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Hannover Filme sensibilisieren für den Schulweg
Nachrichten Hannover Filme sensibilisieren für den Schulweg
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14:55 03.08.2018
Ausschnitt aus dem Schulweg-Film „Nicht ohne uns“. Quelle: Nicht ohne uns/Schneegans Productions
Hannover

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Sigrid Klausmann-Sittler hat schon einige Filmprojekte erfolgreich umgesetzt. Sie begleitete dokumentarisch den Fußballer Thomas Hitzlsperger bei einem Besuch in den Townships Südafrikas im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Oder sie porträtierte die engagierte und unkonventionelle Erzieherin Lisette Siek-Wattel, die jenseits pädagogischer Trends agiert. Für den Film „Nicht ohne uns“ suchte sie mit ihrem Mann, dem bekannten Schauspieler Walter Sittler, weltweit nach Schulwegen – um in Deutschland für das Erlebnis Schulweg zu werben. Der Film ist Teil des Langzeitprojekts „199 kleine Helden“ unter der Schirmherrschaft der Unesco Deutschland. Ziel ist es, in jedem Land der Welt ein Kind zu porträtieren – der verbindende Rahmen ist ihr Schulweg. In Niedersachsen werden diese Filme nun auch in der Präventionsarbeit eingesetzt.

„Für unser Team war es wichtig, dass die Kinder uns vertrauen. Das braucht Zeit“, erklärt Sigrid Klausmann-Sittler, die ihr Projekt auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne vorstellte. „Es ist jedes mal spannend, zu sehen, was Kinder auf der Welt auf sich nehmen, um zur Schule zu gehen.“ Die Episoden-Filme von Klausmann-Sittler berichten von Kindern, die auf Eseln reiten, Skateboard fahren, Terassenfelder durchqueren. „Es geht aber nicht darum, den Schulweg als Abenteuer zu beschreiben, es sind eher persönliche Geschichten, die wir gesammelt haben.“ Denn so unterschiedlich die Schulwege, so ähnlich fallen die Gedanken dabei aus. „Viele Kinder sorgen sich um die Gesundheit des Planeten und die Zukunft, die sie mitgestalten wollen“, sagt Klausmann-Sittler. Sie sprechen oft über Freundschaft und Freunde, die mit ihnen unterwegs sind. Für die Eltern der Kinder stellt sich dabei weltweit oft die gleiche Frage: „Kann man sein Kind einfach allein gehen lassen?“

Für Marina de Greef vom Kultusministerium thematisieren die Filme nicht nur die Sorgen der Eltern. „Die einzelnen Filmgeschichten funktionieren auch als Türöffner für Gespräche mit Schülern über den eigenen Schulweg und ihre Erfahrungen.“ Die Filme passen daher zum Projekt „Fußgänger-Profis“, bei dem Schüler in ihrer selbstständigen Mobilität gefördert werden sollen. Dafür stellt des Ministerium Unterrichtsmaterialien für die Jahrgänge 1 bis 3 der Grundschule. Kindern wird dabei vermittelt, wie wertvoll soziale Kontakte auf dem Schulweg sind. Gleichzeitig wird dem an vielen Schulen bestehenden Problem der „Elterntaxis“ entgegengewirkt. Die Unterrichtseinheit „Schulwege in aller Welt“ biete zudem Stoff für Themen wie der Zugang und das Recht auf Bildung in anderen Ländern, Umwelt und Gesundheit, die Sensibilisierung für beeinträchtigte Menschen am Beispiel des Schulwegs. Die kurzen Episoden von „Nicht ohne uns“ stehen Lehrern nun als Stream und Download auf dem Online-Medienportal Merlin mit den damit verbundenen Begleitmaterialien für den Unterricht zur Verfügung. Klausmann-Sittler wird ihr Projekt auf jeden Fall fortführen und sammelt Unterstützung für weitere Schulweg-Filme.

Das Kultusministerium unterstützt auch in diesem Jahr die HAZ-Aktion Sicherer Schulweg. Das große Familienfest zum Schulanfang läuft in diesem am Sonntag, 12. August, von 11 bis 17 Uhr im Maschpark gleich neben dem Neuen Rathaus. Neben Tipps zur Verkehrsprävention gibt es auch Auftritte von Shaun das Schaf und der Maus. Der Eintritt ist kostenlos.

Von Jan Sedelies

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