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Hannover Feuerwehrverband klagt über Gaffer in der Region
Nachrichten Hannover Feuerwehrverband klagt über Gaffer in der Region
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19:01 05.05.2018
Der Verbandsvorsitzende des Feuerwehrverbands der Region Hannover, Karl-Heinz Mensing, spricht vor den Delegierten. Quelle: Villegas
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Hannover

 Rund 200 Abgeordnete der Freiwilligen Feuerwehren der Region, der Berufsfeuerwehr, der Werksfeuerwehren und Gäste haben sich am Sonnabend im Regionshaus an der Hildesheimer Straße versammelt. Bei der Delegiertenversammlung ging es um die Entwicklungen und Herausforderungen des vergangenen Jahres. 

Unwetter, wie das Hochwasser im Sommer oder die Herbststürme, hätten „klar die Wichtigkeit unseres ehrenamtlichen Systems aufgezeigt“, sagte der Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Mensing. 98 Prozent der Feuerwehrleute in Niedersachsen sind ehrenamtlich tätig. Daher forderte Mensing eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt und nimmt dabei vor allem die Arbeitgeber in die Pflicht: „Das Brandschutzgesetz gibt freiwilligen Feuerwehrleuten zwar das Recht, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Das nützt aber nicht viel, wenn die Arbeitgeber nicht hinter ihren Mitarbeitern stehen.“

Vom niedersächsischen Brandschutzgesetz, das in den nächsten Wochen verabschiedet werden soll, erwartet der Regionsverband positive Neuerungen. So soll ein Fonds der Feuerwehr Unfallkasse (FUK) verbesserte Leistungen bei Gesundheitsschäden bieten. Ähnlich sieht es bei der Familienversorgung aus: 17 Freiwillige Feurwehrleute waren in den vergangenen zehn Jahren bei Einsätzen ums Leben gekommen. Eine Rente für Witwen oder Witwer gab es nur, wenn ein Trauschein vorlag. Das ändert sich nun.

Mehr Mittel durch Steuereinnahmen

Mensing erhofft sich außerdem eine Aufstockung der öffentlichen Mittel, die der Feuerwehr zugute kommen – die gestiegenen Steuereinnahmen sollen es möglich machen. Das Geld soll neben Ausrüstung auch in die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz fließen. In den Ausbildungszentren werden Feuerwehrleute bei Weiterbildungen in verschiedenen Themengebieten geschult. Auf der Delegiertenkonfernz wurden die dortigen Zustände bemängelt: Lehrgänge seien überfüllt, es fehle an Ausstattung: „Wir müssen dort den Probebetrieb  verlassen und auf den Normalbetrieb übergehen“, sagte der Verbandsvorsitzende Mensing. 1,5 Millionen Euro, die für niedersächsische Feuerwehrleute für Aus- und Fortbildungen zur Verfügung stehen, reichen nicht – der Feuerwehrverband der Region fordert fünf bis sieben Millionen Euro pro Jahr.

Probleme bei alltäglichen Einsätzen sieht Regionsverband weiterhin bei Unfallgaffern. Und das, obwohl das Filmen und Fotografieren seit Anfang März mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann. „Es schreckt nicht ab“, sagte Mensing. Eine leichte Besserung sei bei der Bildung von Rettungsgassen zu beobachten. Trotzdem wünschen sich die Einsatzkräfte hier mehr Mithilfe aus der Bevölkerung: Die Rettungsgassen werden häufig zu schnell aufgelöst, sodass nachrückende Einsatzkräfte nicht mehr hindurchkommen. 

Das ist die Delegiertenversammlung

Bei der Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes Region Hannover treffen sich einmal im Jahr die Abgeordneten der Berufsfeuerwehren, Freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren. Der Verband der Region Hannover vertritt 12.347 Mitglieder. 11.313 gehören den Freiwilligen Feuerwehren an. Der Verband der Region Hannover gehört zu den größten Niedersachsens. Neben Berichten des Vorsitzenden, Karl-Heinz Mensing sprachen auch der Regionsjugendfeuerwehrwart über die Nachwuchsarbeit. Als Gäste waren unter anderem auch Hannovers Bürgermeister Thomas Herrmann und die Regionsrätin Cora Hermenau als Gäste bei der Versammlung.

Von Manuel Behrens

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