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Hannover Diese Baustelle ist eine Gefahr für Autofahrer
Nachrichten Hannover Diese Baustelle ist eine Gefahr für Autofahrer
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00:15 27.10.2017
Von Tobias Morchner
Bei Dunkelheit landen Autofahrer in der Baustelle - und benötigen dann die Hilfe der Polizei oder der Feuerwehr. Quelle: Lempfuhl
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Hannover

Die Baustelle an der Scheidestraße ist offenbar eine Gefahrenstelle für viele Autofahrer. Die Strecke von Kleefeld kommend in Richtung Pferdeturm darf derzeit eigentlich nicht befahren werden. Der Verkehr wird auf die Gegenfahrbahn geleitet. Doch regelmäßig, besonders bei Dunkelheit, passiert es, dass Autofahrer doch in der Baustelle landen - und dann die Hilfe der Polizei oder der Feuerwehr benötigen.

Viermal in den vergangenen sechs Wochen mussten die Helfer zur Scheidestraße ausrücken. „Zuletzt waren wir am Sonntag vor Ort, weil ein Autofahrer in die Baustelle geraten und sich dort auf den Stadtbahngleisen festgefahren hatte“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Doch es gab in der Vergangenheit offenbar noch eine Reihe weiterer Fälle, bei denen die Behörden gar nicht gerufen wurden.

Julien Lehmpfuhl arbeitet in einem Schnellimbiss an der Scheidestraße. Das Geschäft liegt unmittelbar an der Baustelle. „Ich höre es jedes Mal wenn es draußen rumst – dann weiß ich, es ist wieder ein Auto in der Baustelle gelandet“, sagt er. Er dokumentiert die Vorfälle mit seinem Handy. Die Fotos hat er inzwischen auch an die Stadt geschickt. Doch die Verwaltung teilte dem Augenzeugen lediglich mit, die Baustelle sei korrekt ausgeschildert. Auch eine Anfrage der HAZ wurde nur knapp beantwortet. Von Problemen in der Scheidestraße sei bislang nichts bekannt. Man wolle mit der Polizei Rücksprache halten, teilte eine Sprecherin mit.

Später hieß es dann: "Die Verwaltung nimmt die Unfälle der letzten Tage zum Anlass, die Absicherung der Baustelle zu optimieren." Zusätzliche LED-Markierungen sollen im Baustellenbereich befestigt werden. Zudem soll eine elektronische Schranke installiert werden. Die Baustelle ist derzeit nicht vollständig mit Baken abgesichert, weil an einer Stelle die Stadtbahn kreuzt und dort nicht genügend Platz ist. Doch genau an dieser Stelle fahren die Fahrzeuge regelmäßig in die Baustelle hinein. Werner Sporleder, der Chef des Unternehmens Baustellen Absperr-Service (B.A.S.), kann sich die Vorfälle nicht erklären. „Wir haben an dieser Baustelle deutlich mehr gemacht, als gefordert war“, sagt er.

Am Dienstagmorgen bekamen auch zahlreiche Üstra-Kunden die Folgen zu spüren. Nach Angaben der Feuerwehr Hannover war ein 40-Tonner gegen 6 Uhr in die Baustelle gefahren. Der Stadtbahnverkehr der Linien 4 und 5 musste vorübergehend unterbrochen werden. Die Feuerwehr half dem Fahrer, den Lastwagen wieder aus der Baustelle zu manövrieren.

Die Schwierigkeiten an der Scheidestraße entstehen offenbar deshalb, weil die Baustelle wegen der Stadtbahn nicht vollständig mit Baken abgesperrt werden kann. Es ist mit dem Auto problemlos möglich, von der Kirchröder Straße kommend den gewohnten Weg in die Scheidestraße Richtung Pferdeturm einzuschlagen, weil keine Bake den Weg versperrt. Wer das versucht, landet allerdings in der Baustelle, die wegen der derzeit fehlenden Fahrbahndecke etwa 20 Zentimeter tiefer liegt. Die Absperrung kann an dieser Stelle nicht aufgestellt werden, weil sie sonst auch der Stadtbahn den Weg versperren würde, die weiterhin in Richtung Innenstadt fährt. Die Beschilderung sowohl in der Kirchröder Straße als auch in der Scheidestraße ist unübersichtlich und warnt nicht vor der eigentlichen Gefahr.

Noch hat sich an der Stelle kein schlimmer Unfall ereignet. Die Autofahrer, die in der Baustelle gelandet sind, kamen meist mit dem Schrecken davon. Doch wie viel Verwirrung die Baustellenbeschilderung an der Stelle verursachen, beweist möglicherweise ein Vorfall vor gut zwei Wochen. Damals begann eine Geisterfahrt unter Umständen an genau dieser Baustelle.

Eine 76-Jährige fuhr am Abend des 7. Oktober an der Anschlussstelle Pferdeturm in falscher Richtung auf den Messeschnellweg auf. In Höhe der Auffahrt Zuschlagstraße kollidierte ihr Wagen mit einem entgegenkommenden Ford. Die 76-Jährige wurde dabei schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatte die Seniorin im Bereich einer Baustelle wegen der Beschilderung die Orientierung verloren. Bis heute ist unklar, aus welcher Richtung die Frau gekommen ist. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass sie aus Kleefeld kam und dann als Geisterfahrerin auf dem Messeschnellweg ihre Fahrt fortsetzte.

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