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Hannover So schön war die Lange Nacht der Kirchen
Nachrichten Hannover So schön war die Lange Nacht der Kirchen
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23:36 07.09.2018
Der Kinderchor der Marktkirche eröffnet die Lange Nacht der Kirchen in der Marktkirche. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Gerhard Hagedorn motiviert. „Das klingt ja schon ganz fantastisch“, sagt der Gesangspädagoge. Rund 50 Frauen und eine Handvoll Männer sind in die Lukaskirche zum offenen Chorworkshop mit Hagedorn gekommen, darunter auch einige, die meinen, nicht so richtig gut singen zu können. Aber es macht allen Spaß, das ist an den fröhlichen Gesichtern deutlich zu sehen.

Bei der Langen Nacht der Kirchen am Freitagabend waren mehr als 33.000 Menschen auf den Beinen. In den Gotteshäusern wurde an diesem Abend nicht nur gesungen, sondern auch geredet, gegessen und auch gebetet. „Wir zeigen die große Fülle, die wir in unseren Kirchen bieten, in geballter Form an einem Abend“, sagte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann.

Organisiert vom evangelischen Stadtkirchenverband waren insgesamt 66 Kirchengemeinden beteiligt, darunter auch einige Gemeinden anderer christlicher Konfessionen. Die katholische Basilika St. Clemens, die in diesem Jahr 300 Jahre alt wird, war am Abend und in der Nacht unter der mit Lichtspielen erleuchteten Kuppel von jazzigen Klängen erfüllt, unter anderem mit dem Chorensemble Canta Nova und einer Jazzband aus Studenten der Hochschule für Musik und Theater.

In diesem Jahr stand die Lange Nacht, die alle zwei Jahre stattfindet, unter dem Titel „Freiräume“. Und jede Kirchengemeinde hat das Motto für sich interpretiert. Die Marktkirchengemeinde hat den großen Raum leer geräumt. Nur ein paar Stühle in den Seitenschiffen sind stehengeblieben, im Sitzen auf dem Kirchenboden oder im Stehen sangen die Kirchenbesucher mit Liedermacher Fritz Baltruweit und Stadtsuperintendent Heinemann Lieblingslieder. Und wer wollte, ließ sich zu später Stunde am Taufbecken der Marktkirche segnen.

Über Freiräume wurde auch diskutiert. In der Lukaskirche unter anderem mit Landessuperintendentin Petra Bahr, 96-Präsident Martin Kind und HAZ-Redakteur Michael B. Berger über den Sinn und Zweck von Feiertagen: „Die Gesellschaft braucht einen Rhythmus“, sagte Bahr. „Feiertage verbinden alle Menschen, wenn sie da sind. Weil sie da sind.“

In der Matthäuskirche drehte sich an diesem Abend alles um den Tanz. Vor dem Altar konnten sich dort Besucher zum Beispiel zu sphärischen Klängen bewegen. Erst wie Blätter im Wind, dann wie ein Blatt, das langsam vertrocknet.

Für den Propst der katholischen Kirche, Martin Tenge, ist die Lange Nacht der Kirchen eine „tolle Begegnungsmöglichkeit“. Menschen könnten Kirchenräume „auf sich wirken lassen, ohne gleich einen Gottesdienst zu besuchen“. Das sei auch für kirchenferne Bürger interessant, meint er. Und Heinenann sagte, die Lange Nacht habe ihn wieder mal beschenkt: „Mit Begegnungen, wunderbarer Musik und der Schönheit der Räume.“

Von Mathias Klein

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