Göttinger Stadtfriedhof: Parkähnlich gestaltet und letzte Ruhestätte zahlreicher Nobelpreisträger.
Eine seit den 1990er Jahren „in Deutschland zu beobachtende neu erwachte Liebe zu alten und jungen Gärten“ hat die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftkultur (DGGL) beobachtet. Schlösser, Parks und Gärten seien attraktive Reiseziele für Besucher aus der ganzen Welt.
Wer in der Bundesrepublik Gartenkultur erforschen will, findet in Clarks Gartenreiseführer eine Menge Anregungen: Öffentliche und private Anlagen aus allen Bundesländern werden, teils bebildert, in aller Kürze vorgestellt. Mit mehr als 700 Seiten hat das Taschenbuch zwar mehr Rucksack- als Handtaschenformat, bietet dafür aber ein Verzeichnis der Botanischen Gärten sowie der wichtigsten Gartenfestivals wie etwa den Hinweis auf das Fest in den Herrenhäuser Gärten vom 29. Mai bis zum 1. Juni. Auch ausgewählte Privatgärten erschließen sich dem Leser.
Grün in Innenstadt
Aus Südniedersachsen wurden nur wenige und ausschließlich öffentliche Objekte in das Buch aufgenommen. Fotografien aus der Region sind nicht zu sehen. Im Neuen Botanischen Garten der Universität, Grisebachstraße 1 a, seien im Alpinum auf 5000 Quadratmetern Fläche Pflanzenformationen der nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Hochgebirge zu sehen. Der historische Alte Botanische Garten, Untere Karspüle 2, werde von den Göttingern als „schönste Grünanlage der Innenstadt“ geschätzt, berichtet Clark. Er beschreibt Gewächshäuser „mit nostalgischem Charme“, unter anderem das Farnhaus von 1857, das Regenwald- und das Victoriahaus.
Zwei Friedhöfe der Stadt Göttingen gelten Clark und seinem Mitautor Ekkehard Fiss ebenfalls als erwähnenswert. Der Bartholomäus-Friedhof an der Weender Landstraße, angelegt 1747 und bis 1872 für Bestattungen geöffnet, sowie der Stadtfriedhof, Kasseler Landstraße, aus Sicht der Schreiber „ein historisch gewachsenes Gesamtkunstwerk“, sehr anspruchsvoll gestaltet vom Gartenbaumeister August Ahlborn.
Die Leser des Reiseführers weist Clark auch noch auf den Stadtwall Göttingen hin, die begehbaren Überreste der historischen Stadtbefestigung, bewachsen von alten Linden, jüngeren Rotbuchen, Bergahorn, Rosskastanien und Robinien. Empfohlen wird außerhalb Göttingens auch ein Besuch des Arboretums Habichtsborn, Forstamtsstraße 6, in Escherode. Hier seien Baum- arten „aus den gemäßigten Zonen der Erde“ anzusehen, angepflanzt seit 1934.
Herausgegeben wurde der Gartenreiseführer von Ronald Clark (ISBN 978-3-7667-1769-6) von der DGGL im Callwey-Verlag. Er kostet 19,95 Euro.
Von Katharina Klocke
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