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Hannover Untermietvertrag kann Rauswurf nicht verhindern
Nachrichten Hannover Untermietvertrag kann Rauswurf nicht verhindern
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00:19 05.08.2018
Im Amtsgericht wird sich in drei Wochen entscheiden, ob eine Studentin eine Abstandszahlung erstatten muss. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Eine Studentin wird aller Voraussicht nach gut 900 Euro Lehrgeld zahlen müssen, weil sie einer anderen Studentin ihre Wohnung in der Oststadt untervermietete und dieser versicherte, dass der Vermieter mit ihr sicher einen Anschluss-Mietvertrag abschließen würde. Doch dieser dachte gar nicht daran, schmiss die Untermieterin wenige Wochen nach ihrem Einzug aus der Ein-Zimmer-Wohnung. Daraufhin verklagte die Untermieterin die frühere Hauptmieterin, forderte von ihr 800 Euro Abstandszahlung für Laminat, Möbel und Kühlschrank sowie 115 Euro für Lager- und Transportkosten zurück. Amtsrichterin Dagmar Frost signalisierte am Donnerstag, dass die klagende Untermieterin gute Chancen hat, den Zivilprozess zu gewinnen.

Vermieter soll eigenwillig sein

Der Untermietvertrag zwischen den beiden jungen Frauen war im Herbst 2017 nur für drei Monate abgeschlossen worden und diente wohl als Übergangs-Vereinbarung, um dem Vermieter den gleitenden Übergang schmackhaft zu machen. Allerdings konnten die Hauptmieterin und ihre Anwältin dem Gericht keinerlei beweiskräftiges Material vorlegen, dass der Vermieter eine feste Zusage gegeben hatte, mit der Untermieterin tatsächlich einen eigenen Mietvertrag abzuschließen. „Warum haben Sie den Vermieter nicht als Zeugen benannt?“, wollte Frost von der Beklagten wissen. Der Grund ist offenbar, dass dieser Mann von allen Seiten als sehr eigenwillig und unberechenbar beschrieben wird – und beide Seiten das Risiko scheuten, ihn vor Gericht zu zitieren.

Der Freund der Untermieterin, der bei dem Vertragsabschluss mit der Vormieterin dabei war, schätzte die Situation im Zuge seiner Aussage vor Gericht ganz treffend ein: „Wahrscheinlich waren wir etwas blauäugig.“ Die frühere Hauptmieterin bekannte, selbst auch keinen schriftlichen Mietvertrag mit dem Vermieter abgeschlossen zu haben, „ich bin damals auch über einen Untermietvertrag in die Wohnung gekommen“. Doch all das, so Richterin Frost, ändere nichts daran, dass sich aus dem Untermietvertrag kein Recht auf eine Neuvermietung ableiten lasse. Ihr Urteil in dieser Streitigkeit zwischen den zwei Studentinnen wird sie in drei Wochen sprechen. Sollte die ehemalige Hauptmieterin unterliegen und muss zahlen, könnte sie versuchen, den Abstand für ihre Möbel noch nachträglich vom Vermieter einzufordern – doch dies dürfte kein leichtes Unterfangen werden.

Von Michael Zgoll

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