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Hannover So spektakulär ist die „Flic Flac“- Show in Hannover
Nachrichten Hannover So spektakulär ist die „Flic Flac“- Show in Hannover
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00:18 11.11.2018
Atemberaubend: Flic-Flac-Premiere am Donnerstagabend mit dem „Todesrad“ auf dem Schützenplatz. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Drei Jahre war die Flic-Flac-Show nicht in Hannover – jetzt meldet sie sich mit einem furiosen Programm zurück. Das Grundprinzip ist eigentlich wie immer: Die Artisten gehen bis an die Grenze des Machbaren und manchmal scheinbar darüber hinaus. „Farblos“ heißt das Programm, das am Donnerstag Premiere feierte und bis 9. Dezember zu sehen ist. Der Name ist irgendwie unpassend angesichts eines Feuerwerks aus Licht und Laser, Pyrotechnik und Poesie.

Klappstuhl-Trapez und Wassernixen

Da ist etwa der Mexikaner Alain Alegria, der am Trapez in 16 Meter Höhe waghalsige Kunststücke riskiert, ohne Netz und doppelten Boden, und am Ende sogar auf einem Klappstuhl balanciert. Bei den Besuchern wird der Nacken steif, der Atem stockt bei (mutmaßlich inszenierten) Fast-Stürzen, und dann machen sich Erleichterung und Anerkennung in großem Applaus Luft. Da sind die erotischen „Klosterfrauen“ Cristina und Kateryna, die sich in einem gläsernen Kelchpool eine spritzige Wasserschlacht liefern. Es macht nichts, dass es mit der Synchronität nicht ganz so weit her ist wie bei anderen Artistikszenen des Abends – der Wert der Nixen liegt in anderen Reizen. Und bei einem derartig martialischen Abendprogramm darf es schließlich zwischendurch auch mal sinnlich zugehen.

Gründertöchter haben Flic-Flac-Show übernommen

Das 1989 gegründete Flic-Flac-Projekt der Artistenfamilie Kastein ist eigentlich für die Motorrad-Stunts bekannt, genau genommen: für die teils schlimmen Unfälle, die es mit den Stunt-Kradfahrern gegeben hat. Auch in Hannover, wo 2006 in der „Todeskugel“ ein Reifen platzte und es glücklicherweise nur Verletzte gab. Aktuell spielen auch bei der „Farblos“-Show Motorräder wieder eine atemberaubende Rolle: Bis zu vier Stuntmen brausen in dichtem Takt durch das Zelt und fliegen in 14 Meter Höhe von einer Rampe durch den Publikumsraum. Stark!

Vom rasanten Stunt bis zur Lovestory

Schon der Auftakt des Abends am „Todesrad“, einem rotierenden doppelten Hamsterrad mit fast schwerelos sich bewegenden Artisten, ist beeindruckend. Gelungen aber ist den beiden Gründertöchtern Larissa Medved-Kastein (31) und Larissa Kastein (26), die die aktuelle Show konzipiert haben, vor allem die Mischung des Programms. Da wechseln sich rasante Stunts etwa an der haushohen Trampolinwand (I-Team) oder auf dem Schleuderbrett (Kirill & Anton) mit anmutigen Passagen, wenn etwa Ference & Zsofi ihre Rhönräder mit scheinbarer Leichtigkeit ins Duett bringen, oder wenn das Duo Turkeev eine leicht schnulzige Liebesgeschichte an den Strapatenbändern zelebriert.

„Ich esse meine Schnecken mit Ketchup“

Und zwischendurch? Gibt es was zu lachen. Cotton Mc Alloon ist halb Amerikaner, halb Franzose („Ich esse meine Schnecken mit Ketchup“) und zeigt Kunststückchen mit Jonglierbällen und -kegeln. Er präsentiert mit Witz „intellektuelle“ und „ostfriesische Jonglage“ bis hin zur „Steve-Wonder-Jonglage“, bei der natürlich alles runterfällt. Ein bisschen flach irgendwie, aber sonst hätte es den Namen Slapstick ja auch nicht verdient.

Schwerkraft wird überlistet

Gut zwei Stunden lang gibt es Stahl und Schweiß, Muskeln und Mut, Action und Anmut. Und irgendwie wird die Schwerkraft am Ende immer überlistet. Daumen hoch für eine wirklich gute Show.

Hier gibt es Tickets

Die 35-köpfige Zirkuscrew zeigt bis 9. Dezember täglich außer montags Vorführungen auf dem Schützenplatz. An den meisten Tagen gibt es zusätzlich zur Abendvorstellung auch eine Nachmittagsshow. 1450 Besucher passen in das schwarz-gelbe Zelt mit 42 Metern Durchmesser. Tickets gibt es zum Normalpreis ab 24 Euro unter haz.de/tickets oder im Ticketshop an der Karmarschstraße sowie, wenn noch vorhanden, an der Abendkasse.

Von Conrad von Meding

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