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750 Schützen und Gäste

Traumduo und ein weichgespülter Schwiegersohn

Deftige Wurst und kühles Bier zum Frühstück – dann steht das Schützenfest vor seinem Finale. Fast 750 Gäste frühstückten in diesem Jahr mit im Festzelt am Sandweg. Ein Schützenfrühstück mit Landolfshäuser Blasmusik und heiteren Reden.

Gruß von Hannovers Oberschaffer-Kollegen: Michael Klingberg (li.) und Festredner Thomas Prinz mit Schützen-Ente.

© Heller
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Diesmal begrüßte Oberschaffer Michael Klingberg neben Schützenherrn Wolfgang Meyer, der sich erneut von Heidi und Klaus Faber begleiten ließ, den CDU-Landrat aus dem Nachbarkreis, Werner Henning, sowie den SPD-Bürgermeister von Laatzen, Thomas Prinz. Der eine mit historischem Blick über die gefallene Grenze aufs „ungemein schicke Göttingen“, der andere mit karnevals-erfahrenem Humor und spezieller Prägung als bester Schütze im Kampf um den von ihm selbst gestifteten Wanderpreis in Form eines röhrenden Hirsches.

Den Anfang am Rednerpult aber machte Oberbürgermeister Meyer, der wie schon vor zwei Jahren den Discjockey einer politischen Hitparade mimte – mit Stücken für den „kommunalen Schlager-Fan“. Erstes Thema: Die Bundespolitik. Die Göttinger Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne) waren zwar nicht zugegen, wurden von Meyer ob der schlechten Umfragewerte für Schwarz-Gelb aber sogleich zum neuen „Göttinger Traumduo für die Zeit nach Merkel“ stilisiert. Den Bundespräsidenten Christian Wulff bezeichnete Meyer als „weichgespülten Schwiegersohn der Republik“, über den sich viele wundern würden: „Der hat doch noch die erste Hüfte und ist schon Bundespräsident.“

Auch auf kommunaler Ebene gab sich Meyer durchaus bissig. Den Landkreis verglich er mit einer Parkuhr, die immer nur im Weg stehe, „und wir stecken ständig Geld rein“. Dazu trällerte das Faber-Duo zur Melodie von „Theo, wir fahr’n nach Lodz“: „Der Kreis wird klein, die Stadt wird groß, was mach ich mit dem Landrat bloß.“ Hernach bekamen auch Kämmerer Hans-Peter Suermann, FDP-Ratsfraktionschef Wolfgang Thielbörger und das Göttinger Tageblatt ihr Fett weg, ehe Meyer seine Schlagerparade mit einem Lobgesang auf das Gänseliesel beendete.
Deutlich ruhiger ließ es der Eichsfelder Landrat Henning angehen. Er pries lieber die Tugenden der Eichsfelder wie Lernfähigkeit, Verlässlichkeit und Treue. Das sei wichtig für Göttinger Betriebe, zum Arbeiten kämen schließlich täglich 6000 Eichsfelder aus Thüringen und 2000 aus dem Duderstädter Untereichsfeld in die Leinestadt. Und so fruchtbar wie bisher solle doch bitte schön auch die Zusammenarbeit mit Göttingen weitergehen. Den Schützen bot er indes an: „Wenn sie Bodenhaftung suchen oder es ihnen einmal politisch zu brenzlig wird, dann kommen sie ins Eichsfeld.“

Und Prinz? Was will man von einem studierten Juristen, gewesenen Finanzamtsmitarbeiter und Ex-Ministerreferenten erwarten, außer „dass ich Unsinn rede“. Dabei war er in seiner Heimat Wuppertal beim Karneval immer der Reißer – bei der Eingangskontrolle. Mit „introvertierter Freude“, auch „german smile“ genannt, sahen ihn die Schützen an. In Hannover, so Prinz, gebe es ja derzeit nur Klagen gegen Schützenfest und alle Arten Feuerwerk. Wenn alles verboten und ruhig sei, könne man ja dann Hühner ansiedeln – damit die Hannoveraner gegen die Hähne klagen können. Seinem Amtskollegen Meyer empfahl er die doppelte Buchführung für Kommunen: bringe zwar keinen Pfennig mehr, man wisse aber, warum man arm ist. Da helfe nur eine gute PR wie beim Landkreis Göttingen: „Ich suche in Laatzen auch noch nach einem Römerlager.“

  Schützen Göflüster
 

Versprecher oder Absicht? Oberschaffer Michael Klingberg hat jedenfalls ein einnehmendes Wesen. Adelebsens Bürgermeisterin Dinah Stollwerck-Bauer (CDU) wurde jedenfalls beim Schützenfrühstück als „Diana“ begrüßt, und die Mannen der Fregatte Niedersachsen, die auch diesmal wieder mit der Marinekameradschaft mitfeierten, wurden zur Delegation der „Fregatte Göttingen“.

Festredner Werner Henning (CDU), langjähriger Landrat des Eichsfeldkreises, durfte sich nach seiner Rede originell beschenkt sehen: Zum Dank nahm er eine Eichsfelder Mettwurst aus Göttingen mit ins Eichsfeld.

Mit der Gauss-Weber-Medaille in Bronze ist von den Schützen Jürgen Sunkel von der Sparkasse ausgezeichnet worden – weil er zuverlässig zur Stelle ist, wenn die Schützenscheiben verliehen werden.

Von Jürgen Gückel, Andreas Fuhrmann & Madeline Kaupert


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