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Hannover Teile der Üstra-Videobänder bereits gelöscht
Nachrichten Hannover Teile der Üstra-Videobänder bereits gelöscht
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00:18 09.09.2018
Die 76-Jährige wurde bis Montagnacht im vierten Stock dieses Rohbaus festgehalten. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

Im Fall der mysteriösen Entführung einer 76-Jährigen hat jetzt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die Beamten können aber weiterhin nicht sagen, weshalb die Seniorin am vergangenen Wochenende mehr als 33 Stunden von zwei Räubern in einem Rohbau in Seelhorst festgehalten wurde. „Etwas Vergleichbares habe ich in Hannover noch nicht gehört“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge, „das ist wirklich eine sehr ungewöhnliche Sache.“

Völlig ungeklärt ist immer noch die Frage, weshalb die beiden serbisch sprechenden Männer die gehbehinderte 76-Jährigen aus einer Stadtbahn der Linie 6 entführt hatten. Anderthalb Tage musste die Frau im vierten Stock des Rohbaus am Döhrbruch ausharren, sie wurde zudem mit einem Messer bedroht und musste ihre Handtasche abgeben. Am Montag gegen 1 Uhr erhielt die Seniorin unvermittelt all ihre Wertsachen zurück und durfte gehen – die Räuber hatten der Frau nichts angetan. „Wir sind nicht in der Lage zu sagen, was mit der Tat bezweckt werden sollte“, so Klinge.

Spurenlage bestätigt Opfer

Dennoch halten die Ermittler an der Glaubwürdigkeit der 76-Jährigen fest. „Es gibt eine ganze Reihe von Details in den Schilderungen des Opfers, die sich durch die Spurenlage im Rohbau bestätigt haben“, sagt Klinge. Genauer wird er jedoch mit Blick auf die noch laufenden Untersuchungen nicht. Mittlerweile sind drei Zeugenhinweise bei der Polizei eingegangen, das Opfer selbst soll in den kommenden Tagen erneut vernommen werden. Am Freitagmittag suchte zudem ein Spürhund der Polizei zwischen Haltestelle August-Madsack-Straße und Rohbau nach möglichen Spuren der Räuber.

Wenig Erfolg hatte bislang offenbar die Auswertung der Üstra-Videobänder. Die Aufnahmen aus der Stadtbahn, die die Entführer hätten zeigen können, waren bei Sicherstellung tatsächlich bereits gelöscht. Die Sequenzen werden nach 24 Stunden überschrieben. „Mit den Aufnahmen aus der U-Bahnstation Aegidientorplatz ist es offenbar auch schwierig“, sagt Klinge. Sonnabends gegen 15.30 Uhr sei dort sehr viel los, weshalb eine Auswertung kompliziert sei. Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise unter Telefon (0511) 109 36 20.

Von Peer Hellerling

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