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Hannover Die Innenstadt bekommt ein neues Hochhaus
Nachrichten Hannover Die Innenstadt bekommt ein neues Hochhaus
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00:18 13.04.2018
Neue Pläne: Regionale Entwickler wollen am Standort des alten Postscheckamts Wohnen und Läden errichten – und wohl auch ein Hochhaus. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

 Jetzt ist es besiegelt: Die Post hat das Areal des alten Postscheckamts Nikolakistraße an die hannoversche Unternehmensgruppe Baum verkauft. Gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen Meravis will Baum die Immobilie abreißen und auf dem Gelände Wohnungen und Geschäfte sowie eine Kita neu bauen. Auch ein Hochhaus auf dem südlichen Teil des Areals ist jetzt wieder im Gespräch. Es könne sich vielleicht sogar in der Höhe am Allianzhochhaus Brühlstraße ausrichten, sagt Johannes Aderholz, bei Baum für die Projektentwicklungen zuständig. Der Allianz-Bau hat 17 Geschosse. „Wir wollen derzeit nichts ausschließen, aber im Grundsatz ist dort ein Hochpunkt denkbar“, so Aderholz.

Hochhaus-Neubauten sind in der jüngeren Vergangenheit selten geworden in Hannover. Sie haben hier oft noch den Geruch von Sozialbauten – während sich in anderen Städten längst die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass das Wohnen hoch über den Dächern der Stadt schick ist. Das Bauunternehmen Gundlach hatte jüngst ein geplantes Hochhausprojekt im Pelikan-Quartier abgeblasen, mit Verweis auf Protest aus der Nachbarschaft, aber auch auf hohe Kosten. Hinterm Hauptbahnhof aber errichtet Investor Bernd Rathenow gerade einen 14-stöckigen Hotelneubau für die Steigenberger-Gruppe, Ende April ist Grundsteinlegung am Andreas-Hermes-Platz.

Jetzt also vielleicht auch im Nikolaiquartier. Baum und Meravis haben eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft gegründet, die Stadtquartier Goseriede GmbH. Sie soll die Erneuerung des 18 700 Quadratmeter großen Areals vorantreiben. „Wir wollen dort die letzte Schmuddelecke der Innenstadt aufwerten“, sagt Meravis-Chef Matthias Herter. Tatsächlich ist der Stadtraum zwischen Ernst-August-Galerie und dem neu entwickelten Klagesmarkt derzeit nicht sonderlich ansehnlich: Der Straßenstrich befindet sich dort, das 1973 in typischer Betonoptik errichtete Gebäude des alten Postscheckamts dominiert die Optik. Bis voraussichtlich 2021 bleiben Postbank und Tochterfirmen dort noch als Mieter, danach kann es abgerissen werden.

Dass derart große Flächen in der Innenstadt frei werden, ist selten geworden. „Ein Filetstück“, sagt Meravis-Chef Herter. Stadtbaurat Uwe Bodemann hat den Kommunalpolitikern jüngst vorgestellt, wie er sich eine Erneuerung des Gebietes vorstellt. Demnach soll es überwiegend sechsgeschossige Neubauten geben mit Wohnungen (darunter ein Viertel geförderter Wohnraum), einer Kita, Läden und Büros. Das städtische Konzept sieht vor, deutlich stärker zu verdichten als bisher. Über die Höhe der Bebauung sind noch keine Aussagen getroffen. Bisher erlaubt der Bebauungsplan maximal elf Geschosse – damit könnte ein Hochbau als Pendant zum DGB-Gebäude an der Celler Straße entstehen. Die Entwickler wollen jetzt mit der Spitze des Baudezernats ins Gespräch kommen. „Das Areal bietet gute Chancen bei nachhaltiger Entwicklung“, sagt Gregor Baum.

Angabe zum Preis des Projekts gibt es nicht. In der Branche wird von einem Kaufpreis von etwa 35 Millionen Euro gesprochen, die Gesamtentwicklung des Areals dürfte um die 200 Millionen Euro kosten. Aderholz und Herter wollen bis 2021 die Planung für die Erneuerung des Gebietes abgeschlossen haben. In jedem Fall solle es einen Architektenwettbewerb geben. „Wir wollen uns inspirieren lassen von den besten Ideen“, sagt Aderholz. Frühestens 2023 oder 2024 könnte die Neubebauung dann stehen.

Von Conrad von Meding

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