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Hannover Rauchmelder piept hinter Zwischendecke und bringt Familie um Schlaf
Nachrichten Hannover Rauchmelder piept hinter Zwischendecke und bringt Familie um Schlaf
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09:15 13.08.2018
Rauchmelder können Leben retten – wenn sie ordnungsgemäß montiert sind. Quelle: dpa
Hannover

Die Mieter, die wenige Wochen zuvor in die frisch renovierte Wohnung in der Krausenstraße eingezogen waren, hatten keine Zweifel: Bei ihnen piept’s. Der durchdringende Ton wiederholte sich alle 30 Sekunden, brachte die Südstädter um den Schlaf. Vergeblich suchten sie die Räume ab, konnten die Quelle des nervtötenden Schalls zunächst nicht orten. Es dauerte, bis man den Störenfried fand – einen Rauchmelder, der nach dem Einziehen einer neuen Rigips-Zwischendecke an der regulären Zimmerdecke verblieben war. Mit dem schrillen Piepston tat das Gerät kund, dass seine Batterie nahezu erschöpft war. Die Bewohner minderten ihre Miete um knapp 200 Euro, die Zwischendecke musste geöffnet und später wiederhergestellt werden, und so schlugen schließlich Gesamtkosten von 616 Euro zu Buche. Diese Summe versuchte sich der Vermieter nun per Klage von einem Malerbetrieb zurückzuholen – fand bei Amtsrichter Reinhard Wiehe aber kein Gehör.

Die Wohnung im 2. Stock des Mehrfamilienhauses war in der zweiten Jahreshälfte 2016 modernisiert worden. Dabei hatte der Vermieter einen Elektriker beauftragt, alle alten Rauchmelder abzubauen. Nun läge die Vermutung nahe, dieser Handwerker habe geschlampt und eines der kreisrunden Geräte vergessen. Der Vermieter aber behauptete, der Elektriker habe seinen Job ordnungsgemäß erledigt, stattdessen hätten Mitarbeiter der Malerfirma den Rauchmelder neu montiert und dann die Zwischendecke eingezogen. Doch für diese Behauptung, so Richter Wiehe, habe der Kläger keinerlei Beweise geliefert.

Ein schlechter Scherz?

So sei es genauso gut möglich, urteilte das Gericht, dass der Elektriker den Rauchwarner übersehen habe, oder dass sich während der Bautätigkeiten im Haus ein anderer Handwerker einen Scherz erlaubt und das weiße Plastikteil wieder an die Decke geschraubt habe. Vielleicht hätten die Maler den Melder sogar gesehen und seien davon ausgegangen, der Elektro-Fachbetrieb habe die Batterie entfernt, oder die Mitarbeiter hätten den Deckel für eine Auf-Putz-Verteilerdose gehalten. „Grundsätzlich darf ein Handwerker darauf vertrauen, dass andere Unternehmen sachgerecht arbeiten“, erklärte Wiehe. Insofern sei die Malerfirma nicht verpflichtet gewesen, die vorangegangenen Arbeiten des Elektrikers „vertiefend zu überprüfen“.

Somit dürfte der Vermieter, sollte er nicht noch einen anderen Schuldigen finden, wohl auf den Kosten für die Piepston-Panne sitzen bleiben. Und die Mieter sollten erst dann wieder von einem ständig wiederkehrenden Warnton aufgeschreckt werden, wenn die Batterie eines anderen Rauchmelders erschöpft ist – der an ihrer abgehängten Zwischendecke bestens zu erkennen ist.

Von Michael Zgoll

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