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Hannover Wie sicher ist die A-2-Baustelle?
Nachrichten Hannover Wie sicher ist die A-2-Baustelle?
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00:19 05.08.2018
Tempo 60, dynamische Verkehrszeichen, Absperrbaken: ADAC und Straßenbaubehörde haben die A-2-Baustelle zwischen Bothfeld und Herrenhausen überprüft, ob die Beschilderung ausreichend ist. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Autobahnbaustellen bergen ein hohes Unfallpotenzial in sich. Regelmäßig kommt es zu schweren Zusammenstößen, oft auch unter Beteiligung von Lkw. ADAC und Straßenbaubehörde haben es sich deshalb seit wenigen Monaten zur Aufgabe gemacht, jedes neue Baufeld gemeinsam auf seine Verkehrssicherheit und Ausschilderungen zu untersuchen. „Das Kritischste ist immer der Beginn der Baustelle“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Müller. Am Donnerstag begutachteten Verkehrsclub und Landesbehörde den Abschnitt zwischen Hannover-Bothfeld und -Herrenhausen – dort werden zurzeit für knapp 8 Millionen Euro die Mittelleitplanken erneuert.

Oft seien es Details. „Hier und da fehlt bloß ein Hinweis“, sagt Müller. Je mehr Erinnerungen desto besser. So auch jetzt wieder: Bei der Anschlussstelle Langenhagen fehlen laut Experten Einfädel-Hinweise. „Dadurch wissen vor allem die Lkw-Fahrer frühzeitig, dass sie wegen der Auffahrt Lücken lassen sollten.“ Sonst schaffe es kaum jemand neu auf die Autobahn, das Unfallrisiko steigt. „Bei dem dichten Verkehr ist das Ganze wie eine Wand“, sagt Friedhelm Fischer, Leiter der Straßenbaubehörde in Hannover. Die A 2 soll auch im Baustellenbereich durchgehend dreispurig sein, um die Massen zu bewältigen. Es werden eher Auffahrten geschlossen als Fahrbahnen reduziert.

„Lieber unter Vollsperrung arbeiten“

Rund 110.000 Fahrzeuge sind täglich auf der A 2 unterwegs, davon etwa 21.000 Lastwagen. Kommen noch Baustellen dazu, wird es äußerst eng. 2017 ereigneten sich 2458 der insgesamt 3301 Unfälle auf der Ost-West-Achse. „Deshalb wollen wir uns die Situation vor Ort angucken, anstatt nur vom Schreibtisch aus schlaue Vorschläge zu machen“, sagt ADAC-Sprecherin Alexandra Kruse. Anfang des Jahres begann die Kooperation zwischen Automobilclub und Straßenbehörde. Fischer schätzt die Untersuchungen, auch wenn er zugibt: „Wir würden lieber unter Vollsperrung arbeiten.“

Bis zu zwölf Kilometer vor der Baustelle wird der Verkehr mit Hinweistafeln auf den Engpass vorbereitet. Sechs Kilometer vorher beginnt das Lkw-Überholverbot samt Tempolimit, 2000 Meter vor der Baustelle müssen auch die Autos abbremsen. Fischer wehrt sich gegen die Kritik, die Baustellen seien unkoordiniert. Der A-2-Abschnitt bekam vor Kurzem eine neue Fahrbahn, erst jetzt werden bis Mitte September die Mittelleitplanken ausgetauscht. „Beides lässt sich nicht kombinieren“, sagt er. Zum Plankentausch muss auf jeder Seite der linke Fahrstreifen gesperrt werden – auf dem verbliebenen Platz rollen die Fahrzeugmassen. „Da könnte parallel nichts mehr saniert werden“, so Fischer. „Dann bricht alles zusammen.“

Überholspur für SUV tabu

Umso wichtiger seien klar strukturierte Baustellen. Laut ADAC haben sich dabei auch animierte LED-Tafeln bewährt. Auf diesen lassen sich beispielsweise je nach Bedarf Stauwarnungen, Einfädel-Hinweise oder Tempolimits anzeigen. „Schilder sind starr und überhaupt nicht flexibel“, sagt Müller. Selbst die mitunter veraltete Verkehrsbeeinflussungsanlage könne da oft nicht mithalten. Beispiel am Donnerstag: Die Baustellenschilder zeigen schon Tempo 60, die Anlage direkt daneben erlaubt noch 80 km/h. „Die neuen Geräte müssen intelligenter sein“, fordert Müller.

Was allerdings immer bleibt, ist der Faktor Mensch. Das Tempolimit wird ignoriert, Trucker überholen trotz Verbot oder lassen sich am Steuer ablenken. Und: Auf den Überholspuren in der Baustelle sind nur Fahrzeuge unter 2,10 Metern Breite erlaubt – für viele SUV oder Transporter wie den VW Bus also tabu. „Unvernunft und Ignoranz lassen sich nicht beeinflussen“, sagt Fischer. Laut ADAC haben sich aber die zahlreichen Kontrollen der Polizei in den vergangenen Wochen bezahlt gemacht. „Das spricht sich herum“, sagt ADAC-Sprecherin Kruse. Halten sich alle an die Vorgaben und Tipps, die entlang der Baustellen aufgestellt werden, „dann rollen sie in einem leichten Verkehrsfluss durch und kommen schneller ans Ziel“, sagt Müller.

Von Peer Hellerling

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