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18:32 20.10.2017
Von Bärbel Hilbig
Guide Florian Schroll (rechts) sichert Lutz Reinhardt mit Gewehr. Quelle: BGR Hannover
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Hannover

Das ist leicht untertrieben: Die Geologen von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) entnahmen bei ihrem Forschungsaufenthalt rund zwei Tonnen Gesteinsproben als Beweismaterial.

Ein Meer taucht ab

Das urzeitliche Meer selbst ist vor mehr als 350 Millionen Jahren verschwunden. Damals kollidierte eine große Landmasse, zu der auch das heutige norwegische Spitzbergen gehörte, mit Nordamerika. Dabei rutschte die Ozean-Platte unter den amerikanischen Kontinent. „Meist verschwindet so ein Ozean spurlos“, erklärt Piepjohn. Doch in diesem Fall verlief die Kollision anders: Die amerikanische Platte raspelte wie ein Hobel Späne von der Spitzbergen-Platte. Als beide Kontinentalplatten wieder auseinanderdrifteten, blieben Splitter kleben und formten einen Bergkamm - weit im Norden der Arktis auf Ellesmere Island, wo die Forscher jetzt suchten.

„Wir haben damit ein Puzzlestück in der Geschichte der Kontinentalverschiebung gefunden“, erläutert Piepjohn, dessen Spezialgebiet die Geologie der Arktis ist. Nach der Kollision strebten die beiden Kontinentalplatten wieder auseinander, der neue arktische Ozean entstand, allerdings in anderer Position. Weil die Kontinente permanent in Bewegung sind, wurden immer wieder Meere beim Zusammenprall von Platten weg gequetscht. „Auch das Mittelmeer wird einmal vollständig verschwinden“, sagt Piepjohn. Das genauere Verstehen dieser Prozesse kann zukünftig vielleicht bei der Vorhersage von Erdbeben und Vulkanausbrüchen helfen.

Ein Polarwolf besucht das Camp

Gut zwei Monate waren die 50 Wissenschaftler und Logistiker im Sommer in der unzugänglichen Gegend unterwegs. Bewaffnete Guides sorgten für die Sicherheit der Forscher. „Darüber war ich sehr froh. Wenn wir Geologen Steine sehen, achten wir nicht mehr auf Viecher.“ Eisbären bekamen die Expeditionsteilnehmer nicht zu sehen, dafür aber ebenfalls gefährliche Moschusochsen. Auch ein Polar­wolf stattete dem Camp eine Visite ab, verzog sich aber von selbst wieder.

Alfred Wegener hatte erst vor rund 100 Jahren die Theorie der Kontinentalverschiebung formuliert. Bewiesen wurde sie viel später. Nun hofft Piepjohn, dass die verschifften Steine heil in Europa ankommen, damit ein kleines Stück Erdgeschichte aufgeklärt werden kann.

Experten für Geologie und Rohstoffe

Mammutzähne, Erze und Mineralien hütet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe im Archiv ihres Gebäudes am Stilleweg in Groß-Buchholz.
Die 760 Mitarbeiter beschäftigen sich mit energetischen und mineralischen Rohstoffen, Grundwasser, Boden und dem Untergrund als Speicher. Sie ergründen, ob sich sich ein Ort zur Einlagerung von Erdgas oder Atommüll eignet oder wo sich die Suche nach Bodenschätzen lohnt? Die BGR berät Bundesregierung sowie deutsche Wirtschaft und ist im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit auch in Entwicklungs- und Schwellenländern tätig.
In der Polarforschung sind sechs Forscher im Einsatz. Sie gehen Fragen zur Geschichte der Erde nach und überlegen, wo sich diese beantworten lassen. Für ihre Expeditionen stellen die Polarexperten der BGR Teams aus internationalen Fachleuten zusammen. An der Reise nach Kanada nahmen 50 Forscher aus acht Nationen teil.     

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