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Hannover Einbrecher dringen mit Flambierbrennern in Häuser ein
Nachrichten Hannover Einbrecher dringen mit Flambierbrennern in Häuser ein
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00:15 28.10.2017
Von Tobias Morchner
Mit einem kleinen Küchen-Gasbrenner, eigentlich zum Flambieren gedacht, brennen die Täter ein Loch in den Kunststoffflügel und öffnen so das Fenster. Fotos: Schaarschmidt/Gallop Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Einbrecherbanden in Stadt und Umland sind derzeit mit einer neuen Methode unterwegs, um an ihre Beute zu gelangen. Mit einem handelsüblichen Flambierbrenner brennen sie ein Loch in die Kunststoffrahmen von Gebäudefenstern oder Terrassentüren. Anschließend schieben sie einen zurechtgebogenen Drahtbügel oder den Metallgriff eines herkömmlichen Wassereimers durch das Loch und öffnen damit die Fenstergriffe, wenn diese nicht abschließbar sind. 22 Fälle registrierte die Polizei im Zeitraum zwischen Juli und September im Stadtgebiet und in Langenhagen.

„Die Brenner sind klein, handlich, leise und überall zu bekommen“, sagt Michael Fritsch vom Dezernat für Technische Prävention. Es dauere zudem nur wenige Sekunden, bis die Flamme sich ihren Weg durch den Kunststoffflügel gebahnt habe. „Die Täter kommen gerne nachts, wenn die Opfer gerade schlafen“, sagt Fritsch.

Einbrecher haben die Ruhe weg

Nach Einschätzung des Präventionsexperten gehen die Einbrecher zudem immer dreister vor. Galt in der Vergangenheit noch die Maxime, dass die Täter von ihrem Vorhaben ablassen, wenn es ihnen zu lange dauert, in ein Haus oder eine Wohnung einzusteigen, haben die Verbrecher heute offenbar die Ruhe weg. „Sie agieren nach dem Motto: Wenn ich schon einmal da bin, dann bringe ich es auch zu Ende - egal wie lange es dauert“, sagt Fritsch. Scheiterten sie mit einer Einbruchsmethode, probierten sie die nächste aus, so lange, bis sie sich Zugang zu dem Objekt verschafft haben. „Da ist momentan ganz offensichtlich eine andere Tätergeneration unterwegs“, sagt er.

Trotzdem gelingt es der Polizei offenbar regelmäßig, Einbrecher dingfest zu machen. Ende September nahmen die Beamten eine in Hannover ansässige, aber landesweit agierende Einbrecherbande fest. Die 28, 29 und 41 Jahre alten Männer stammen aus Südosteuropa und sollen nach Angaben der Polizei für 27 Einbrüche verantwortlich sein. Ihr Werkzeug war allerdings nicht der Flambierbrenner sondern ein Bohrer. Sie bohrten damit Locher in die Kunststoffrahmen der Fenster. Dann kam ein gebogener Draht zum Einsatz, schon waren die Täter in den Wohnungen. „Es gibt inzwischen sogar ein spezielles Werkzeug für diese Technik zu kaufen - einen Metallstab mit einem Knickgelenk“, sagt Fritsch.

Abhilfe gegen Einbrüche mit Flambierbrenner oder Bohrer können unter anderem Fenster mit abschließbaren Griffen schaffen. „Ein Griff mit Druckknopf ist keine ausreichende Sicherung. Den bekommen die Täter mit einem zweiten Drahtbügel trotzdem auf“, sagt Fritsch. Die Griffe und die Fenster selbst sollten allerdings gewisse Normen erfüllen, raten die Präventionsexperten.

Schutz vor Einbrüchen

Die Präventionsabteilung der Polizei gibt Hinweise zur Sicherung der Wohnung. Unter Telefon (05 11) 1 09 11 14 können Termine vereinbart werden, bei denen Polizisten vor Ort Beratungen anbieten. Bis zu diesem Sonntag, dem Tag des Einbruchsschutzes, informiert die Polizeidirektion Hannover zudem auf Facebook und Twitter mit Kurzfilmen über die Sicherung der Wohnung.

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