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Hannover Schuldfrage nach Autounfall in Linden noch offen
Nachrichten Hannover Schuldfrage nach Autounfall in Linden noch offen
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00:17 11.08.2018
An der Stelle, wo sich auf dem aktuellen Foto der VW up befindet, kam es zu dem Crash. Wo jetzt die Baustelle ist, parkten damals Autos, der Polo kam von links. Geradeaus fahrende Wagen müssen hier auf die linke Straßenseite schwenken. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

Ein Taxiunternehmer und eine Versicherungsgesellschaft prozessieren derzeit vor dem Amtsgericht Hannover wegen eines Unfalls in der Lindener Posthornstraße. Der Fahrer eines VW Polo wollte von der Weberstraße nach rechts zum Lindener Markt abbiegen, als sich von rechts ein Richtung Deisterstraße fahrendes Taxi näherte und die beiden Fahrzeuge mit ihren Vorderfronten heftig aufeinanderprallten. Die Taxe wurde nach rechts geschleudert und kollidierte zusätzlich noch mit einem SUV, das am rechten Straßenrand geparkt war. Eine der spannenden Fragen in diesem Prozess ist: Fuhr die Taxe zu weit links, so dass der Fahrer möglicherweise eine Mitschuld am Unfall trägt?

Erst schien der Fall klar

Zunächst einmal schien der Fall klar zu sein: Die Taxe kam von rechts, rechts hat Vorfahrt, also ist der Polo-Fahrer zu hundert Prozent verantwortlich für die entstandenen Schäden. Doch zeigen die Unfallskizzen, untermauert von der Aussage einer Beifahrerin im Polo, dass die Taxe in der Posthornstraße mittig, wenn nicht gar überwiegend auf der linken Fahrbahnseite unterwegs war. Der Grund ist erklärlich: Ab der Ecke von Weber- und Godehardistraße wird die Posthornstraße zur Einbahnstraße; bis zur Deisterstraße stehen lediglich auf der rechten Seite abgestellte Autos, so dass Verkehrsteilnehmer dort nach links schwenken müssen. Möglicherweise hat der Taxifahrer schon sehr früh begonnen, nach links zu driften, so dass es im Kreuzungsbereich zur Kollision mit dem Polo kam. Die Beifahrerin erklärte vor Gericht, dass die Sicht von der Weberstraße in die Posthornstraße wegen am Fahrbahnrand abgestellter Wagen sehr eingeschränkt gewesen sei und sich der Polo-Fahrer nur vorsichtig in die Kreuzung hineingetastet habe. Dann plötzlich sei das Taxi „angeschossen“ gekommen.

Es gab noch kein Urteil, weil Zeugen fehlen

Bei ähnlich gelagerten Unfällen mussten sich Autofahrer, obwohl sie von rechts kamen, eine Teilschuld anrechnen lassen. Wer in einer Straße zu weit links fährt und dann mit einem von links kommenden Fahrzeug kollidiert, muss ins Kalkül ziehen, für ein Viertel bis zu einem Drittel des Schadens aufkommen zu müssen. Im Fall des Zusammenstoßes in der Posthornstraße konnte Zivilrichter Reinhard Wiehe noch kein Urteil in Aussicht stellen: Weil noch Unterlagen und Zeugen fehlen, muss ein weiterer Verhandlungstermin anberaumt werden.

Von Michael Zgoll

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