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Hannover ADFC will Fahrradrouten in alle Bezirke
Nachrichten Hannover ADFC will Fahrradrouten in alle Bezirke
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17:26 24.09.2018
Swantje Michaelsen und Eberhard Röhrig-van der Meer präsentieren ihren Velorouten-Stadtplan. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

Mit 13 neuen Routen will der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Hannover attraktiver für Radler machen. Die ausgebauten Wege sollen alle Stadtbezirke ans Zentrum anbinden und das Radeln nicht nur angenehmer machen, sondern auch Nicht-Fahrradfahrer zum Mitmachen motivieren. „Der Autoverkehr ist bereits an seine Grenzen gelangt, der Öffentliche Nahverkehr mitunter auch schon“, sagt Eberhard Röhrig-van der Meer, Sprecher des ADFC Hannover. Deshalb sei es wichtig, jetzt den Radverkehr zu fördern.

Zwar gibt es schon jetzt zahlreiche Radwege in Hannover, aber das grundlegende Problem: „Sie sind nicht durchgehend“, so Röhrig-van der Meer. So führe zum Beispiel ein vernünftig ausgebauter Radweg durch die Eilenriede, doch an der Spannhagenstraße ende das Ganze plötzlich. „Der Radler muss sich in einer Art Zickzackkurs irgendwie durchwurschteln“, sagt der ADFC-Sprecher. Das mache es für viele nicht attraktiv, aufs Fahrrad umzusteigen. Die Radlerstrecken müssen ausgebaut, gut gekennzeichnet und einfach zu nutzen sein. Röhrig-van der Meer: „Ein paar Schilder reichen nicht.“

Nach den Plänen des ADFC soll es 13 Velorouten in Hannover geben - eine in jeden Bezirk. Quelle: ADFC

Im Stadtkern gibt es nach den Plänen des ADFC den ausgebesserten City-Rad-Ring, von dort zweigen alle Strecken in die 13 Bezirke ab. Gleichzeitig sind die sogenannten Velorouten keine Stadtvariante der viel diskutierten Radschnellwege nach Garbsen oder Lehrte. Jedermann soll zur gleichen Zeit auf ihnen unterwegs sein können, „vom zehnjährigen Kind bis hin zum sportlichen Radler“, sagt Röhrig-van der Meer. Die Wege sollen daher breit genug zum Überholen, im Idealfall beleuchtet und mit grüner Welle ausgestattet sein. Es spreche zudem nichts dagegen, das Velorouten-Netz mit Radschnellwegen in Einklang zu bringen.

Bei der Routenplanung achtete der ADFC zudem darauf, die Radler nicht auf Hauptverkehrsadern zu schicken. „Das wäre mit den vielen Einmündungen ein zu großes Sicherheitsrisiko“, sagt Swantje Michaelsen, Leiterin der ADFC-Geschäftsstelle in Hannover. In der Südstadt würde die Route nach Waldhausen zum Beispiel über die bereits bestehenden Fahrradstraßen geführt, die parallel zur Hildesheimer Straße verlaufen. „Wir haben versucht, die bereits bestehende Rad-Infrastruktur mit einzubeziehen“, sagt Michaelsen.

Zehn Jahre Zeit

Knapp zwei Jahre tüftelte der ADFC an der Umsetzung der Idee, der Club veranschlagt für Ausbau und Unterhalt eine Million Euro pro Jahr. „Die Routenführungen sind nur Vorschläge“, sagt Michaelsen, „sie können auch anders verlaufen.“ Dazu will der Radfahrerclub unter anderem auf die Akteure in den Stadtteilen zugehen. Die Stadt wiederum soll die Finanzmittel im besten Fall noch in den Haushaltsplan für 2019 aufnehmen – dieser wird zurzeit von der Politik beraten. „In spätestens zehn Jahren sollte das Netz fertig sein“, sagt Michaelsen.

Grundsätzlich zeigt die Stadt Gesprächsbereitschaft. „Das Velorouten-Konzept zeigt in vielen Punkten große Übereinstimmung mit den vorhandenen städtischen Überlegungen für eine stadtweite, stadtteilverbindende Radverkehrsinfrastruktur“, sagt Sprecherin Michaela Steigerwald. Das Projekt sei „perspektivisch eine sinnvolle Ergänzung“ der bestehenden Ausbaupläne. ADFC-Sprecher Röhrig-van der Meer hofft auf eine schnellstmögliche Umsetzung: „Es geht schließlich auch um die Frage, was der Stadt der Radverkehr wert ist.“

Von Peer Hellerling

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