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Südspangen-Umfrage

Wer hat wo wie gewählt?

Von Ulrich Schubert

Das Ergebnis der ersten Göttinger Bürgerbefragung zur sogenannten Südspange war eindeutig: 60,7 Prozent der Wähler stimmten gegen eine neue Umgehungsstraße für Geismar, 39,3 Prozent waren dafür.

Aber wer hat eigentlich mit gestimmt? Waren Weender dabei? Waren es eher ältere oder jüngere Göttinger und mehr Männer als Frauen? Der Fachdienst Statistik der Stadt hat die timmzettel jetzt detailliert ausgewertet und Antworten auf diese Fragen gefunden. Zwei zentrale Aussagen vorweg: In Geismar gab es erwartungsgemäß eine sehr hohe Wahlbeteiligung, aber auch in Grone und im Ostviertel war die Abstimmungsbereitschaft überraschend groß.

  Ein Überblick
 
  • Die meisten Befürworter leben im Wahlbereich (Stadtteil) Geismar (4922 Stimmen, 46,4 Prozent). Das überrascht wenig, sie sind auch die unmittelbar Betroffenen. Allerdings leben in diesem Stadtteil noch mehr Gegner (5694, 35,6 Prozent).
  • Allein in Grone (Wahlbereich 3) überwiegen die Fans der Südspangen-Idee mit 53,2 Prozent gegenüber 46,8-prozentiger Ablehnung. In absoluten Zahlen sind das aber nur 3265 Ja- und 2896-Nein-Stimmen.
  • Auf die größte Ablehnung stößt die Südspange in der Innenstadt (Wahlbereich 5) mit einer Quote von 76,8 Prozent. Ihr stehen nur 23,2 Prozent Befürworter entgegen. Aber auch in den Wahlbereichen Oststadt (62,1 Prozent) und Weende (64,9 Prozent) überwiegt die Gruppe der Gegner.
  • Die Wahlbeteiligung lag über die ganze Stadt verteilt mit 40,2 Prozent der Wahlberechtigten überraschend hoch. Die größte Beteiligung gab es mit 54 Prozent in Geismar. Auch in der Oststadt beteiligten sich mit 43,6 Prozent überdurchschnittlich viele Bürger. Dicht am Durchschnittswert liegt außerdem der Innenstadtbereich mit 39,7 Prozent.
  • Die niedrigste Wahlbeteiligung nach Stadtteilen gab es im Wahlbereich Weende 30,6 und in Grone mit 33,3 Prozent.
  • Die Auswertung der Statistiker weist noch tiefer gehende Details zu sogenannten Wahlbezirken aus, die immer nur einige Straßenzüge umfassen:
  • Im Geismarer Wahlbezirk Kiessee-Karree stimmten 71,5 Prozent der Berechtigten ab – die höchste Quote im Vergleich kleinerer Einheiten. Ihm folgen die Bezirke Treuenhagen-1 (66), Treuenhagen-2 (65,3) und Alt-Geismar-2 (63,7). Im Kiessee-Karre lag die Beteiligungsquote der 45- bis 60-jährigen Frauen sogar bei 80,1 Prozent – der einzige Wert über der 80er-Marke.
  • Die niedrigste Abstimmungsbeteiligung im Bezirke-Vergleich wurde mit 17,4 Prozent im Kern von Alt-Grone registriert, gefolgt vom Holtenser Berg-2 mit 18,9 Prozent. In Alt-Grone-2 wiederum weist die Gruppe der 25- bis 35-jährigen Männer die stadtweit absolut niedrigste Beteiligung aus – mit gerade mal 2,1 Prozent.
  • Generell haben die Statistiker festgestellt, dass die Wahlbereitschaft mit zunehmendem Alter steigt, aber mit 46,6 Prozent in der Altersgruppe der 45- bis 60-Jährigen am größten ist. Jungwähler im Alter von 16 bis 25 Jahren scheinen das geringste Interesse an der Bürgerbefragung oder am Südspangen-Thema zu haben. Nur in der Oststadt lag ihre Teilnahmequote vergleichsweise hoch.

Gewertet wurden 37 830 Stimmzettel, 162 waren bei der Auszählung ungültig. Schon im Vorfeld hat das Wahlamt der Stadt 1637 Antwortbriefe von Wahlberechtigten abgewiesen. In den meisten Fällen (1118) fehlte der Abstimmungsschein oder wurde nicht anerkannt. In 356 Fällen fehlte der Stimmzettelumschlag, in 162 die Unterschrift unter der eidesstattlichen Versicherung des Abstimmungsscheines. Ein Umschlag enthielt einen „eindeutig fühlbaren Gegenstand“.

Die Auswertung hat der Fachdienst Statistik der Stadt in seiner jüngsten Ausgabe „Statistik aktuell“ zusammengefasst. Im Internet.

