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Mathematik-Olympiade

Von 250 000 Schülern einer der 192 Besten


Mathematik: Allein das Wort treibt manchem den Angstschweiß auf die Stirn und dank des Schulfachs hat sich eine florierende Nachhilfelehrerszene gebildet. Doch es gibt auch Menschen wie Leonidas Ihlemann aus Weende.

War „in Mathe schon immer gut“: Leonidas Ihlemann.

© Theodora da Silva

Er ist 15 Jahre alt und sagt in ziemlich unbeteiligtem Tonfall: „In Mathe war ich immer schon gut.“ Wie gut er wirklich ist, kann er am Freitag und Sonnabend bei der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade beweisen, die dieses Jahr in Göttingen stattfindet.

Der Weg dahin war nicht leicht: Anfangs haben rund 250 000 Schüler der Klassen 8 bis 13 mitgemacht. Von den Göttinger Schülern hat es allein Leonidas geschafft, die Vorrunden zu überstehen. Mit ihm sind es noch 192 Teilnehmer, darunter 12 aus Niedersachsen, die nun nach Göttingen kommen. Doch besonders stolz wirkt der Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums nicht: „Naja, ich konnte die Aufgaben eben lösen.“ Der etwas schlaksige Schüler ist auch noch nicht aufgeregt vor den zwei Klausuren, die er schreiben wird, sagt er. Auch mit seinen Schulkameraden hat er nicht über die Teilnahme am Wettbewerb gesprochen. „Ich glaube, die wissen gar nicht, dass ich weitergekommen bin“, erzählt er.

Sein Zimmer ist sehr ordentlich und übersichtlich. „Typisch Mathematiker“ mag man denken – liegt aber falsch: Es wurde extra aufgeräumt. Die Poster an der Wand hingegen zeugen schon eher von einem Interesse an der Wissenschaft. Statt Konterfeis von Sportlern verzieren eine Weltkarte, ein Poster, auf dem die verschiedenen geologischen Erdalter abgebildet sind und das Abbild einer Szene aus dem Jules Verne Buch „In 80 Tagen um die Welt“ die Wände.

In Mathe hatte Leonidas noch nie eine schlechtere Note als „sehr gut“. Waren seine Mitschüler deshalb vielleicht schon mal neidisch? „Weiß nicht. Ich glaube nicht“, ist seine Antwort. Vielleicht liegt das daran, dass er „nichts dagegen hat“, wenn bei Arbeiten jemand von ihm abschreiben würde. Ob das tatsächlich wer macht? In Leonidas Gesicht verirrt sich ein schwaches Grinsen und er guckt zu Boden.

Anlässlich der Mathematik-Olympiade findet am Sonnabend, 8. Mai, von 14 bis 17 Uhr in der Innenstadt das „1. Göttinger Mathespielfest“ statt. Hier können die Teilnehmer der Olympiade mit Passanten und Schülern in acht Disziplinen ihre Fähigkeiten messen. Unter anderem stehen Seilrechnen, Brückenbau und eine Blitz-Olympiade auf dem Programm.

Die Siegerehrung der Bundesrunde findet am Sonntag, 9. Mai, um 10 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz statt. Die Sieger werden unter anderem von Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und Wolfgang Lücke, Vizepräsident der Uni Göttingen, begrüßt. Ihre Preise und Medaillen überreicht ihnen die niedersächsische Hockey-Nationalspielerin und Olympiasiegerin Anke Kühn. Die Gewinner von Göttingen dürfen 2011 an der Internationalen Mathe-Olympiade in Holland teilnehmen.

Von Corinna Berghahn

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