Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Autofreier Sonntag in Hannover soll ein Fest werden
Nachrichten Hannover Autofreier Sonntag in Hannover soll ein Fest werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:44 27.05.2018
„Es soll ein großes Fest werden“: Dezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Mitte links) und Susanne Wildermann stellen das Programm zum autofreien Sonntag am 2. Juni vor. Quelle: Samantha Franson
Anzeige
Hannover

2008 hat es den ersten autofreien Sonntag in Hannover gegeben. Zehn Jahre ist das her – „das wollen wir kräftig feiern“, sagt Umwelt- und Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Der aktuelle autofreie Sonntag ist auf den 3. Juni terminiert: Ab 6 Uhr gibt es erste Straßensperrungen am Aegi, später in der gesamten südlichen Innenstadt. Bei gutem Wetter erwartet die Stadt deutlich mehr als 100 000 Besucher. Das Startsignal gibt Oberbürgermeister Stefan Schostok um 12 Uhr auf der Hauptbühne am Aegi, dort moderiert während der Gesamtveranstaltung bis 18 Uhr HAZ-Redakteur Jan Sedelies.

In den ersten Jahren war das Thema noch schwer umstritten, von der Ratsopposition und der Autolobby gab es heftigen Widerstand. Der hat sich gelegt. „Wenn in der Innenstadt Straßen zum Beispiel für den Marathon gesperrt sind, regt sich ja auch niemand auf“, sagt Stadträtin Tegtmeyer-Dette. Auch wenn der Rat ein Sparprogramm auferlegt hat und der autofreie Sonntag deshalb nur zweijährlich stattfindet, sei man sehr zufrieden mit der Entwicklung des Themas: „Hannover hat eine Vorreiterrolle eingenommen – andere Städte nehmen sich ein Beispiel an uns.“ In diesem Jahr kommt eine Delegation aus Dresden, um sich das Spektakel anzuschauen und eigene Lehren daraus zu ziehen.

Etwa 220 Initiativen, Vereine und Firmen beteiligen sich am autofreien Sonntag 2018 in Hannover www.hannover-autofrei.de. Fünf große Bühnen werden aufgebaut am Aegi, Friederiken- und Georgsplatz, vor der Oper und am Alten Rathaus. Es gibt natürlich viele Anschauungs- und Probierstände zum Thema nachhaltiger Mobilität unter anderem mit der „Fahrradmeile“ auf dem Leibnizufer, eine „Lebensstilmeile“ am Platz der Weltausstellung, Energiethemen werden am Aegi ausgestellt, die Funsportmeile auf dem Friedrichswall, eine Artistikmeile auf der Osterstraße und eine Tourismusmeile auf der Karmarschstraße, wo sich Anbieter von Nahtourismus präsentieren.

Schwerpunkt wird in diesem Jahr das Thema „Auf dem Weg zur inklusiven Stadt“. Auf allen Bühnen wirken Gebärdendolmetscher, es gibt Hörverstärker und Fahrdienste für Menschen mit Mobilitätsproblemen. Auch das Programmheft ist eigens als zusätzliche Sonderausfertigung in einfacher Sprache gedruckt. Fußball für Blinde oder Testfahrten im Rollstuhl: Die Programmpunkte sind sowohl für Menschen mit wie auch ohne Behinderung ausgelegt.

Organisiert wird der autofreie Sonntag vom Agenda-Büro der Stadt unter Leitung von Susanne Wildermann, die betont, dass die ursprünglichen Mobilitätsthemen „um eine große Bandbreite sozialer und kultureller Akteure erweitert“ worden sei. Auch Skeptiker sind dabei: Seit einigen Jahren hat die Initiative Klimakontroverse einen Stand beim autofreien Sonntag, deren Protagonisten bezweifeln, dass der menschengemachte Anteil am Klimawandel so hoch ist wie offiziell behauptet. „Wir haben anfangs überlegt, ob das passt“, gesteht Tegtmeyer-Dette: „Aber es ist eine gute Ergänzung zum Programm, und wir halten die anderen Ansichten aus.“

Eine Fahrradsternfahrt von den Umlandkommunen zum Zentrum soll es in diesem Jahr nicht geben – entsprechend auch keine temporären Straßensperrungen. Auch andere spektakuläre Aktionen, etwa eine testweise Sperrung von Spuren des Cityrings nach dem autofreien Sonntag, sind nicht geplant. „Wir wollen niemandem wehtun“, sagt Tegtmeyer-Dette: „Wir wollen vom autofreien Sonntag das Signal aussenden, dass Alternativen im Verkehrsverhalten Spaß machen können, dass man anders leben kann – und der Zuspruch der Besucher scheint uns recht zu geben.“

Die Sperrungen am Sonntag von 7 bis 22 Uhr betreffen mehrere Innenstadtstraßen. Zwei Durchlassstellen werden eingerichtet im Bereich Marstall/Burgstraße und Culemann-/Karmarsch-/Leinstraße. GVH-Tickets gelten statt für einfache Fahrten an dem Tag für Hin- und Rückfahrten. Für Anlieger ist ab Freitag tagsüber ein Servicetelefon geschaltet unter (05 11) 16 84 26 06. Das gesamte Programm und Infos zu den Sperrungen gibt es unter www.hannover-autofrei.de.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Frauen spielten in der Studentenbewegung von 1968 in Hannover kaum eine Rolle. Beate Schmidt war das egal. Sie machte einfach, was sie wollte.

27.05.2018

In Dresden ist eine Bombe bei der Entschärfung detoniert. Warum Weltkriegsbomben zunehmend gefährlicher werden, erklärt Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen, im Interview.

24.05.2018

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält nichts von den Ideen seines Kulturministers Björn Thümler (CDU). Der meinte, das Land solle das Sprengel Museum und die Herrenhäuser Gärten übernehmen.

27.05.2018
Anzeige