Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover So sollen Kioske bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt helfen
Nachrichten Hannover So sollen Kioske bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt helfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:45 16.04.2018
Hannover hat eine große Kioskdichte. Hier ist der Kiosk am Weißekreuzplatz zu sehen.  Quelle: Samantha Franson
Hannover

 “Kioske sind Kult in Hannover“, sagt die Leiterin des Kulturhaupstadtbüros, Melanie Botzki. Und diesen Kult will sie jetzt für die Bewerbung Hannovers zur europäischen Kulturhauptstadt nutzen.  Denn die Kioske sollen bei der Kandidatur eine wichtige Rolle spielen. Und möglicherweise auch dann, wenn Hannover für das Jahr 2025 zur Kulturhauptstadt ernannt wurde. Konkurrenten sind unter anderem Dresden, Leipzig, Kassel und Hildesheim

Ausgewählte Verkaufstellen unter anderem für Bier und bunte Tüten sollen in allen 13 Stadtbezirken zu Kulturhauptstadtkiosken werden. Dort sollen Anwohner die Möglichkeit haben, sich über die Bewerbung zu informieren, sich zu beteiligen oder einfach mit den Nachbarn zusammen zu kommen, berichtet Stadtsprecherin Anja Menge

Mit den Kulturhauptstadtkiosken will das Kulturhauptstadtbüro die Bürger in der ganzen Stadt erreichen und sie zur Beteiligung animieren. Denn eine der Vorgaben der Europäischen Union für die Bewerberstädte ist, möglichst viele Bürger zu beteiligen und neue Zielgruppen für kulturelle Arbeit zu erschließen. 

Vor kurzem hatte das Kulturhauptstadtbüro den Politiker des Kulturausschusses die laufenden Planung für die Bewerbung vorgestellt. Dabei ging es in erster Linie um den Zeitplan und und darum wie und von wem die Bewerbung vorbereitet wird. Einige Positionen wie ein strategischer Leiter oder Botschafter der Kulturhauptstadt Hannover müssen noch besetzt werden. Die Kulturkioske sollen eine wichtige Rolle bei der Auswahl von Inhalten für die Kulturhauptstadt spielen. 

Mit rund 230 Kiosken habe die Landeshauptstadt die höchste Kioskdichte in ganz Deutschland und eine der höchsten Kioskdichten in Europa. „Kioske in Hannover stehen für Nachbarschaft und bilden in vielen Stadtteilen einen wichtigen Faktor zur Versorgung der Anwohner“, sagt Menge. Sie seien Treffpunkte für alle Menschen, unabhängig von Alter und Gesellschaftsschicht. Damit trügen sie zum Miteinander in der jeweiligen Nachbarschaft bei. 

Mit den Kiosken haben Hannover unter den anderen Bewerberstädten ein Alleinstellungsmerkmal, sagt die Kulturhauptstadtbüroleiterin Melanie Botzki. Die Verkaufsstellen erzählten auch Geschichten von Gentrifizierung und Migration. Die meisten Kioske in Hannover werden inzwischen von Migranten betrieben.

Mit den Kioskenwürden „mehrere Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen, meint Botzki. Denn durch die Verkaufsstellen würden alle möglichen Zeilgruppen erreicht. 

Auftakt des Projekts für die Kulturhauptstadtbewerbung ist der erste Kiosktag in Hannover am 28. Juli dieses Jahres, den die HAZ unter anderem mit dem Kulturbüro organisiert. An diesem Tag gibt es zahlreiche Aktionen rund um die Kioske. Derzeit sind Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Verkostungsrunden in und an den Kiosken in Planung. Kinos wie das Apollo-Kino in Linden und das Lodderbast an der Berliner Allee präsentieren dabei Filme zur Kioskkultur. Die Koordination übernimmt die HAZ-Redaktion. Künstler und Kioskbetreiber können sich mit Ideen per Mail an hannover@haz.de mit dem Stichwort „Kioskkultur“ wenden. Am 28. Juli soll dann auch der erste Kulturhaupstadtkiosk präsentiert werden. 

Dieser Tag ist dann der Auftakt für die Beteiligung der Bürger an der Kulturhaupstadtbewerbung. Bis Ende Oktober sollen zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, die nach den Worten Botzkis „große Aufbruchstimmung in der Stadt erzeugen werden“. 

Von Mathias Klein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Mineralölkonzern Esso hat sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden: Drei Wochen nach dem Überfall auf eine Tankstelle in Uetze setzt das Unternehmen eine Belohnung für sachdienliche Hinweise auf die Täter aus.

16.04.2018

Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover haben ein Kinderporno-Forum im Darknet zerschlagen. Die Ermittler haben zwei Verdächtige festgenommen, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen wird vorgeworfen, Fotos und Videos verbreitet zu haben. Die Plattform hatte weltweit Zehntausende Nutzer.

19.04.2018

Die Zahl der Kinder, die bei der Einschulung nicht gut deutsch sprechen können ist hoch. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien zeigen starke Defizite. Geholfen hätte in vielen Fällen ein regelmäßiger Kita-Besuch.

16.04.2018