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Hannover 700 Freiwillige mit Gottesdienst begrüßt
Nachrichten Hannover 700 Freiwillige mit Gottesdienst begrüßt
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00:18 21.10.2017
Hilfsbereit: Die Teilnehmer des FSJ treffen sich beim gemeinsamen Gottesdienst in der Marktkirche. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Die Marktkirche ist gut gefüllt. Rund 700 junge Menschen sitzen auf den Bänken. Die meisten kennen sich nicht, aber alle verbindet eine gemeinsame Entscheidung: Freiwillig wollen sie sich ein Jahr lang für die evangelische Kirche in Niedersachsen sozial engagieren - als Teilnehmer eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Für ein Taschengeld von rund 370 Euro monatlich werden sie sich um Kinder kümmern, Senioren pflegen oder in Kirchengemeinden mithelfen.

„Lebenszeit anderen schenken“

„In einer Gesellschaft, in der man alles an Verwertbarkeit misst, ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen ein Jahr ihrer Lebenszeit an andere verschenken“, sagt Petra Bahr, Landessuperintendentin und Beauftragte für die Freiwilligendienste. Wer einen solchen Dienst absolviere, entscheide sich gegen den klassischen Ausbildungsweg und folge dem Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun. „Es ist mir daher eine Herzensangelegenheit, Ihnen allen heute zu danken.“

Johanna Rempfer nickt zustimmend. Die 19-Jährige hat bereits ein Jahr in einer hannoverschen Tagesstätte für schwerstbehinderte Erwachsene als Freiwillige gearbeitet. „Ich wollte für mich herausfinden, was mein Weg ist, und ob ich wirklich im Sozialbereich arbeiten möchte.“ Nach zwölf Monaten weiß sie es: „Ich werde soziale Arbeit studieren.“ Eine Auszeit nach dem Abitur hat sich auch Robin Buß genommen, um sich ohne Erwartungsdruck orientieren zu können: Der 19-Jährige packt jetzt in der Kirchengemeinde in Davenstedt mit an. Die Arbeit mit Jugendlichen mache ihm Spaß. Vom Freiwilligendienst habe er in der Schule erfahren, sagt er. „Ich wusste sofort, dass ich das will.“

Teilnehmer aus Uganda

„Die Zeiten, in denen man ein FSJ nur gemacht hat, um die Lücke zu füllen, wenn man keinen Studienplatz bekommen hat, sind vorbei“, sagt Christine Vetter von der Diakonie Niedersachsen. Wer sich heute dafür entscheide, mache das bewusst - und in jedem Alter. Wie Suleima Lami. Der 27-Jährige ist für seinen Freiwilligendienst an einer Freien Schule aus Uganda gekommen. Er habe keine Eltern und sei von Deutschen unterstützt worden. „Jetzt möchte ich etwas zurückgeben“, sagt er. „Der Unterricht hier ist ein ganz anderer. Ich möchte das mit nach Uganda nehmen, um dort etwas zu verändern.“

Wer sich für einen Freiwilligendienst in der evangelischen Kirche interessiert, kann sich noch bewerben. Informationen gibt es online auf www.ev-freiwilligendienste.de.

Carina Bahl

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