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Hannover Erste Kunden wollen zurückkommen
Nachrichten Hannover Erste Kunden wollen zurückkommen
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00:18 02.12.2018
Nach der Tierquälerei-Vorwürfen hatten sich zahlreiche Großkunden von Leine-Fleisch abgewandt. Quelle: Astrid Köhler
Hannover

Erste Kunden sind bereit, dem Laatzener Schlachter Leine-Fleisch eine zweite Chance zu geben. Im Betrieb darf weiter geschlachtet werden – zu dem Ergebnis kam das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bei einer unangekündigten Überprüfung von Leine-Fleisch. Das Laves ist in Niedersachsen die zuständige Behörde für das Erteilen, Aussetzen und den Entzug von Zulassungen von EU-Betrieben. „Betriebliche Mängel bei der Anwendung des geltenden Tierschutzrechts“ hätten sich bei der Kontrolle nicht ergeben.

Rehabilitation des Schlachthofes

Als einer der ersten regionalen Abnehmer hatte der Wurst-Basar aus Ronnenberg seine Geschäfte mit Leine-Fleisch ruhen lassen. Dass man die Geschäfte mit Leine-Fleisch wieder aufnimmt, ist nun wahrscheinlich. „Die Meldung von Laves, dass keine Beanstandungen gefunden wurden, haben wir bekommen – in den nächsten Wochen werden wir aber noch keine neue Ware von Leine-Fleisch beziehen“, erklärt Wurst-Basar-Geschäftsführerin Susanne Hinsemann. Das liege unter anderem daran, dass die Lieferpläne bereits gemacht wurden. „Ich bin allerdings für die Möglichkeit einer Rehabilitation“, sagt Hinsemann. Sobald der Betrieb und auch Laves glaubhaft versichern können, dass alle Vorschriften eingehalten werden, sehe sie keinen Grund, die Geschäftsbeziehungen zu Leine-Fleisch nicht wieder aufnehmen.

„Regionale Betriebe wichtig“

„Die kleinen und regionalen Betriebe sind für uns und unsere Kunden wichtig. Die Schweine sollen zum Beispiel keine weiten Transportwege haben“, erklärt Hinsemann. Der Wurst-Basar erhalte nur einen kleinen Teil der Waren von Leine-Fleisch, „deshalb konnten wir auch so schnell reagieren und erstmal keine Lieferungen annehmen“, sagt Hinsemann. Der Großteil der Wurst-Basar-Ware käme aus dem Großraum Osnabrück. Auch Aldi, Real und Kaufland hatten ihren Geschäftsbeziehungen mit Leine-Fleisch nach den Tierquälerei-Vorwürfen beendet.

Kontrollen zeigten nur geringe Mängel

Der Laatzener Betrieb wurde seit 2011 alle zwei Jahre von Laves kontrolliert. Die Beanstandungen wie Kondenswasserbildung an der Decke und unzureichend verkleidete Wände seien behoben worden, teilt Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt mit. „Verstöße im Tierschutzbereich lagen nicht vor.“ Als 2017 der Betreiber des Betriebes wechselte, sei erneut eine Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen durchgeführt worden. „Dabei wurden geringe bauliche Mängel festgestellt, zum Beispiel Rost an einem Ventilatorengitter und Korrosionen an Metallteilen“, so Schrandt.

Anzeige wegen Tierquälerei

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Verein Deutsches Tierschutzbüro Anzeige wegen Tierquälerei gegen Verantwortliche von Leine-Fleisch erstattet hat. Mit heimlich aufgenommenen Videos will der Verein beweisen, dass bei Leine-Fleisch Schweine unnötig mit Elektroschockern traktiert wurden. Die sogenannten Treibstäbe dürfen nur äußerst zurückhaltend eingesetzt werden. Auf Bildern ist allerdings zu sehen, wie der Mitarbeiter eines Subunternehmers die Tiere immer wieder mit Elektroschocks bearbeitet, nach Angaben des Deutschen Tierschutzbüros in einem Fall bis zu 40-mal. Leine-Fleisch hatte die Vorwürfe eingeräumt und dem Subunternehmer gekündigt. Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen.

Von Tomma Petersen

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