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Hannover HAZ-Forum diskutiert über das „Gender-Sternchen“
Nachrichten Hannover HAZ-Forum diskutiert über das „Gender-Sternchen“
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00:20 15.02.2019
Im HAZ-Forum geht es heute um das geplante "Gender-Sternchen". Quelle: Sedelies
Hannover

Hannovers Stadtverwaltung gibt eine neue „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ heraus. Ein sogenannter Gender-Star (englisch für Geschlechts-Sternchen) solle der Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung tragen, also auch die Menschen miteinbeziehen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren. In Hannover wird das Thema kontrovers diskutiert – so auch beim HAZ-Forum.

Im großen Saal der Volkshochschule an der Burgstraße hatten sich Hannovers Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe, die Linguistik-Professorin Gabriele Diewald, der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Alptekin Kirci und der CDU-Ratsherr Felix Semper auf dem Podium eingefunden; die Moderation übernahm HAZ-Redakteurin Jutta Rinas.

„Gendert die Verwaltung nun richtig?“, lautete eine Frage von Rinas an Diewald. Die Professorin wies sie zurück: „Ein Faktum der Sprache ist, dass nichts bleibt, wie es war“. Geschlechtergerechte Sprache sei Aufregerthema und für Sprachforscher ein El Dorado.

Semper war der Kritiker in der Runde, er hält die Sprachreform für nicht zielführend und für von oben aufgedrückt. „Es geht nicht um geschlechterneutrale, sondern um geschlechterumfassende Sprache“, sagte Kämpfe. Kirci stieß sich an der häufig aufgeworfenen Frage, ob die Verwaltung nichts Wichtigeres zu tun habe. „Es ist nicht so, dass 11.000 Mitarbeiter seit Jahren an nur diesem Thema gearbeitet haben“, betonte er.

Kämpfe, nach eigenem Bekunden von dem großen Echo auf das Vorgehen in Hannover überrascht, nannte die Sprachreform einen Meilenstein, aber nicht in Stein gemeißelt: „Manche Dinge müssen sich entwickeln. Wenn sich Bedarf für Verbesserungen ergibt, werden wir reagieren“.

Das HAZ-Forum im Livestream:

Schafft die geschlechtsumfassende Verwaltungssprache mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern? Beim HAZ-Forum geht es um den Genderstern und den sprachlichen Vorstoß der Stadt Hannover. Verfolgen Sie die Diskussion im Live-Ticker.

Gepostet von Hannoversche Allgemeine Zeitung / HAZ am Dienstag, 12. Februar 2019

Lesen Sie hier den Live-Ticker zum HAZ-Forum:

  • 12.02.19 19:26
    Rinas beendet den Abend und dankt dafür, dass alle respektvoll miteinander umgegangen sind. Gegner und Befürworter der Sprachreform hätten einander zugehört - dies sei bei ähnlichen Veranstaltungen nicht immer der Fall. In der Tat: Gemessen am medialen Echo und an den Reaktionen in sozialen Medien oder in Zuschriften an die Zeitung war es eine sachliche Diskussion. Das HAZ-Forum verabschiedet sich damit für dieses Mal.
  • 12.02.19 19:21
    "Gibt es Überlegungen, in der deutschen Sprache ein drittes Pronomen einzuführen?", fragt Maxi Ines Carl und verweist auf ein entsprechendes Vorgehen in Schweden. Gibt es nicht, antwortet Diewald.
  • 12.02.19 19:09
    Kämpfe erklärt, dass die Regelungen ein Meilenstein seien, aber nicht in Stein gemeißelt. "Es ist ein Prozess, an dem wir weiter arbeiten".
  • 12.02.19 19:06
    "Sprachwandel ist im Gange. Es wird sich zeigen, was sich durchsetzt", sagt Diewald. Dies sei nicht vorhersehbar.
  • 12.02.19 19:03
    Ein Zuhörer weist darauf hin, dass der Genderstern in anderen deutschsprachigen Ländern kein Thema sei. Die deutsche Sprache müsse aber den gesamten deutschen Sprachraum abdecken.
  • 12.02.19 18:58
    Eine Zuschauerin hat sich über die Presseberichterstattung geärgert. Sie fragt Rinas nach der Rolle der HAZ. "Wir benutzen eine Sprache, die nicht solchen Mustern folgt. Stern und Binnen-I machen Spache kompliziert. Unsere Aufgabe ist aber, einfach und verständlich zu formulieren", sagt sie.
  • 12.02.19 18:52
    Jetzt geht es nochmal darum, ob die Stadt nicht Wichtigeres zu tun habe. "Es ist nicht so, dass 11.000 Mitarbeiter bei der Verwaltung sich in den vergangenen Jahren nur um dieses Thema gekümmert hätten", betont Kirci.
  • 12.02.19 18:47
    "Es gibt durchaus noch Anlässe, in der die Anrede 'sehr geehrte Damen und Herren' angemessen ist", sagt Kämpfe.
  • 12.02.19 18:43
    Kirci sagt, in Hannover werde mit der Realität umgegangen und verweist auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Durch die ausgebrochene heftige Diskussion werde das Thema überhöht.
  • 12.02.19 18:40
    Rinas liest eine Brief vor, der an die Redaktion gegangen ist. "Die Sprachregelung stellt eine Kapitulation der Stadtverwaltung vor den wirklichen Problemen dar", heißt es darin. Sie sei ein Ablenkungsmanöver.
  • 12.02.19 18:37
    Kämpfe will einen Begriff klarstellen: "Es geht nicht um geschlechterneutrale Sprache, sondern um geschlechterumfassende". Das sei ein wichtiger Unterschied.
  • 12.02.19 18:34
    "Nicht jede Bäckerin ist eine Backende", sagt Semper - nämlich dann nicht, wenn sie nicht in der Backstube ist, sondern einkauft. Sprache entwickele sich von unten und dürfe nicht von der Verwaltung vorgeschrieben werden. Die Sprachreform sei gefährlich.
  • 12.02.19 18:32
    Prof. Gabriele Diewald weist die Frage von Rinas, ob die Stadtverwaltung nun "richtig gendere", zurück. Faktum der Sprache sei, dass nichts bleibt, wie es war. Geschlechtergerechte Sprache sei Aufregerthema und damit fürSprachforscher ein El Dorado. Sie empfiehlt, aus der Diskussion Dampf herauszunehmen. "Es geht darum, die Menschen so anzusprechen, dass sie sich wertgeschätzt fühlen", erklärt Diewald. Der Genderstern sei eine Lösung, die man mal versuchen kann. "Ich falle bei ihm nicht in Ohnmacht", sagt sie.
  • 12.02.19 18:27
    Alptekin Kirci hatte sich dafür eingesetzt, den Weltfrauentag zum Feiertag in Niedersachsen zu machen. Zum Genderstern sagt er: "Ich bin der Verwaltung dankbar, dass sie diesen mutigen Weg geht". Geschlechtergerechte Sprache tage zur geschlechtergerechten Gesellschaft bei. Im übrigen sei es interessant, dass die meisten Proteste gegen die Reform von Männern kämen.
  • 12.02.19 18:18
    Semper lehnt die die Regelung der Verwaltung als von oben verordnet ab. Grammatikalisch sei sie Unfug. Die CDU will die Reform per Antrag stoppen.
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Von Bernd Haase

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