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Hannover Stadtverwaltung fehlen Erzieher und Ingenieure
Nachrichten Hannover Stadtverwaltung fehlen Erzieher und Ingenieure
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17:21 08.10.2018
Erzieher sind in Hannover gefragt, insbesondere wenn neue Kitas entstehen. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Hannovers neue Ordnungshüter sind noch immer nicht vollzählig, im Bauamt stapeln sich unbearbeitete Bauanträge – der Fachkräftemangel ist in der Stadtverwaltung spürbar. Rund 800 von insgesamt 9000 Stellen sind derzeit unbesetzt, das sei jedoch keine Messgröße für den Mangel an Mitarbeitern, sondern zu einem großen Teil die übliche Fluktuation, meint Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Dennoch räumt die Stadt ein, dass es Probleme gebe bei der Suche nach Fachpersonal, etwa in der Bauverwaltung, im Kitabereich und im Gebäudemanagement. „Bisher ist es im Großen und Ganzen gelungen, den Personalbedarf zu decken – auch wenn zum Teil nicht so schnell, wie gewünscht“, sagt Kalmus.

Tatsächlich kann es in der Verwaltung ein halbes Jahr dauern, bis eine Stelle besetzt ist. Das liegt unter anderem daran, dass bei höher dotierten Posten die politischen Gremien zustimmen müssen. Ein weiteres Problem ist die Höhe des Gehalts. Gut ausgebildete Fachleute mit besonderen Ausrichtungen, etwa Klima- und Kältetechniker, Statiker und Entwässerungsexperten, erwartet in privaten Unternehmen eine deutliche höhere Vergütung als in der Verwaltung mit ihrem starren Tarifsystem. Dabei gilt die Stadt Hannover durchaus als großzügiger Arbeitgeber. Erziehern zahlt sie bis zu 145 Euro im Monat mehr als es der Flächentarifvertrag vorsieht.

Die Stadt wünscht sich mehr Flexibilität bei der Bezahlung. Die Spielräume für öffentliche Arbeitgeber müssten ausgeweitet werden, fordert die Verwaltung, um langfristig mit der Privatwirtschaft konkurrenzfähig zu bleiben, vor allem in technischen Berufen und in Führungspositionen. In pflegerischen und pädagogischen Berufen sei es notwendig, die Rahmenbedingungen der Ausbildung und der Bezahlung zu verbessern. Insgesamt kann die Stadt noch immer mit krisenfesten, sicheren Arbeitsplätzen punkten. Auch bei Arbeitszeiten zeigt sich die Verwaltung flexibel. „Die Landeshauptstadt Hannover nutzt erfolgreich all ihre Möglichkeiten, um ihre Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten und so ihren Bedarf an Fachkräften zu decken“, sagt Personaldezernentin Rita Maria Rzyski.

An Werbung für Jobs in der Verwaltung mangelt es nicht. Die Stadt schaltet Anzeigen in Tageszeitungen, wirbt auf Internetportalen und ist auf Berufsmessen präsent. Das sieht auch die Ratsopposition so. „Die Stadt tut, was sie kann“, sagt der personalpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Lars Pohl. Die FDP wünscht sich, dass die Stadt noch mehr junge Menschen ausbildet. Die SPD gibt zu bedenken, dass Berufe immer anspruchsvoller werden und oft nicht genügend qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.

Hannover steht mit seinen Problemen nicht allein da. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund schätzt, dass landesweit Zehntausende Stellen in den kommenden Jahren nicht besetzt werden können. Insbesondere Ingenieure, Erzieher, Pfleger und technische Sachbearbeiter fehlten. Die Kommunen seien aufgefordert, sich im Wettbewerb um die besten Köpfe zu behaupten und sich möglicherweise auch auf der Ideen Expo in Hannover im kommenden Jahr zu präsentieren. Die Stadt Hannover prüft ihre Teilnahme, wünscht sich aber grundlegende Veränderungen. „Hier sind Ansätze zur Behebung des Fachkräftemangels gefragt, die sich unter anderem mit den Themen Ausbildungskapazitäten, Ausbildungsvergütung aber auch mit tariflichen Fragen befassen“, sagt Rzyski.

Von Andreas Schinkel

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