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Hannover Hilft es wirklich, Ampeln nachts abzuschalten?
Nachrichten Hannover Hilft es wirklich, Ampeln nachts abzuschalten?
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10:46 14.05.2018
 Werden nachts immer mehr Ampeln abgeschaltet?  Quelle: dpa
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Hannover

  Dunkle Ampeln in der Nacht sollen in vielen niedersächsischen Städten nerviges Warten für Autofahrer verhindern und für bessere Luft sorgen. In Oldenburg etwa bleiben 78 von 94 Anlagen nach Angaben der Stadt aus. „In den Abend- und Nachtstunden ist das Verkehrsaufkommen so gering, dass auch bei abgeschalteter Verkehrssignalanlage ein sicherer Verkehrsablauf möglich ist“, sagte ein Stadtsprecher. 

Inzwischen werden in der Landeshauptstadt nachts mehr als ein Drittel aller Ampeln abgeschaltet sind. Das bringt nach Auffassung einer Ratsmehrheit flüssigeren Verkehr, sauberere Luft und weniger Lärm. Eine dpa-Umfrage in mehreren größeren Städten des Landes ergab, dass viele, aber längst nicht alle Orte auf dunkle Ampeln zählen. In Göttingen etwa wird darauf weitestgehend verzicht. 

 Auch der ADAC ist kritisch. Im Kampf gegen Lärm und schlechte Luft helfen dunkle Ampeln nach Ansicht des Automobilclubs nicht weiter. Durch den geringen Verkehr sei kein spürbarer Effekt auf die Emissionswerte zu erwarten, sagte ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Kostengründe lässt sie ebenfalls als Argument nicht gelten. Der Einsatz moderner LED-Technik könne die Betriebskosten hingegen deutlich reduzieren.  

In Göttingen teilt man diese Meinung. Nachts würden in der Regel keine Ampeln ausgeschaltet, sagte Verwaltungssprecher Dominik Kimyon. Angesichts der heutigen LED-Leuchten entstünden durch ein Abschalten nahezu keine Vorteile in Bezug auf die Energieeinsparung. Nur in seltenen Ausnahmen werde aus Verkehrsgründen abgestellt.

 Viele andere Städte setzen hingegen auf dunkle Ampeln in der Nacht. So bleibt ein Großteil der Anlagen in Emden aus. Auch in Braunschweig werden, wenn es Sicherheit und Verkehrsaufkommen erlauben, nachts Lichtsignalanlagen abgeschaltet. „Die Abschaltung betrifft etwa 30 Prozent der Ampeln“, berichtete ein Sprecher der Stadt. Und in Wolfsburg bleiben zwischen 23 Uhr und 5.30 Uhr sogar 60 Prozent der Ampeln aus. In Bremen gehen rund 40 Prozent der Ampeln in die Nachtschaltung.  

ADAC sieht Maßnahmen kritisch

„Wir sind aus den Erfahrungen früherer Jahre eher zurückhaltend, was das Abschalten der Ampeln über Nacht angeht“, sagte hingegen eine Sprecherin der Stadt Lüneburg. Eine Diskussion darüber habe es schon vor Jahrzehnten gegeben. Da es aber schwere Unfälle gegeben habe, blieben die wichtigen Ampeln nachts eher an, auch um Geschwindigkeit rauszunehmen.  

Der ADAC verweist auf eine Studie zur Abschaltung von der TU Dresden aus dem Jahr 2005, nach der sich die Unfallkostenraten an Knotenpunkten verdoppelt haben sollen, weil die Unfälle deutlich schwerer ausfallen. Als Alternative zu Nachtabschaltungen plädiert der ADAC für verkehrsabhängige Signalprogramme oder Anforderungsschaltungen, um unnötige Wartezeiten und Beschleunigungsvorgänge zu vermeiden. 

Von Christian Brahmann, dpa

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