst schlechtem Licht darstehen zu lassen, völlig unabhängig vom eigentlichen Gegenstand des Artikels. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Artikel unvollständig Student – 04.12.10
    zu erwähnen wäre noch, dass des nicht nur WM-Veranstaltungen, sondern auch Vertigo-Parties, O-Phasen-Parties und weitere Veranstaltungen betraf.

    Dem ASTA bleibt jetzt nur, die politische Verantwortung aus dem schwerwiegenden Vorfall zu ziehen und sofort und geschlossen zurückzutreten!

    Übrigens hat noch kein ASTA in Deutschland einen solchen Vorfall politisch überlebt. - Die Wahl im Januar könnte also eine derbe Schlappe für ADF und RCDS mit sich bringen...
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  • @ Brockenteufel Steuerzahler – 03.12.10
    Sie haben ja mal wieder den vollen Durchblick!

    Wie sie sich eigentlich denken müssten organisieren Linke sicherlich kein public viewing für Deutschland Spiele, die hassen Deutschland nämlich.
    Die Organisatoren kamen wohl aus dem ADF/RCDS Umfeld also unpolitisch/rechtskonservativ.

    Halten sie sich bei Themen die, die Uni treffen lieber heraus. Ich find Linke auch nicht toll aber ihre reisserisch-polemischen Kommentare unter fast jedem Artikel im GT Kommentarbereich produzieren eher zusätzlich welche.
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  • Veruntreuungen Brockenteufel – 03.12.10
    Na, von irgendetwas muß ja der "Antifaschistische Widerstand" und dessen Aktionen bezahlt werden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • 18.000€... ... – 03.12.10
    ist ganz schön viel Kohle. Das kann man nicht einfach mal so zocken. Da bin ich ja mal gespannt auf die Erklärung des Asta, wo sie das Geld verwahrt haben, bevor es weggekommen ist. Oder hat sich doch wer aus dem Asta bedient??? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ich glaubs nicht... ... – 03.12.10
    ...die nennen das Diebstahl?!! Die haben sich selber aus der Kasse bedient und dachten das fällt nicht auf. Der ADF/RCDS -AStA soll endlich abtreten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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