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Hannover Zoo-Eingang wird 20 Prozent teurer
Nachrichten Hannover Zoo-Eingang wird 20 Prozent teurer
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19:00 03.12.2018
Holz- und Glas dominieren den neuen Zoo-Eingang, wie er hier in einer Computer-Animation zu sehen ist. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Erneut gibt es schlechte Nachrichten aus dem Zoo Hannover. Der neue Eingangsbereich wird nicht nur deutlich später fertig, als geplant, er wird auch deutlich teurer. Das geht aus einer Vorlage für den Regionalplanungsausschuss der Regionsversammlung hervor, der für den Zoo zuständig ist. Bisher sollte der neue Zoo-Eingang rund 4,58 Millionen Euro kosten, jetzt rechnet der Zoo aber mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 1,04 Millionen Euro. Das entspricht einen Anstieg von mehr als 20 Prozent. Und das ist möglicherweise noch nicht alles: Zur Absicherung möglicher weiterer Kostensteigerungen werden Mittel in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro beantragt.

Der Zoo braucht Millionen von der Region

Wie berichtet, benötigt der Zoo, wie schon in früheren Jahren, wieder Zuschüsse der Region in Millionenhöhe, um die jährlichen Verluste auszugleichen. Der Zoo müsse regelmäßig finanziell ausgestattet werden. Denn mit einem klassischen Zoo lasse sich nicht so viel Geld verdienen, dass am Ende ein ausgeglichener Haushalt stehe.

Mit Ausnahme des Jahres 2014 hat der Zoo in der Vergangenheit Jahr für Jahr Verluste eingefahren. 2017 betrug das Minus 2,6 Millionen Euro, damit hat sich der Verlust gegenüber dem Jahr 2016 mehr als verdreifacht. Im Jahr 2015 lag das Minus bei rund 1,6 Millionen Euro. Ein Zoo sei immer ein Zuschussgeschäft, meint Casdorff. Wobei Hannover mit einem Kostendeckungsgrad von rund 90 Prozent schon sehr hoch liege. Vergleichbare Zoos würden deutlich schlechter wirtschaften, betont der Zoodirektor. Einen Kostendeckungsgrad von 100 Prozent werde der Zoo nicht erreichen, sagt Casdorff.

Auch das vor etwas mehr als einem Jahr eröffnete Panorama am Zoo, dass eigentlich dem Zoo zusätzliche Besucher und außerdem eine zusätzliche Einnahmequelle bringen sollte, läuft schlecht. Für das erste Jahr hatte der Zoo mit 280.000 Besuchern kalkuliert, im Aufsichtsrat wird die Zahl der tatsächlichen Besucher aber nur auf 50.000 bis 60.000 geschätzt.

Das zusätzliche Geld soll über Darlehen finanziert werden, für die der Zoo Ausfallbürgschaften von der Region Hannover erhält. Laut Vorlage für die Regionspolitik sei es aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen und demzufolge zu einer Erhöhung der prognostizierten Kosten gegenüber der ursprünglichen Planung gekommen. Im April 2016 waren die Kosten für das langgestreckte Gebäude aus Holz- und Glaselementen noch auf rund 2,6 Millionen Euro taxiert worden. Der Zoo begründet das unter anderem mit dem hohen Auftragsbestand in der Bauindustrie, den Mangel an Fachkräften im Handwerk und Tariferhöhungen im Baugewerbe.

 Die Kostenberechnungen seien zu einen sehr frühen Zeitpunkt gemacht worden und hätten immer eine gewisse Fehlertoleranz, sagt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. Es habe zum Teil massive Abweichungen zwischen den Kostenermittlungen und den Ergebnissen der einzelnen Ausschreibungen gegeben, berichtet er. Als Beispiel nennt er die aufwendige Holzfassade, die in den Planungen des Zoos mit 300.000 Euro berechnet wurde. Bei der ersten Ausschreibung habe der günstigste Bieter allerdings bei 900.000 Euro gelegen. Daraufhin habe der Zoo nach Einsparmöglichkeiten gesucht, jetzt betragen die Kosten für die Fassade 600.000 Euro, immer noch das doppelte des geplanten Betrags.

Die Baukonjunktur laufe so gut, dass viele Handwerksfirmen gar kein Interesse hätten, sich an komplizierten Ausschreibungsverfahren zu beteiligen, sagt Casdorff. Daher sei es schwierig für manche Gewerke überhaupt eine Firma zu finden. Aktuell sucht der Zoo nach einem Schlossereibetrieb, auf eine Ausschreibung hatte sich keine einzige Schlosserei beworben.

Bei künftigen Bauprojekten will der Zoo jetzt einen größeren finanziellen Puffer einberechnen. Und die Projekte, die in einigen Jahren geplant sind, müssten noch einmal überprüft werden. Im Frühjahr steht der Architektenwettbewerb für das neue Elefantenhaus an, in dem die Elefanten dann von Zoobesuchern auch in den Wintermonaten zu sehen sein werden. Kostensteigerungen sollen dabei vermieden werden. „Wir konzentrieren uns auf die Funktionalität“, sagt Casdorff. Für die neue Elefantenanlagen sind insgesamt 18 Millionen Euro eingeplant. Die Bullenanlage (3,2 Millionen Euro) und die Elefantenkuhanlage (2,5 Millionen Euro) sind bereits im Bau.

Von Mathias Klein

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