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Hannover 500 Leihfahrräder kommen in die Stadt
Nachrichten Hannover 500 Leihfahrräder kommen in die Stadt
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00:18 18.11.2017
Von Bernd Haase
Das erste Obike in Hannover wurde vor dem Rathaus präsentiert. Quelle: privat
Hannover

"Wir haben Hannover ausgesucht, weil es dort noch kein Bike-Sharing-System gibt", sagt Europa-Geschäftsführer Marco Piu. Das Konzept habe man mit der Stadt abgestimmt und sei auf Zustimmung gestoßen, erklärt der 44-Jährige.

Die Absprache war wohl auch notwendig, weil Obike beim Erstauftritt in München für Schlagzeilen gesorgt hatte. Dort blockierten die Räder einige Plätze und standen an Stellen, wo sie nicht hingehören. Obike darf nur öffentlichen Raum nutzen und den auch nur dort, wo die Stadt zugestimmt hat. In Hannover sind beispielsweise der Maschpark, weite Flächen der Altstadt oder die Bahnhofstraße Tabuzonen, die Nutzer zwar befahren dürfen, aber in denen sie Leihräder nicht dauerhaft abstellen dürfen.

Das Verleihsystem ist ein sogenanntes Free-Floating, was bedeutet, dass die Räder keine festen Abstellplätze haben. Nutzer können sie über eine App mit dem Smartphone orten und über einen QR-Code das Schloss ent- oder verriegeln. Die Nutzung kostet einen Euro pro halbe Stunde. Wer Fahrräder in verbotenen Zonen abstellt, muss eine Strafe zahlen. Zwei Mitarbeiter der Firma sind ständig in der Stadt unterwegs, um Räder bei Bedarf abzutransportieren, sie zu reparieren und zu warten, erklärt Piu.

Obike, dass erst 2016 an den Start ging und mittlerweile schon in 45 Städten in Asien und Europa vertreten ist, war auch in Verdacht geraten, Daten der Kunden für andere Zwecke zu nutzen. "Wir geben grundsätzlich keine Daten an Dritte weiter. Das steht in unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen, und die sind mit dem Datenschutz abgesprochen", betont der Geschäftsführer. Das Unternehmen finanziere sich rein aus den Mieteinnahmen und kalkuliere in Hannover Anfangsverluste ein.

Wer die Räder aus Massenproduktion des chinesischen Fabrikanten Ojama nutzen will, darf kein Wunderfahrzeug erwarten. Die Vehikel sind einfach gehalten, haben keine Gangschaltung und Vollgummireifen. "Für ein städtisches Verleihsystem braucht man robuste, solide und einfach zu bedienende Fahrräder", erklärt Piu.

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