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Hannover Büroflächen werden knapp
Nachrichten Hannover Büroflächen werden knapp
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17:17 26.09.2018
„Große Dynamik im Immobilienmarkt“ (v. r.): Die Wirtschaftsdezernenten Ulf-Birger Franz und Sabine Tegtmeyer-Dette mit Berater Andreas Schulten von Bulwien-Gesa präsentieren den Immobilienmarktbericht. Quelle: Villegas
Hannover

Die Stadt wächst: Allein die Zahl der Bürobeschäftigten ist in den vergangenen fünf Jahren um 15 000 Menschen auf 202 500 angestiegen – jetzt werden Büroflächen knapp. Obwohl in den vergangenen fünf Jahren 190 000 Quadratmeter Büros neu gebaut wurden, sinkt der Leerstand in diesem Jahr voraussichtlich unter drei Prozent. Nach den Wohnungsmieten steigen nun auch die Büromieten an, in Spitzenlagen betragen sie derzeit 15,50 Euro pro Quadratmeter. „Zusätzliche Büroflächen sind in Hannover dringend notwendig“, sagt Andraes Schulten von der Beratungsfirma Bulwien-Gesa. Sie unterstützt Stadt und Region beim jährlichen Immobilienmarktbericht, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

„Hannover erneuert sich – und das sieht man in der Stadt“, sagt Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Am Hauptbahnhof entsteht die neue Verwaltungszentrale der Bahn, an der Vahrenwalder Straße hat Vodafone das City-Gate Nord bezogen, Wabco hat am Lindener Hafen seinen Neubau eröffnet, an der Prinzenstraße und am Marstall sind frisch errichtete Büroimmobilien voll ausgelastet. „Die Neubauten sind gut für die Arbeitsplätze, aber auch gut fürs Stadtbild“, sagt Tegtmeyer-Dette. Für die kommenden Jahre sind mehrere Großprojekte vorgesehen, vor allem der Conti-Neubau am Pferdeturm, der 2021 fertig sein soll. Trotzdem seien weitere Neubauten nötig.

Im Vergleich mit anderen Städten seiner Größenklasse, etwa Nürnberg, Bremen oder Dortmund, steht Hannover beim Immobilienmarkt als Spitzenreiter da. Der Abstand zu Stuttgart, dem Schlusslicht der sogenannten A-Städte, ist aber im vergangenen Jahr etwas größer geworden: Dort sind mehr Büroflächen gebaut worden, der Leerstand ist geringer – die Mieten allerdings steigen auch stärker. Hannover sei als relativ ruhiger Markt inzwischen stark im Fokus internationaler Investoren, sagt Berater Schulten: „Sie fürchten eine mögliche Blase – das ausgeglichene Hannover ist für sie ein Wert.“ Nicht nur beim Büromarkt; auch in allen Bereichen des Immobilienmarkts geht es in Hannover den Kennzahlen zufolge aufwärts.

Logistik: Der Flächenumsatz hat sich 2017 um fast 50 Prozent auf 260 000 Quadratmeter erhöht. Hannover profitiere von seiner zentralen Lage in Deutschland, sagt Regions-Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. „Die Logistikbranche bietet die große Chance, mehr Menschen in Arbeit zu bringen, denn 90 Prozent der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.“

Hotels: 43 Hotels gibt es derzeit in der Stadt, zehn weitere sind aktuell in der Planung, denn Investoren sehen noch starke Spielräume. „Die Messen sind immer noch entscheidend für die Hotelauslastung, aber die Bedeutung des Städtetourimus´ wächst“, sagt Tegtmeyer-Dette. Derzeit blieben die Menschen durchschnittlich nur 1,7 Tage in der Stadt. Es gelte, Strategien zu entwickeln für längere Aufenthalte.

Wohnen: Bei Wohnungseigentum sind die Preise zuletzt deutlich stärker gestiegen als die Mieten, heißt es im Bericht. Trotzdem sei „die größte Baustelle“, das Schaffen von preiswerten Mietwohnungen, sagt Dezernent Franz: „Alle müssen die Ärmel hochkrempeln.“ Hannover sei aber derzeit stark dabei, neue Wohngebiete auszuweisen, sagt Dezernentin Tegtmeyer-Dette.

Handel: In den Innenstädten macht sich die Konkurrenz durch das Onlineshopping bemerkbar, die Mieten in Handelshäusern steigen nicht mehr. Tegtmeyer-Dette sagt, alle müssten Anstrengungen unternehmen, um die Innenstadt attraktiv zu halten – durch gute Gestaltung, aber auch Events.

Der Bericht wurde zum 16. Mal mit zahlreichen Partnern aus der Immobilienwirtschaft erstellt und auch dient als Vorbereitung für die Messe Expo-Real in München, auf der Hannover ab 8. Oktober wieder vertreten ist.

Von Conrad von Meding

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