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Hannover Kein Plan gegen Luftverschmutzung
Nachrichten Hannover Kein Plan gegen Luftverschmutzung
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00:18 19.10.2017
Von Andreas Schinkel
Wie kann der Schadstoffausstoß, den der  Kraftfahrzeugverkehr verursacht, reduziert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Luftreinhalteplan der Stadt Hannover. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Seit vielen Jahren hält Hannover den von der EU vorgeschriebenen Grenzwert für Stickstoffdioxid nicht ein. "72 Prozent der auf Hannovers Straßen gemessenen Stickstoffdioxid-Werte stammt von Dieselfahrzeugen", sagt der städtische Luftqualitätsexperte Dirk Schmidt. Besonders belastet sind Friedrich-Ebert-Straße, Marienstraße, Bornumer Straße und Vahrenwalder Straße.

Die Stadt stellt detailliert dar, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden, um die Luftwerte zu verbessern, und wie effektiv sie gewesen sind. Die schrittweise Umstellung der städtischen Fahrzeugflotte auf umweltfreundliche Antriebe habe zwar eine Vorbildfunktion, bringe aber wenig im Kampf gegen die Luftverschmutzung, sagt Schmidt. Auch ein verbesserter Verkehrsfluss durch intelligente Ampelschaltung habe nur geringe Wirkung.

Etwas stärkere Wirkung entfaltet der Umstieg vom Auto aufs Rad oder auf Stadtbahnen und Busse. "Wenn der Pkw-Verkehr um 10 Prozent reduziert wird, etwa weil die Menschen aufs Rad steigen, bringt das eine Reduktion von Stickstoffdioxid um 3 Mikrogramm pro Kubikmeter", sagt Schmidt. Das bedeute aber, dass auf hoch belasteten Straßen wie der Friedrich-Ebert-Straße der Fahrzeugverkehr um 50 Prozent verringert werden müsste.

Deutlich effektiver sind nach Ansicht des Umweltamts Fahrverbote für Dieselautos. Dafür müsse der Bund die gesetzlichen Weichen stellen. Die Einführung der blauen Plakette, die nur schadstoffarme Dieselmotoren in die City lässt, würde Stickstoffdioxid um bis zu 18 Mikrogramm reduzieren. Von einer Sperrung kompletter Straßen für den Dieselverkehr rät das Umweltamt ab. "Der Verkehr sucht sich andere Wege. Das Problem wird verlagert", sagt Schmidt.

Am Ende zieht das Umweltamt den Schluss, dass es kurzfristig keine Maßnahme gibt, die Hannover gegen die Luftverschmutzung ergreifen könnte."Daher können wir jetzt keinen neuen Luftreinhalteplan vorlegen", sagt Dezernentin Tegtmeyer-Dette.

CDU: "Die Stadt sollte mehr Mut zeigen"

Den Grünen im Rat ist das zu wenig. "Wir müssen mehr tun, etwa am Modellversuch Tempo 30 teilnehmen", sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Damit spielt er auf eine Initiative des Landes an. In einem wissenschaftlich begleiteten Versuch soll getestet werden, ob eine reduzierte Geschwindigkeit tatsächlich die Luftqualität verbessert und die Unfallgefahr mindert.

Die CDU hält die Absage an einen neuen Luftreinhalteplan für eine Kapitulation. "Und zugleich ist das eine Vorlage für ideologische Maßnahmen", meint CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk. Flächendeckend Tempo 30 und Fahrverbote seien mit der CDU nicht zu machen. Bei der Förderung des Fahrradverkehrs gehe man mit. "Die Stadt sollte mehr Mut zeigen", sagt Blaschzyk.

Die SPD gibt zu bedenken, dass es auch Menschen gibt, die auf das Auto angewiesen seien. "Es kann nicht jeder aufs Rad und auf die Bahn umsteigen", sagt SPD-Umweltexperte Philipp Kreisz. 

Dennoch steigt der Druck auf die Stadt Hannover. Wegen dreckiger Atemluft droht eine Klage von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Initiative HannovAir-Connection, ein Zusammenschluss von Umweltverbänden, fordert mehr Engagement. „Wenn die Politik nicht den Mut für eine echte Verkehrswende aufbringt,“ meint Ulrich Wilk vom Verkehrsclub Deutschland, „muss das Grundrecht auf Gesundheit gerichtlich durchgesetzt werden.“

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