Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover „Danke, dass es Vermieter gibt“
Nachrichten Hannover „Danke, dass es Vermieter gibt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 30.11.2018
Festakt in Herrenhausen (v. li.): Jürgen Gansauer, Dirk Toepffer, Rainer Beckmann, Mady Beißner, Reinhold Hilbers, Hauke Jagau und Cornelia Kupsch. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Jubiläumsempfänge sind eigentlich vor allem etwas für wohlwollende Worte. Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) aber nutzte den Festakt zum 125. Geburtstag von des hannoverschen Haus- und Grundeigentümerverbands für einen politischen Appell, der viele überraschte. „Schaffen Sie die Straßenausbaubeiträge nicht ersatzlos ab“, rief er den gut 150 Festgästen zu. Auch wenn die politische Stimmung derzeit dagegen spreche: Die Beteiligung der Eigentümer an den Ausbaukosten habe stets auch zu einem sparsamen Umgang geführt. Wenn in einigen Kommunen künftig alles vom Steuerzahler bezahlt werde, würden die Wünsche und damit auch die Kosten steigen.

Hauke Jagau: „Ohne Hauseigentumer fänden Tausende in Hannover keine Wohnung“

Die Forderung ist bei Immobilienbesitzern derzeit nicht populär. Jagau bekam trotzdem Applaus, weil er vor allem lobte, wie sehr Privateigentümer Verantwortung am Wohnungsmarkt zeigten. „Danke, dass es Vermieter gibt“, sagte er: Ohne das Engagement der Eigentümer fänden Tausende Hannoveraner keine Wohnung.

Finanzminister Reinhold Hilbers fordert Abbau von Bürokratie

Auch Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) unterstrich die Leistung der Privateigentümer. „Wer in Gebäude investiert, glaubt an die Zukunft“, sagte er und forderte zugleich einen Abbau von Bürokratie und schnellere Bearbeitung von Bauanträgen – das gibt bei Hausbesitzern immer Applaus.

Vereinsvorstand Rainer Beckmann unterstrich, dass der Eigentümerverein 1893 ins Leben gerufen wurde, um sich gegen Gängelung durch den Staat zur Wehr zu setzen. Dank der gut 12.300 Mitglieder in Hannover könne man nicht nur eine intensive Lobbyarbeit und viel Beratung bieten, sondern leiste auch viel Gutes. So habe man Patenschaften für den Maschsee- und den Leibnizpavillon übernommen und zweimal das Goldene Tor in Herrenhausen restauriert. Auch zum Wiederaufbau des Schlosses war sein Verband jahrzehntelang treibende Kraft. „Es ist immer ein emotionaler Moment, hier sein zu dürfen“, sagte er und versprach: „Wir werden auch in Zukunft nicht leiser werden.“

„Die Welfen waren uns schon immer lieb –und teuer“

Unter den Gästen gab es viele Gesprächsthemen. Der ehemalige Mieterbundchef Manfred Jonas plauderte mit dem ehemaligen Stadtrat Hans Mönninghoff über den Kauf von Schloss Marienburg, über den der ehemalige Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) in seinem Gastvortrag später spotten sollte: „Die Welfen waren uns schon immer lieb – und teuer.“ Garbsens Bürgermeister Christian Grahl (CDU) sprach mit Architekt Peter Grobe über neue Impulse für die Seenlandschaft Leinebogen westlich von Hannover. Regions-Planungsdezernentin Christine Karasch führte Gespräche mit Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya (CDU), der ehemalige Unipräsident Erich Barke unterhielt sich ebenso wie Innenstadt-Bürgermeisterin Cornelia Kupsch (CDU oder Landtags-Fraktionschef Dirk Toepffer.

Jürgen Gansäuer: „Beste Demokratie, die wir je hatten“

Alt-Landtagspräsident Gansäuer richtete den Blick als Hauptredner auf die Geschichte nicht nur der vergangenen 125 Jahre in Hannover. Der Bildvortrag des Historikers war wie immer garniert mit freundlichen Seitenhieben auf die Welfen und die wechselvolle Entwicklung der Region vom Kleinstaat-Fürstentum zum Teil der „freiesten Demokratie, die es je auf deutschem Boden gab“. Haus & Grund hat den Vortrag als Broschüre veröffentlicht.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Mann ist am Freitagvormittag im Hauptbahnhof Hannover bei einer Messerattacke schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Offenbar handelte es sich um einen Streit zwischen Obdachlosen. Probleme bereitet die Suche nach Zeugen.

01.12.2018

Stadtteilpolitiker sehen keine Probleme beim Wohnungsbauprojekt in der Wiesenstraße. Jetzt muss der Bebauungsplan für die drei Gebäude mit 34 Wohnungen noch den Rat passieren.

03.12.2018

Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld stimmt dem Antrag der Stadtverwaltung zu, eine Millionen-Förderung aus dem Programm „Soziale Stadt“ zu für Roderbruch prüfen.

30.11.2018