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Hannover Drei Autos von Falschparkern brennen in Linden aus
Nachrichten Hannover Drei Autos von Falschparkern brennen in Linden aus
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21:36 11.09.2018
In Linden-Nord sind in der Nacht drei Autos ausgebrannt. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Drei brennende Autos in Linden-Nord haben in der Nacht zu Dienstag einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Nach Angaben der Ermittler waren die drei Fahrzeuge gegen 23.15 Uhr an drei unterschiedlichen Stellen in Flammen aufgegangen. Auf ein viertes Fahrzeug sowie auf zwei Fahrräder griffen die Flammen über und beschädigten auch diese erheblich. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 30.000 Euro. Die Ermittlungen der Kripo hatten am Dienstagvormittag ergeben, dass alle Fahrzeuge vorsätzlich in Brand gesetzt worden waren.

Mehrere Zeugen hatten zeitgleich die Rettungskräfte alarmiert, nachdem sie die brennenden Autos bemerkt hatten. Am Bethlehemplatz wurde ein VW Polo in Brand gesetzt. An der Fröbelstraße geriet ein VW Passat in Brand und an der Asseburgstraße brannte eine Mercedes C-Klasse. Von dem Mercedes griffen die Flammen auf einen VW Caddy über. An der Fröbelstraße wurden zwei auf dem Gehweg abgestellte Fahrräder beschädigt. Obwohl die Feuerwehr schnell vor Ort war, beschädigten die Flammen die Fahrzeuge erheblich. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Behördensprecher.

Noch in der Nacht hatte die Polizei alles daran gesetzt, den oder die Täter zu fassen. Bei der Fahndung setzen die Beamte einen Hubschrauber und 22 Streifenwagen ein. Die Suche verlief allerdings erfolglos. Anwohner berichteten, es sei nicht das erste Mal, dass in dieser Gegend Autos beschädigt worden seien. Die drei Straßen würden auf der „Partyroute“ vieler Jugendlicher liegen. Abgetretene Außenspiegel oder zerkratzte Türen seien an der Tagesordnung.

Brandstiftung: Wann zahlt die Versicherung?

Stecken Unbekannte ein Auto in Brand oder werfen die Fensterscheiben ein, reguliert den Schaden die Teilkaskoversicherung des Autofahrers - sofern vorhanden. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin.

Auch wenn es durch Böller Explosionen gibt, springt sie ein. Bei anderen Schäden durch Vandalismus wie abgebrochene Teile, zerkratzter Lack, zertrampelte Motorhauben oder durch Steinwürfe zerbeulte Dächer kommt dagegen nur eine etwaig abgeschlossene Vollkaskoversicherung auf. Sonst muss der Besitzer selbst zahlen.

Vandalismusschäden sollte man immer bei der Polizei anzeigen und aufnehmen lassen. Betroffen machen am besten auch eigene Fotos von den Schäden. Dann umgehend den Versicherer anrufen und das weitere Vorgehen besprechen, rät der GDV. In der Regel wird der Versicherer den Wiederbeschaffungswert ersetzen. Es gibt aber auch Versicherungsmodelle mit Neupreisentschädigungen.

Im Zuge der Beschädigungen zerstörte oder demolierte Dinge wie mobile Navis, Sonnenbrillen oder Kleidung im Auto werden nicht ersetzt. Fest verbaute Gegenstände oder solche, die zum Betrieb des Autos gehören, wie ein Kindersitz oder ein eingebautes Navi übernimmt die Teilkasko.

Der vereinbarte Selbstbehalt bei Voll- und Teilkasko wird allerdings jeweils fällig. Bei der Vollkasko folgt eine Höherstufung, so dass es günstiger sein kann, den Schaden im Einzelfall aus eigener Tasche zu bezahlen.

Tipp: Den Versicherer anrufen und sich das Szenario individuell berechnen lassen. Dann wird klar, ab welcher Schadenshöhe und welcher Selbstbeteiligung in Anbetracht der zu erwartenden Höherstufung es besser sein kann, selbst zu zahlen oder eben nicht.

Bei grober Fahrlässigkeit können im Einzelfall Einbußen bei der Versicherungsleistung drohen. Beispielsweise, wenn jemand etwa wider besseres Wissen in Parkverbotszonen bei geplanten Demonstrationen parkt und im Verlauf Schäden auftreten. Wird ein Täter nach einer Demo oder bei Vandalismus doch noch ermittelt, kann die Versicherung ihn in Regress nehmen.

Im Internet kamen nach den ersten Meldungen über die ausgebrannten Autos schnell Gerüchte auf, die Taten könnten sich gegen Falschparker richten. Die Polizei hat bestätigt, dass alle drei Autos widerrechtlich geparkt worden waren. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen diesem Umstand und den Brandstiftungen liegen nach Angaben der Behörde bislang nicht vor.

Die Ermittler suchen jetzt dringend Zeugen, die rund um die drei Tatorte Personen beobachtet haben und Hinweise geben können. Der Kriminaldauerdienst ist unter der Nummer (0511) 109-5555 zu erreichen.

In der Stadt kommt es immer wieder vor, dass Autos in Brand gesetzt werden. Am Donnerstag gingen in Vahrenheide an der Straße Alter Flughafen ein BMW X5 und ein Mazda 3 in Flammen auf. Der Brand richtete einen Schaden von rund 50 000 Euro an. Mitte August setzten Unbekannte einen Skoda an der Elise-Meyer-Straße in Linden-Süd in Brand. In beiden Fällen konnten die Täter bis heute nicht ermittelt werden.

Von tm/frs/RND

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