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Hannover Bredero-Streit geht vor das OLG Celle
Nachrichten Hannover Bredero-Streit geht vor das OLG Celle
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00:31 07.04.2018
Zankapfel: Um den Umbau der bisherigen Büroetagen im Turm des Bredero-Hochhauses Lister Tor gibt es Streit. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Weiter Stillstand im Bredero-Hochhaus hinterm Hauptbahnhof: Im Streit der Eigentümer, ob die Büroetagen 6 bis 16 zu Wohnungen umgebaut werden dürfen, muss jetzt das Oberlandesgericht (OLG) in Celle entscheiden. Ein Eigentümer hat einen sogenannten Amtswiderspruch bei der Grundbuchstelle des hannoverschen Amtsgerichts eingelegt. Er war bereits als Eigentümer im Grundbuch vorgemerkt, als die Umwidmung für die elf Etagen eingetragen wurde, ist aber nicht gefragt worden. Mit seinem Widerspruch verzögert sich die seit Jahren erwartete Modernisierung des Gebäudes. 

Amtsgerichtssprecher Jens Buck bestätigte an Mittwoch, dass es innerhalb der Grundbuchstelle unterschiedliche Rechtsauffassungen zu dem Vorgang gibt. Offenbar hatte 2017 die zuständige Mitarbeiterin entschieden, dass der Eigentümer nicht mehr gesondert um Zustimmung gebeten werden müsse. Ihre Nachfolgerin auf der Position sieht das anders – und hat die Entscheidung ihrer Vorgängerin revidiert. „Beide Rechtsauffassungen sind möglich“, sagt Buck. Deshalb sei es gut, dass jetzt das OLG den Fall behandele. 

Bitter ist der Vorgang sowohl für die Wohnungseigentümer aus den obersten Turmetagen wie auch für Investoren, die mit dem Umbau an mehreren Stellen des Gebäudekomplexes beginnen wollen. Den Amtswiderspruch hatte ein Münchener Projektentwickler eingelegt, der ursprünglich selbst Interesse hatte, die elf Etagen zu Wohnungen umzubauen, dabei aber nicht zum Zuge kam. Er hat eine 38 Quadratmeter große Wohnung im 20. Stock gekauft und kann daher nun als Eigentümer das Verfahren blockieren. Er widerspricht aber Gerüchten, ihm gehe es nur um Rache, und begründet sein Engagement damit, dass der Betonturm Wahrzeichen einer Architekturepoche sei, dessen Charakter nicht verändert werden dürfe. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass der Turmschaft statt Betonoptik eine Aluoptik und Balkone bekommt, Investor ist der hannoversche Familienbetrieb Dannenberg. 

Wie lange es dauert, bis das OLG den Fall behandelt, ist offen. Während der Dauer dürfen keine Eintragungen im Grundbuch vorgenommen werden, Verkauf oder Beleihung von Immobilienteilen ist gestoppt. Einen Schadenersatzanspruch gegen die Grundbuchstelle kann aber wohl niemand geltend machen: Es liegt kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vor.

Von Conrad von Meding

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