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Hannover Stadt intensiviert Bemühungen um mehr Sauberkeit
Nachrichten Hannover Stadt intensiviert Bemühungen um mehr Sauberkeit
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06:30 03.11.2018
Schrottfahrräder wie hier an der Ecke von Hildesheimer Straße und Bernwardstraße blockieren häufig die allzu wenigen Fahrradbügel. Quelle: Michael Zgoll
Döhren-Wülfel

 Die Bemühungen der Verwaltung, Sicherheit und Sauberkeit in Hannover zu fördern, nehmen immer mehr Konturen an, und auch Verbesserungsvorschläge werden offenbar eingearbeitet. So soll es ein Pilotprojekt für längere Einsatzzeiten der Ordnungsdienst-Mitarbeiter geben, wie Finanz- und Ordnungsdezernent Axel von der Ohe in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel erläuterte. Eigentlich wollte die Stadt die Mitarbeiter von 8 bis 22 Uhr patrouillieren lassen, nun sollen die Kontrollgänge partiell auch bis 24 Uhr dauern. Der Dezernent war bei der zweiten Sondersitzung des Bezirksrats zum Konzept „Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum“ prominentester Gast und stand Politikern und Zuhörern zwei Stunden lang Rede und Antwort.

Herumfliegender Müll auf Straßen und Wegen stört viele Stadtteilbewohner. Quelle: Michael Zgoll

Die Zahl der von der Stadt eingestellten Ordnungsdienst-Mitarbeiter ist wieder ein Stück gestiegen, jetzt sind es rund 40. „Bis Ende des Jahres werden wir alle 50 angestrebten Stellen besetzt haben“, prophezeite von der Ohe. Bislang im Stadtbezirk ausgemachte Brennpunkte der kommunalen Einsätze seien das Amerikaviertel, der Lehrter Platz und der Rübezahlplatz (alle in Mittelfeld gelegen) sowie der Spielpark Döhren. „Generell ist Döhren-Wülfel aber kein Schwerpunktbezirk für unseren Ordnungsdienst, hier leben weit überwiegend vernünftige Bürger“, meinte der Dezernent.

Politiker und Zuhörer benannten eine Reihe von Problemen, die sie bekümmern. Darunter waren etliche Dauerbrenner: Schrottfahrräder, die Fahrradbügel blockieren und Müllbehälter, die von Krähen geplündert werden oder für Feiern auf öffentlichen Plätzen zu knapp dimensioniert sind. Auch Müll im Straßenraum oder die latente Knappheit von Hundekotbeuteln in öffentlichen Spendern waren Themen.

Die Spender für Hundekotbeutel sind oft leer - möglicherweise springt aha in die Bresche. Quelle: Michael Zgoll

„Wir überlegen, in Grünanlagen wie dem Maschpark größere Mülleimer aufzustellen“, sagte Mathias Quast, Leiter der Stadtreinigung von aha. Auch die Beseitigung von Schrotträdern und –autos intensiviere man derzeit. „Bislang wurden Altautos, die wir mit orangenen Aufklebern kennzeichneten und die wir nach vier Wochen hätten entsorgen können, von Autohändlern nach Ablauf der Frist einfach umgeparkt“, berichtete Quast. Jetzt koste das Anbringen eines Aufklebers 70 Euro Verwaltungsgebühr, das habe schon zu einer leichten Verbesserung der Situation geführt.

Zudem prüft aha, die Verteilung von Hundekotbeuteln flächendeckend in der Stadt zu übernehmen. „Das kostet aber viel Geld, das wir uns über erhöhte Gebühren zurückholen müssten“, gab der Stadtreinigungschef zu bedenken. Grundsätzlich sei es richtig, die Hundehalter bei der Entsorgung der Hinterlassenschaften ihrer Tiere in die Pflicht zu nehmen; schon jetzt koste es einen Halter bis zu 90 Euro, wenn er einen von seinem Tier verursachten Hundehaufen nicht beseitige. „Es gibt sogar schon Städte“, wusste Quast zu erzählen, „wo Hundehalter, die bei Kontrollen nicht im Besitz von Hundekotbeuteln sind, von Haus aus 10 oder 20 Euro Strafe zahlen müssen.“

Ordnungsdienst am Telefon

Axel von der Ohe wies darauf hin, dass es bald eine Handy-App geben wird, mittels derer man bei der Entdeckung von illegal entsorgtem Müll ein Foto und einen kurzen Text an aha schicken kann. „Aber nach wie vor kann man sich auch direkt an den Abfallwirtschaftsbetrieb oder den Ordnungsdienst wenden“, versicherte der Dezernent. Zum 1. Januar 2019 solle zudem eine einheitliche und einprägsame Telefonnummer freigeschaltet werden, mit der man den Ordnungsdienst erreichen kann – synchron zu den Einsatzzeiten, also bis 22 oder 24 Uhr. Per E-Mail kann man die Ordnungskräfte schon jetzt unter der Adresse Ordnungsdienst@hannover-stadt.de anschreiben.

Wer der Verwaltung und aha seine Sorgen in Hinblick auf Sicherheit und Sauberkeit persönlich unterbreiten möchte, hat dazu in wenigen Tagen Gelegenheit. Beim Freitagsmarkt auf dem Fiedelerplatz in Döhren werden die Bürger am 16. November ab 11.30 Uhr einen Infostand der Stadt finden.

Von Michael Zgoll

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