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Zehn Männer flicken 300 Schlaglöcher

Der Schnee schmilzt allmählich, und plötzlich werden die Folgen der langen Frostperioden dieses Winters sichtbar: Schlaglöcher, Risse und Asphaltbrocken auf Straßen, Radwegen und Bürgersteigen. 200 bis 300 Fälle dieser Art hat der Baubetriebshof der Stadt Göttingen bisher verzeichnet – Tendenz steigend. Besonders schwer getroffen hat es unter anderem folgende Straßen: Grätzelstraße, Düstere-Eichen-Weg, Maschmühlenweg, Königsallee und Nikolausberger Weg. „Und natürlich auch die Anliegerstraßen in den Kernbereichen von Ortsteilen“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson gegenüber dem Tageblatt.

Flickwagen-Besatzung im Einsatz auf Göttingens Straßen: Mitarbeiter des Göttinger Baubetriebshofs müssen derzeit hunderte Frostschäden wie hier im Düstere-Eichen-Weg beheben.

© Hinzmann
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Das aber ist erst der Anfang. „Das wahre Ausmaß der Schäden wird erst bei länger anhaltendem Tauwetter absehbar“, sagt Johannson. Angesichts der langen Frostperioden rechne er damit, dass die Stadt Göttingen einen sechsstelligen Betrag aufbringen müsse, um die Schäden zu reparieren.

Derzeit sind dafür täglich sogenannte Flickwagen im gesamten Stadtgebiet im Einsatz – drei Fahrzeuge mit je zwei Mitarbeitern für kleine Löcher und ein Wagen mit vier Mitarbeitern für große Schäden. Die Schlaglöcher werden von den Flickmannschaften mit Kaltmischgut oder mit provisorischem Heißmischgut gefüllt. Unter dem Einfluss von Kälte und Feuchtigkeit sei die Haltbarkeit jedoch nicht besonders hoch, erklärt Johannson. Die beschädigten Stellen müssten oft mehrmals bearbeitet werden.

Dass etwas getan wird, ist nicht nur für die Verkehrsteilnehmer wichtig, sondern auch für die Verwaltung selbst. Denn bei Unfällen, die auf Schlaglöcher oder ähnliches zurückzuführen sind, haftet in der Regel die Stadt. „Die Verkehrssicherungspflicht obliegt dem Straßenbaulastträger, also der Stadt Göttingen. Unfallgefahren wie große Löcher werden deshalb innerhalb von 15 Minuten geschlossen, nachdem wir davon Kenntnis erhalten haben“, erklärt Johannson.
Das können die Tageblatt-Leser Renate und Ludwig Köhler bestätigen. „Durch den Frost war auf dem Kreuzbergring direkt vor unserem Haus auf der Fahrspur ein tiefes Schlagloch entstanden. Ein Anruf bei der Stadt genügte, und innerhalb von zwei Stunden war das Loch beseitigt“, erzählen Köhlers und bedanken sich für das schnelle Handeln.

Auch der Tüv empfiehlt, den Kommunen gravierende Straßenschäden zu melden. Ferner sollte man bei Tauwetter besonders vorausschauend fahren. So ließen sich ärgerliche Schäden am Auto am besten vermeiden.

Von Andreas Fuhrmann


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