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Hannover Hannoveraner Heinz-Friedrich Harre ist tot
Nachrichten Hannover Hannoveraner Heinz-Friedrich Harre ist tot
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07:32 31.10.2017
Von Jutta Rinas
Im Oktober schloss Heinz-Friedrich Harre (links) mit seinem Partner Reinhard Lüschow eine der ersten gleichgeschlechtlichen Ehen Deutschlands. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Vor knapp einem Monat war Heinz-Friedrich Harre noch einer der ersten homosexuellen Männer bundesweit, die mit ihrem Partner eine gleichgeschlechtliche Ehe schlossen. In Hannover war er der allererste Mann, der seinen Partner heiratete. Am Montag ist der Mann, der schon lange an einer Lungenfunktionsstörung litt, jetzt an den Folgen seiner schweren Erkrankung gestorben. Sie hätten noch eine schöne Flitterwoche auf Norderney verbracht, sagte sein Ehemann, Reinhard Lüschow, der HAZ. Er sei friedlich eingeschlafen, zu Hause und ohne an Maschinen zu hängen. Heinz-Friedrich Harre wurde 64 Jahre alt.

Vom Standesamt in die Tagesschau

Heinz-Friedrich Harre und Reinhard Lüschow hatten schon 2001 in Hannover Geschichte geschrieben. Damals waren sie bundesweit die ersten gewesen, die in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft schlossen. Lüschow und Harre unterschrieben am frühen Morgen, bereits um 8.20 Uhr, im Trauzimmer des Alten Rathauses ihre Trauurkunde und landeten prompt in der „Tagesschau“. Der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg hatte um den frühen Termin gebeten, da er dabei sein wollte.

Am 1. Oktober dieses Jahres trat das „Gesetz zur Einführung des Rechts zur Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ in Kraft, besser bekannt unter der Formulierung „Ehe für alle“. Das Standesamt Hannover hatte an dem Tag extra einen Sonderservice eingerichtet und um 15 Uhr gleich zwei homosexuelle Paare gleichzeitig getraut: neben Lüschow und Harre auch ein lesbisches Paar. Heinz-Friedrich Harre war an diesem Tag schon sichtlich von seiner Krankheit gezeichnet. Er kam im Rollstuhl zum Standesamt im Alten Rathaus in Hannover, im Gesicht trug er einen Atemschlauch, der ihm zusätzlichen Sauerstoff zuführte, ohne den er nicht mehr auskommen konnte. Trotzdem war ihm deutlich anzumerken, wie wichtig ihm diese Hochzeit war. „Es ist schön, dass ich diesen Moment erleben darf“, sagte er damals.

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