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Hannover „Es gab einen Zustrom von Spinnern“
Nachrichten Hannover „Es gab einen Zustrom von Spinnern“
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00:15 10.09.2018
AfD-Fraktionschef Sören Hauptstein kritisiert die Führungsriege der Jungen Alternative und gerät selbst in die Kritik. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) in Niedersachsen soll vom Verfassungsschutz beobachtet werden – eine Organisation, die bis vor etwa einem Jahr von Sören Hauptstein, dem jetzigen Fraktionschef der AfD im Rat der Stadt Hannover, geleitet wurde. Für manchen Ratspolitiker rückt Hauptstein damit ins Zwielicht. „Die AfD im Rat sollte sich die Frage stellen, ob Hauptstein als Fraktionsvorsitzender noch der Richtige ist“, sagt Grünen-Ratsherr Patrick Drenske. Schließlich habe Hauptstein der JA viele Jahre seinen Stempel aufgedrückt und vermutlich noch immer Verbindungen zu der umstrittenen Organisation. Hauptstein geht auf Nachfrage auf Distanz zur Arbeit seiner Nachfolger.

„Vor einem Jahren gab es in der JA einen Zustrom von fragwürdigen Spinnern, die Vernünftigen sind ausgetreten“, sagt Hauptstein, der die JA von 2013 bis Mitte 2017 geführt hat. Hauptstein sagt, dass er der JA aus persönlichen Gründen den Rücken gekehrt habe. Er habe sich auf sein Ratsmandat und seine berufliche Ausbildung konzentrieren wollen.

„Steinke war nicht mein Wunschkandidat“

Zum Nachfolger Hauptsteins wählte die Jugendorganisation Lars Steinke, dem Verbindungen zur rechtsradikalen Szene nachgesagt wurden, etwa zur Identitären Bewegung. Bundesweit und auch innerhalb seiner Partei in die Kritik geriet Steinke, als er in einem Facebook-Post den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Verräter bezeichnet hatte. Der Bundesverband der JA überlegt, ihre Sektion in Niedersachsen aufzulösen.

„Steinke war nicht mein Wunschkandidat“, sagt Hauptstein. Er habe sich für einen Gegenkandidaten stark gemacht. Das Wahlergebnis fiel damals denkbar knapp aus. Als Steinke Vorsitzender wurde, traten viele JA-Mitglieder aus. „Die Spinner übernahmen das Ruder und kochten ihr eigenes Süppchen, ohne Abstimmung mit der AfD“, sagt Hauptstein. Er habe zusammen mit Niedersachsens AfD-Chef Paul Hampel davor gewarnt, dass die JA unter Steinkes Führung irgendwann ins Visier des Verfassungsschutzes geraten werde.

Die Junge Alternative Niedersachsen hatte vor zwei Jahren etwa 160 Mitglieder. Bei Versammlungen kamen gewöhnlich etwa 60 Aktivisten zusammen. Um für den einen oder anderen Kandidaten zu mobilisieren, mussten folglich keine großen Gruppen überzeugt werden. Inzwischen ist Steinke seines Amtes enthoben, er soll auch aus der AfD ausgeschlossen werden.

Die Grünen im Rat glauben nicht, dass Hauptstein mit der Radikalisierung der JA nichts zu tun hatte. „Er hat den Laden viele Jahre geführt und dürfte noch immer eng verbandelt mit der Organisation sein“, meint Grünen-Mann Drenske.

Von Andreas Schinkel

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