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Das ist der Zehn-Punkte-Plan für Hannovers Radler

Bike Conference Das ist der Zehn-Punkte-Plan für Hannovers Radler

Viele Vorschläge zur Verbesserung der Luftqualität in Hannover muten radikal an – und sind in anderen Städten doch schon umgesetzt. Auch eine Tiefgarage für 10.000 Räder am Hauptbahnhof und spektakuläre Brückenbauwerke sind in der Diskussion. Das ist der Zehn-Punkte-Plan der "Bike Conference".

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Die Situation der Radwege in Hannover muss sich dringend verbessern, fordern die Grünen.

Quelle: Bike Conference Hannover

Hannover. Die hannoverschen Grünen wollen den Ausbau des Radverkehrs in der Stadt mit Macht vorantreiben. So sollen auf Straßen mit hoher Stickoxidbelastung wie Cityring oder Vahrenwalder Straße für einen Probe-Zeitraum von zwölf Monaten die jeweils rechten Fahrspuren umgewidmet und für den Radverkehr bereitgestellt werden. Dies steht in einem Antragsentwurf zur Luftreinhaltung, der der Mitgliederversammlung des Grünen-Stadtverbands am Dienstag vorgelegt wird.

Neben etlichen Vorschlägen, die sich auf Autos sowie Busse und Bahnen beziehen, ist in dem Papier auch die Konkretisierung der Idee eines Radschnellwegs nach Laatzen zu finden. Auf hannoverschem Stadtgebiet will man auf den Maschsee-Radweg zurückgreifen, ab Wülfel Richtung Süden soll auf der Hildesheimer Straße testweise eine Auto-Fahrspur gesperrt werden. Weiterhin, so die Stadtverbands-Vorsitzende Gisela Witte, solle in jedem Stadtteil probeweise ein Fahrradparkhäuschen errichtet werden, um das allgemeine Interesse an solchen Unterstellmöglichkeiten auszuloten.

Die Mitgliederversammlung im Freizeitheim Vahrenwald ist öffentlich; zu der am Dienstag, 15. August, um 19 Uhr beginnenden Veranstaltung wird auch der Lungenfacharzt Prof. Hans Schweisfurth erwartet.

Zudem verabschiedete eine von den hannoverschen Grünen initiierte „Bike Conference“, an der verschiedene Organisationen und Bürger teilnahmen, im Freizeitheim Linden jüngst einen Zehn-Punkte-Plan. Rund 100 Teilnehmer wohnten dem Treffen bei; prominente Referenten waren der Utrechter Radverkehrsplaner Herbert Tiemens und der Berliner Verkehrswissenschaftler Heinrich Strößenreuther. „Wir können uns die Forderungen der Bike Conference durchaus zu eigen machen“, sagte Patrick Drenske, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, der HAZ.

  • Wahrhaft gigantisch muten die Zahlen an, die Fahrradkonferenz und Grünen in Hinblick auf neue Radparkplätze vorschweben. So sollten in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs 10.000 Abstellmöglichkeiten für Zweiräder geschaffen werden; doch kann man dies nur mithilfe einer speziellen Fahrrad-Tiefgarage umsetzen, wie es sie in vielen holländischen Städten bereits gibt. Weiterhin, so Drenske, sollten bis 2025 an allen Stadtbahn- und S-Bahn-Stationen 35.000 sichere, überdachte Radparkplätze entstehen, weitere 35.000 in den Wohngebieten der Stadt. „Ein Autoparkplatz verbraucht so viel Platz wie neun bis zehn Fahrräder“, gibt der Grünen-Politiker eine Antwort auf die Frage, woher der benötigte Platz kommen soll.
  • Neugebaute Radwege sollen grundsätzlich in rotem Asphalt angelegt werden.
  • Jährlich will man mindestens zehn Kilometer Schotterwege auf den Hauptrouten des Radverkehrs durch einen „allwettertauglichen Untergrund“ ersetzen.
  • Knotenpunkte sollen so umgestaltet werden, dass Radfahrer sie in einem Rutsch passieren können. Als Beispiele nennt Drenske den Knotenpunkt Vahrenwalder Straße / Hamburger Allee oder den Aegi. Hier wäre ein „schwebender Kreisverkehr“ wie am Hovenring, der für elf Millionen Euro über einen vielspurigen Auto-Knotenpunkt im niederländischen Eindhoven gebaut wurde, ein echtes Leuchtturm-Projekt – teuer, aber zur Förderung des Radverkehrs enorm attraktiv.
  • Jedes Jahr wollen die Visionäre in Hannover mindestens zehn Kreuzungen, die laut Unfallforschung am gefährlichsten sind, so umgebaut sehen, dass Abbiegeunfälle verhindert werden.
  • Die Anlage von Schutzstreifen für Radler auf der Fahrbahn, so die Teilnehmer der Fahrradkonferenz, sei zu vermeiden. Laut Drenske würden die Grünen jedoch an derartigen Schutzstreifen wie auf der Podbielski- oder der Königstraße als Minimallösung festhalten. Allerdings müsse der nebenher laufende Autoverkehr dort auf Tempo 30 heruntergebremst werden – ebenso wie im gesamten Stadtgebiet.
  • Entlang aller Hauptstraßen sollen mindestens zwei Meter breite Radwege angelegt werden. Damit will man zweispuriges Radfahren sowie den sicheren Betrieb von Lastenrädern gewährleisten; vorrangig sollen Hildesheimer Straße, Marienstraße, Vahrenwalder Straße und der Cityring umgebaut werden. „Auf der Hildesheimer Straße etwa würde das heißen“, so Drenske, „Autofahrspuren zu opfern, damit Radler sich nicht mehr über die schmalen Radwege und die Slalomstrecken an den U-Bahn-Portalen quälen müssen.“ Entlang anderer Hauptstraßen müsse man über den Wegfall von Autoparkplätzen nachdenken, um Platz für breite Radwege zu schaffen.
  • Fahrradstraßen abseits der Hauptverkehrstraßen will man aufwerten, indem sie für Autofahrer entweder komplett gesperrt oder nur noch für den Kfz-Anliegerverkehr freigegeben werden.
  • Der Anteil der Radfahrer am innerstädtischen gewerblichen Verkehr soll bis 2025 auf mindestens zehn Prozent steigen. Dazu sei hilfreich, so das Grünen-Ratsmitglied, bestimmte Ladebereiche in Fußgängerzonen ganztägig für Lastenräder freizugeben, ähnlich wie in Hamburg.
  • Zudem, so ein weiterer Vorschlag der engagierten Fahrrad-Förderer, solle die Stadt ein „preislich attraktives“ Verleihsystem mit mindestens 2000 Rädern aufbauen – inklusive Lastenrädern.
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