Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Freie Szene will bei Kulturhauptstadt eine starke Rolle spielen
Nachrichten Hannover Freie Szene will bei Kulturhauptstadt eine starke Rolle spielen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:30 26.06.2018
"Ausnahmezustand": Im Pavillon verabschiedet die Freie Szene ein Positionspapier zur Kulturhauptstadt-Berwerbung. Quelle: Laura Hedah
Hannover

Was haben ein Clown-Duo, jugendliche Festivalmacher und ein Poetry-Slammer mit der Bewerbung Hannovers zur Kulturhauptstadt 2025 zu tun? Bislang zu wenig, finden viele Repräsentanten der Freien Kulturszene. Auf der Arbeitstagung „Aufnahmezustand“ verabschiedeten am Dienstag 149 Vertreter der Szene ein gemeinsames Positionspapier. Neben einem klaren Bekenntnis zu der Bewerbung fordern die Teilnehmer die Stadt auf, den Aufbau professioneller Organisationsstrukturen innerhalb der Freien Szene mit einem „Kulturhauptstadttarifvertrag“ zu fördern. „Zu den vorstellbaren Zielen gehören die Schaffung einer Netzwerkstelle, mehrere Sitze im Bewerbungs-Beirat und die dauerhafte Erhöhung des Kulturetats sein“, verkündet Pavillon-Geschäftsführerin Susanne Müller-Jantscht die Forderungen der Tagungsteilnehmer.

Freier Kulturrat

Bis zur Schaffung entsprechender Stellen will man sich regelmäßig zu weiteren Planungsrunden zusammensetzen. Als „Freier Kulturrat“ sollen so die Ideen und Wünsche gebündelt werden. „Im bisherigen Bewerbungsprozess ist die Freie Szene nicht repräsentiert“, kritisiert Müller-Jantsch. Zu den fast zwanzig an der Organisation der Tagung beteiligten Vereine gehören unter anderem das Kulturzentrum Faust, das Freie Theater Hannover, das Musikzentrum und die Poetry-Slam-Gruppe Machtworte. Das der gemeinsame Wille zur Bewerbung bei allen Beteiligten groß ist, zeigte eine Abstimmung. „Über 90 Prozent der Teilnehmer begrüßen den Prozess oder stehen ihm offen gegenüber“, sagt Gunnar Geßner vom Musikzentrum Hannover.

Querelen im Rathaus nerven

Während die Chance, Kulturhauptstadt zu werden, bei den Kulturschaffenden für Aufbruchstimmung sorgt, werden die Querelen innerhalb Kulturdezernats von den Kulturmachern als „nervig“ und hinderlich empfunden. „Es ist gruselig, wenn man sieht, wie eng aktuell die Kapazitäten im Kulturhauptstadt-Büro sind“, sagt Ingrid Wagemann von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Niedersachsen. Insgesamt habe man den bisherigen Bewerbungsprozess als wenig transparent empfunden. Bei aller Kritik reicht die Szene der Stadt die Hand und will konstruktiv an der Bewerbung mitarbeiten. „Wir sind nicht nachtragend, der Blick nach vorne zählt“, so das Fazit von Henner Rosenkranz, Mitbetreiber der Lindener Fotogalerie Bohai.

Aufbruchstimmung

Welche positiven Kräfte der Titel Kulturhauptstadt in der Kulturlandschaft freisetzen kann, berichtete Sjoerd Bootsma. Als Vertreter der aktuellen niederländischen Kulturhauptstadt Leeuwarden schilderte er von der Aufbruchsstimmung, die im Laufe der Bewerbung die gesamte Szene erfasst habe. „Das coole an dem Titel Kulturhauptstadt ist, dass es ein Magnet ist, der Talente anzieht“, sagt Bootsma. Schon der Bewerbungsprozess habe in seiner Stadt ein Gemeinschaftsgefühl geschaffen, von dem alle Bereiche der Kultur und am Ende auch die Stadtgesellschaft profitiert habe. „Ohne uns geht es eben nicht“, resümiert der Poetry-Slam-Organisator Jörg Smotlacha.

Von Mario Moers

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Hannover Clubzelt und Gastronomie - Das ist neu beim Schützenfest 2018

Ein neues Gastronomiekonzept für das Rundteil und ein Club-Zelt sind einige Neuerungen auf dem Schützenfest 2018. Am Dienstag stellten die Stadt Hannover und der Verband Hannoverscher Schützenvereine das Konzept für das diesjährige Volksfest vor.

29.06.2018

Vom 29. Juni bis zum 8. Juli 2018 findet das 489. Schützenfest in Hannover statt. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Termine des Volksfests vor.

28.06.2018

Das Heeresmusikkorps Hannover hat am Dienstag zu einem gemeinsamen Konzert mit den Kollegen der Orchester der Landes- und der Bundespolizei auf den Kröpcke geladen. Mehrere Tausend Besucher verfolgten den rund 90-minütigen Auftritt. Die Musikerinnen und Musiker sammelten Spenden für die Caritas und das Soldatenhilfswerk

26.06.2018