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Hannover Lieber Container anstatt 32 Kinder in der Klasse
Nachrichten Hannover Lieber Container anstatt 32 Kinder in der Klasse
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00:39 03.03.2018
An der Bismarckschule sollen Container aufgestellt werden. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 Um dem Ansturm auf die Gymnasien besser gerecht zu werden, sollen kurzfristig schon ab diesem Sommer zusätzliche Container an der Schillerschule in Kleefeld und der Bismarckschule in der Südstadt aufgestellt werden. Das hat Stefan Rauhaus vom Fachbereich Schule am Mittwochabend im Schulausschuss der Stadt angekündigt. Damit solle verhindert werden, dass wie im laufenden Schuljahr teils sogar 32 Kinder in der Klasse sitzen, obwohl die Obergrenze eigentlich bei 30 liegt. Weil rund 54 Prozent der Fünftklässler auf einem Gymnasium angemeldet wurden und es zudem 134 Wiederholer gab, hatte die Landesschulbehörde eine Ausnahmegenehmigung zur Erhöhung der Klassenfrequenzen erteilt. 

Nach den Berechnungen der Stadt muss in den nächsten Jahren ein weiteres Gymnasium im Stadtgebiet eingerichtet werden, es wäre dann das 18. Insgesamt fehlen derzeit mindestens vier Gymnasialklassen. 

Bismarck- und Schillerschule bekommen jeweils zwei Container

An der Bismarckschule werden zum 1. August zwei Container aufgestellt. Platzbedarf habe die Schule erheblichen, sagt Schulleiter Heinrich Frommeyer, nicht zuletzt weil das eigentlich vierzügige Gymnasium bereits im Sommer 2016 zwei zusätzliche Klassen aufgenommen hatte, einmal im 5. und einmal im 10. Jahrgang. Auch die Schillerschule bekommt zwei sogenannte mobile Raumeinheiten. Man werde die nicht bestimmten Klassen zuordnen, sondern diese rotieren lassen, sagt Direktorin Beate Günther. Eine frühzeitige Planung sei der richtige Weg, um große Klassen zu vemeiden , so könnten auch die nötigen Lehrerstellen beantragt werden. 

Im Zuge der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren werden ohnehin alle Schulen mehr Platz benötigen. Eine Aufstellung über die jeweiligen Maßnahmen, die an den einzelnen Standorten notwendig sind, soll im April vorliegen.

Spezielles Angebot für Kinder mit geistiger Behinderung

Grundsätzlich sind im Zuge der Inklusion alle Regelschulen verpflichtet, auch Kinder mit Handicap zu unterrichten. Zum neuen Schuljahr sind sechs Gymnasien in Hannover besonders darauf vorbereitet, Schüler mit geistiger Behinderung aufzunehmen. Die könnten dann auch in Kleingruppen extra gefördert werden, berichtete Stefan Rauhaus im Schulausschuss. Damit man besser auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen kann, sollen die Gymnasien entweder zusätzliche Differenzierungs- und Hauswirtschaftsräume bekommen oder mit benachbarten Einrichtungen zusammenarbeiten, die schon entsprechend ausgestattet sind.

Die sechs Gymnasien, die explizit auch geistig behinderte Schüler aufnehmen wollen, sind die Bismarckschule, die Humboldtschule, das Kurt-Schwitters-Gymnasium, das dies schon seit Längerem macht, die Wilhelm-Raabe-Schule, die Herschelschule und die Helene-Lange-Schule. „Wir sind erst am Anfang und nicht perfekt, aber wir werden uns nach Kräften bemühen, das gut zu machen“, sagt der Leiter der Bismarckschule, Heinrich Frommeyer.

Insgesamt will die Stadt Kinder mit Handicap besser auf alle Schulformen verteilen. Bislang nehmen Integrierte Gesamtschulen und Oberschulen die meisten Schüler mit Beeinrächtigungen auf, Gymnasien die wenigsten, oft auch weil ihnen die räumliche Möglichkeit fehlt. dö 

Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern

Um die Zahl der Wiederholer zu reduzieren, wolle man die Eltern verstärkt beraten, keine Schule zu wählen, die ihr Kind von Anfang an überfordere, sagte Rauhaus. Ideal sei es, wenn ein Schüler an einer Schule starte und nicht wechseln müsse. Wenn jemand stets überfordert sei, könne das eine dauerhaft prägende negative Erfahrung sein. 

In Niedersachsen zählt der freie Elternwille. Das heißt, die Eltern können ihre Kinder bei der Schule ihrer Wahl anmelden. Die schriftliche Laufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit hatte die frühere rot-grüne Landesregierung abgeschafft, um den Druck von den Dritt- und Viertklässlern zu nehmen. Stattdessen sollten die Eltern habe zwei Beratungsgespräche mit den Grundschullehrern wahrnehmen und sich dort über die Stärken und Schwächen ihrer Kinder informieren. 

Die neue Große Koalition will jetzt bei Bedarf die schriftliche Laufbahnempfehlung wieder einführen. Eltern, die dies wünschten, könnten dies bei der Schule anfordern. Das steht in der Koalitionsvereinbarung. Noch fehlen allerdings die gesetzlichen Grundlagen  dafür. Ob es bereits für die Kinder, die jetzt in der 4. Klasse sind, auf Nachfrage eine Laufbahnempfehlung geben wird, ist unklar.

Von Saskia Döhner

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