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Hannover 41.000 Schüler besuchen eine Berufsschule
Nachrichten Hannover 41.000 Schüler besuchen eine Berufsschule
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21:05 23.02.2018
Spitze in der IT-Ausbildung: Fabian Böttcher (re) vom Cima-Institut präsentiert den Bildungreport der Region, links Dezernent Ulf-Birger Franz.  Quelle: Katrin Kutter
Hannover

 Nach Nürnberg gehört Hannover zu den Gegenden mit den meisten Berufsschülern in ganz Deutschland: Nach dem aktuellen Bildungsreport 2018, der am Dienstag auf der Didacta vorgestellt worden ist, besuchen in der Region rund 41.000 Schüler eine Berufsbildende Schule (BBS). Gut die Hälfte von ihnen befindet sich in einer dualen Ausbildung, das heißt, die Jugendlichen gehen einen Tag oder zwei Tage in die BBS und arbeiten den Rest der Woche als Auszubildende in einem Betrieb. „All diesen jungen Menschen möchten wir eine berufliche Perspektive bieten“, sagt Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft und Bildung bei der Region. rein statistisch gesehen besuchen 38 von 100 Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren eine BBS, viele davon strebten nach der Ausbildung noch ein Studium an. Bei den Auszubildenden bei Volkswagen Nutzfahrzeuge sind dies etwa ein Drittel.

Region Hannover ist führend in der IT-Ausbildung

Gerade im Bereich der IT-Ausbildung sei Hannover führend, sagt Fabian Böttcher vom Cima-Institut für Regionalwirtschaft, das den Bildungsreport erstellt hat. Der Anteil der IT-Azubis an der Gesamtzahl der Lehrlinge sei mit 3,5 Prozent sehr hoch, konkret machen 650 Jugendliche eine Ausbildung in der Informations- und Kommunikationstechnologie. In der Region gibt es rund 2000 Betriebe in dieser Branche. 

Immer mehr Schüler strebten das Abitur an, berichtet Böttcher, das gehe zu Lasten der Real- und Hauptschulabschlüsse. Erfreulich sei, dass der Anteil der Schulabbrecher gesunken sei, nun aber stagniere. Zurzeit verlassen 500 Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss. Franz verweis auf die Ausbildungslotsen, die es mitterweile an 28 Schulen gebe, die helfen sollen, Schülern einen Job zu vermitteln.

45.000 Studenten an Hannovers Hochschulen

Auch zum Studium zieht es viele in die Landeshauptstadt, zurzeit sind mehr 45.000 Studenten an den elf Hochschulen der Stadt eingeschrieben, die meisten stammen selbst  aus der Region, zumindest aus Norddeutschland

Auffällig sei, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Arbeiternehmer unter 35 mit einem akademischen  Abschluss stets gewachsen sei, betont Böttcher. Viele junge Berufstätige mit Hochschulabschluss seien als Zuwanderer nach Hannover gekommen. Dorothée Rhiemeier, Leiterin des Fachbereichs Schule, verweist in dem Zusammenhang auf die Integrationsleistung an den BBSen. Ende 2017 hatten rund 630 Schüler in einer Sprintklasse Deutsch gelernt, von den Zuwanderern, die danach in eine Sprint-dual-Klasse gingen, würden 50 Prozent später einen Ausbildungsplatz erhalten. „Jetzt fehlt uns noch Sprint III, damit die jungen Leuten in der Ausbildung ihre Sprachkenntnisse weiter verbessern und dann auch ihre Prüfung schaffen“, meint Rhiemeier

Schwierig sei oft die Integration von Jugendlichen mit Handicap auf dem Arbeitsmarkt, sagt Franz. Damit sie nicht in einer Behinderten-Werktstatt landeten, müssten Betriebe verstärkt bei der Einrichtung entsprechender Arbeitsplätze unterstützt werden.

Mehr Kita- und Grundschulplätze nötig

Erhebliche Zuwächse sehen die Bildungsforscher in den nächsten zehn bis 15 Jahren bei den Kindern im Kita- und Grundschulalter, darauf müssten sich die Kommunen einstellen und entsprechende Plätze bereitstellen, heißt es. Knapp ein Drittel der unter Dreijährigen werde derzeit in Krippen oder von Tagesmüttern betreut, Tendenz steigend. Nachholbedarf gebe es bei den Kindern mit ausländsichen Wurzeln, sagt Franz.. Während  bei den Drei- bis Sechsjährigen 93 Prozent aller Kinder in einer Kita sind, liegt die Betreuungsquote bei den Migrantenfamilien nur bei 88 Prozent. 

Von Saskia Döhner

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