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  • @MS Stadtbewohner – 15.07.10
    Nun ja, der Trend ist ja eindeutig: Je besser die Menschen verdienen, und je besser sie ausgebildet sind, desto weniger benutzen sie das Auto. Da hat ARW nicht ganz unrecht. Viele gut situierte Haushalte besitzen gar kein eigenes Auto mehr. Zum Nobelitaliener geht man zu Fuss, zur Ausstellung in Hannover fährt man bequem mit dem ICE und quält sich nicht über die Autobahn - wenn man sich das leisten kann.

    Soll man deswegen Autofahrer pauschal als umweltfeindlichen Asoziale beschimpfen, so wie das bei ARW ein bisschen anklingt? Das ist ja wohl ziemlich arrogant. Wer wenig verdient ist eben oft auf das Auto angewiesen, weil er sich keine zentrale Wohnung und keine teuren Bahntickets leisten kann.

    Wenn man den Autoverkehr aus der Stadt heraus bekommen will, soll man lieber mal brauchbare Alternativen anbieten, statt nur die Autofahrer zu beschimpfen. Da gibt es in Göttingen noch viel zu tun. Die Busse fahren im 30-Minuten-Takt und schleichen alle durch die Innenstadt - kein Wunder, dass Berufstätige hier nicht mit dem Bus, sondern lieber mit dem Auto fahren.



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  • Bildungsegoisten M.S – 15.07.10
    Der Kommentar des Kollegen ARW eingangs ist nicht nur eine bodenlose Ungezogenheit sondern auch noch dümmlich und entlarvend; das muss jetzt mal gesagt werden. Wenn er schon so schlau ist, sollte er doch wissen, das es vorkommen kann, eine andere Meinung zu akzeptieren, anstatt sie als "er hats nur noch nicht kapiert" zu diffamieren. Diese elende Rechthaberei äußert sich z.B. auch darin, das die ach so schlauen Kiesseekarreer eine soziale Wohngruppe bei sich weggemobbt haben, genauso wie die ebenfalls gebildeten Nikolausberger eine Tagesgruppe für Kinder wegmobben. Vielleicht versteckt sich hinter der Schlauheit und dem Wohlstand ja doch nur schäbiger Egoismus? Sich seinen Sonntagsspaziergang bloß nicht von einer Straße vermiesen lassen. Die Proleten, die den Autolärm hautnah miterleben, sollen doch wegziehen, wenns sie stört, OTon Holefleisch. Ein Gang durchs Ostviertel was von der autofreien Ideologie zu halten ist: Luxuskarossen in der Garage, aber mit dem Rad in die City, und auf dem Weg dahin soll bloß kein fremdes Auto stören. Die eigene Idylle auf Kosten anderer, das ist Göttingen!
    Im Übrigen gibt es auch statistische Kriterien, die das egomane Gefasel des ARE als Blödsinn entlarven.
    Und ach ja: es stand nicht Auto ja oder nein zur Debatte! Das ist noch das Übelste: Dem anderen eine Gesinnung unterzujubeln, auf der man dann einprügeln kann!
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  • hoch die Nase Schade – 12.07.10
    Es ist schon sehr befremdlich, wenn die SU-Befürworter als bildungsfern, und die Daimler und BMW fahrenden Ostis als gebildete SU-Gegener hingestellt werden. Ja in der Innenstadt und im Ostviertel stört der Verkehr ja auch nicht weiter, kann also bleiben. Frage: Was ist eigentlich wenn alle vom "Stinkende Auto" auf`s Fahrrad umsteigen? Arbeitsplätze verschwinden in Massen, Steuereinnahmen brechen weg, die Uni und der ÖD bekommen weniger bis gar kein Geld mehr. Jobs gehen dann auch dort flöten. Dann haben wir jedoch alle mehr Zeit die Hunde zum Kacken vor die Südstadt zu bringen. Es stinkt zum Himmel mit den Göttinger Traumtänzern Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Alternativen ich – 12.07.10
    Geplagte Autofahrer könnten sich ja Gedanken machen und mit Fahrgemeinschaften das Auto-Aufkommen halbieren bis vierteln, oder den ÖPNV nutzen, oder nicht zuletzt auch im Dienste der Gesundheit in die Pedale treten. Aber all das wäre womöglich zu einfach ... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • bildungsfernen Schichten ? Sam – 12.07.10
    alleine dafür müßte man den Komentator vor die Tore der Stadt jagen. Er nimmt ein zu recht bestehendes allgemeines Problem um es mit einem speziellen Göttinger Problem zu vergleichen. Hallo! Ich sprach von einen Erholungsgebiet welches von einer engen, gefährlichen Strasse ohne durchgehenden Fuß und Radweg geteilt wird und dieses Problem löse ich nur mit einer wirklichen "Südumgehung". Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • ja göttinger – 11.07.10
    Es wurde bestätigt, was ich vermutete. Ein Großteil der Befürworter scheint aus bildungsfernen Schichten zu kommen. Deren wahrscheinliche Argumentation: Straße= Auto = Markenzeichen zum Benzin verballern = gut! Ein Glück sind die Bürger hochgebildet. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schade miz – 11.07.10

