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Hannover Buch erinnert an das „Kommißbrot“
Nachrichten Hannover Buch erinnert an das „Kommißbrot“
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00:17 07.12.2018
Buch-Herausgeber Hans-Dieter Görg (rechts) nimmt mit Christian Jäger Platz in dessen Kommißbrot aus dem Jahr 1927. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Es gibt kaum ein Automobil, das ähnlich verspottet und belächelt wurde wie der Hanomag 2/10 – als Chausseewanze beispielsweise oder als Kohlenkasten. Weitaus bekannter wurde der erste Kleinwagen, dessen Serienproduktion die Hanomag in Hannover 1924 aufnahm, unter dem Namen Kommißbrot. „Der Volksmund hat ihn so getauft, wegen seiner zusammengeschobenen Form, die tatsächlich entfernt an ein Brot erinnert. Das Kommißbrot war aus Kriegszeiten noch ein präsenter Begriff“, sagt der frühere HAZ-Redakteur Dieter Tasch. Vergangene Zeiten: „Heutzutage würde eine Werbeagentur den Namen festlegen und eine entsprechende Kampagne inszenieren“, erklärt der 90-jährige Journalist, der die Buchpräsentation bei Leuenhagen & Paris auf der Lister Meile mit seinen geschliffenen Erzählungen bereicherte.

Tasch zählt zu den sechs Autoren, die Beiträge für das Buch geschrieben haben, das den schlichten Titel „90 Jahre Hanomag Kommißbrot“ trägt. Leser erfahren etwas über die Produktion der insgesamt 15.775 Kleinwagen, die in Linden vom Band liefen, und über die Entwicklung. „Die Hanomag musste sich nach dem Krieg überlegen, was sie statt der Rüstungsproduktion machen sollte“, berichtet Tasch. Die Antwort: Ein kleines Auto, das die Lücke schließen sollte zwischen Motorrad und den großvolumigen Erzeugnissen der frühen Automobilindustrie. Für die Herstellung griff man auf ein Verfahren zurück, die der Autopionier Henry Ford in Amerika etabliert hatte – die Fließbandproduktion.

Das Buch zieht seine Würze aber nicht so sehr aus den Fakten, sondern aus den vielen Geschichten und Anekdoten, die sich um den Hanomag 2/10 ranken und die die Autoren notiert haben. Wacker hat sich das kleine Cabrio zum Beispiel bei diversen Rennen geschlagen, darunter dem zur Eröffnung des Nürburgrings, das er in seiner Klasse gewann. Leser werden mitgenommen auf Touren durch die Alpen – der Kleine muss am Berg eine wahre Kletterziege gewesen sein – durch die Mittelgebirge oder die Norddeutsche Tiefebene. Welche Gemeinsamkeit das Kommißbrot und die Droschke der Romanfigur Eiserner Gustav haben, erfährt man auch.

Illustriert ist das Ganze mit Fotos, die das Historische Museum und private Sammler zur Verfügung gestellt haben. Eines zeigt ein Werbeplakat, auf dem es heißt: „Der Kleine Hanomag. Der billigste deutsche Qualitätswagen“. Auch so ein Werbeslogan wäre heute nicht mehr denkbar.

Das Buch „90 Jahre Hanomag hat 112 Seiten und zeigt mehr als 175 Fotos und Abbildungen. Erhältlich ist es im Buchhandel zum Preis von 24,90 Euro. Die ISBN lautet 978-3-981-3824-5-7.

Von Bernd Haase

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