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Hannover Experten diskutieren über Frühförderung für Kinder
Nachrichten Hannover Experten diskutieren über Frühförderung für Kinder
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00:16 14.02.2018
Martin Brauß vom Institut zur Frühförderung muskalisch Hochbegabter, Psychologin Claudia Mähler, Moderatorin Tanja Schulz, Familien- und Erziehungsberaterin Esther Quindt und Entwicklungsneurobiologin Nicole Strüber (von links) diskutieren im Regionshaus. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

 Musikalische Frühförderung mit zwei Jahren, Chinesisch lernen mit drei und Ballettunterricht mit vier – das war eine Art Ausgangsszenario für die Diskussion unter dem Motto „Früh übt sich“ bei der sonntäglichen Matinee im Regionshaus. Dahinter stand die Frage, ob gezielter Unterricht den Nachwuchs in dieser Alltagsphase fördert oder überfordert.

„Wer bei Suchmaschinen im Internet den Begriff Erziehungsratgeber eingibt, erhält rund 16.000 Treffer“, berichtete Esther Quindt, Familien- und Erziehungsberaterin bei der Region Hannover. Dieses Angebot sei geeignet, Eltern zu vermitteln, sie sollten Entwicklungsunterstützung an professionelle Anbieter auslagern und ihre eigene Rolle zu unterschätzen. „Mütter von heute müssen fast ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie mit ihren Kindern nicht zum Babyjoga und Säuglingsschwimmen gehen“, sagte Quindt.

Einig war sich die fünfköpfige Runde um Moderatorin Tanja Schulz darin, dass Frühförderung Kinder nicht erdrücken dürfe, Stichwort Überbehütung. Eltern sollten ihrem Nachwuchs nicht alle Steine aus dem Weg räumen. „Wenn das passiert, entwickeln die Kinder keine Idee dafür, was sie selbst können – und als Folge kein Selbstwertgefühl“, erklärte Psychologin Claudia Mähler aus Hildesheim. Auch bräuchten sie eine Bezugsperson, und das seien zunächst die Eltern. „Die Forschung sagt, dass Fremdbetreuung für Kinder unter einem Jahr nicht gut ist“, betonte sie. Bis zum Alter von drei Jahren sollten Jungen und Mädchen höchstens einen halben Tag in die Krippe gehen und den Rest der Zeit mit der Familie verbringen.

Prof. Martin Brauß, Direktor des Instituts zu Frühförderung musikalisch Hochbegabter in Hannover, warb dafür, auf gesunde Art das Talent des Nachwuchses zu entdecken und zu fördern. „Der wichtigste Antrieb ist Freude. Eltern sollten ihre Kinder ihr Talent leben lassen und nicht gleich an die Berufsperspektive denken“, riet er.

Quindt wiederum verwies auf äußere Einwirkungen: „Zu uns kommen Eltern, die mit ihrem Kind zufrieden sind, denen aber irgend jemand gesagt hat, es habe eine Entwicklungsstörung.“ Man dürfe sich nicht kirre machen lassen, sagte Mähler. „Wenn Kinder mit sieben Jahren nicht zählen können, muss man etwas machen. Wenn sie mit einem Jahr noch nicht laufen, dann nicht.“

Von Bernd Haase

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