    ...den Fortschritt in seinem Lauf halten Ochs und Esel auf...und davon gibt es in Göttingen genug.
    In spätetstens 20 Jahren werden eure Kinder für die Verhinderung dankbar sein, wenn Göttingen wirtschaftlich abgeschnitten und tot ist, sie keine Arbeitsplätze haben.
    Die können ja denn weiter auf der Wiese Blumen pflücken gehen....achnee...die studieren dann in anderen Städten und da kommen sie selbstverstandlich mit dem Auto hin...direkt vor die Uni!
    Armes Göttingen.....
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  • Und nun...? JS – 11.07.10
    die Polemik hilft nun nicht mehr weiter. Die Frage ist, wie es nun weiter gehen soll. Göttingen hat trotz Umfassungsstruktur in der Ansiedelung der Wirtschaft nur eine einseitige Umfahrungsmöglichkeit, die auch noch zergliedert ist und somit unattraktiv ist. Ja, der nicht innenstadtrelevante Verkehr sollte raus, aber solange es hierfür keine sinnvolle (im Sinne des Autofahrers schnell und kurzstreckig) Alternative gibt, fahren Eltern ihre Schüler zum THG mitten durch die Stadt, genauso wie alle aus dem Süden kommend und nach Weende oder Grone (Industriegebiet) wollend oder müssend. Was also tun... Vielleicht einen vierspurigen Tunnel unter der Altstadt durch, privat finanziert mit zukünftigen Maut Einnahmen ;-) Wäre mit ner TBM ganz leicht zu realisieren Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • "stinkende Autos" im Sandweg Jan – 10.07.10
    Warum kann man den Sandweg nicht einfach
    für Autos sperren? Einfach einen versenkbaren Poller in die Mitte, dann kommen Busse und Einsatzfahrzeuge weiterhin durch. Wer unbedingt mit seinem "stinkenden Auto" fahren will, wie du es nennst, der nimmt eben den Umweg über die Autobahn.

    Versenkbare Poller sollten auch an den Eingängen zur Innenstadt sein, damit der ganze Autodreck draussen bleibt. Lieferanten und Anwohner können weiterhin durch.
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  • und nun........ Sam – 10.07.10
    haben wir weiterhin einen Sandweg der den ganzen Tag mit stinkenden Autos verstopft ist, wo sich Fußgänger und Radfahrer (verbotener Weise) einen Fußweg teilen müssen, oder aber die Radfahrer sind so Lebensmüde und riskieren eine Fahrt zwischen Autos, LKWs und Bussen. Aber es gibt jetzt ja weiterhin Wiesen vor der Stadt wo die sogenannten besser Gebildeten mit dem Auto hinfahren um ihre Hunde auszuführen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Abstimmung über Verkehrspolitik ARW – 10.07.10
    Bei der Abstimmung ging es auch um die zukünftige Verkehrspolitik der Stadt: Soll Göttingen weiterhin eine rücksichtslose pro-Auto-Politik betreiben, im Interesse einiger Geschäftsinhaber in der Innenstadt und auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung? Oder gibt es umweltfreundlichere Alternativen? Die Antwort der Bevölkerung war sehr eindeutig.

    Eindeutig war auch, welche Teile der Bevölkerung eher pro Autoverkehr und welche contra Autoverkehr sind: Die wohlhabenderen und gut ausgebildeten Menschen im Ostviertel und in der Innenstadt wollen eindeutig weniger Autoverkehr, während die tendenziell eher bildungsfernen Geringverdiener in Grone die stärksten Befürworter einer pro-Auto-Politik sind.

    Vielleicht gibt das auch den Auto-Befürwortern in der Stadtverwaltung und bei "Pro City" zu denken. Dort geht man traditionell davon aus, dass wir immer mehr Straßen und Autoverkehr in der Stadt brauchen, damit die Geschäfte dort laufen. Das ist die Ideologie der 60-er Jahre, die unsere Städte nachhaltig kaputt gemacht hat.

    Der Trend in Göttingen ist aber sehr eindeutig und entspricht dem bundesweiten Trend: Gerade die kaufkräftigen, gut ausgebildeten Teile der Bevölkerung wollen möglichst autofreie Innenstädte und benutuzen vorwiegend Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel für die Wege zur Arbeit und zum Einkaufen.

    Vielleicht merken auch die Kommunalpolitiker in Göttingen eines Tages, dass man mit Verkehrslärm und Abgasen in der Innenstadt nicht nur die Gesundheit der Menschen kaputt macht, sondern letztlich auch den Geschäften dort schadet, indem man die Kunden aus der Stadt vertreibt.

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