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Hannover Rentner in Fußgängerzone überfahren: Mordanklage gegen 18-Jährigen
Nachrichten Hannover Rentner in Fußgängerzone überfahren: Mordanklage gegen 18-Jährigen
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15:48 25.10.2018
Ende Juni hatte ein 18-Jähriger mit einem gestohlenen Auto auf der Flucht vor der Polizei einen 82-Jährigen in der Fußgängerzone überfahren und tödlich verletzt. Nun wird er wegen Mordes angeklagt. Quelle: Christian Elsner/Archiv
Hannover

Nach einem tödlichen Unfall in der Innenstadt von Hannover hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen einen 18 Jahre alten Raser erhoben. Dem jungen Mann werde vorgeworfen, Ende Juni einen 82-jährigen Fußgänger aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Donnerstag in Hannover. Auf der Flucht vor der Polizei hatte der Deutsche in der Fußgängerzone in Bahnhofsnähe den Obdachlosen überfahren.

Der 18-Jährige sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Er hatte sich am Abend nach dem Unfall selbst der Polizei gestellt.

Er war mit seiner Freundin zu Fuß geflüchtet

Dem jungen Mann, der ohne festen Wohnsitz ist, wird auch vorgeworfen, betrunken und ohne Führerschein Auto gefahren zu sein und Fahrerflucht begangen zu haben. Den Wagen hatte er den Ermittlungen zufolge vor der Tat gestohlen. Nach dem Unfall war er weiter durch Hannover gerast und schließlich an der Ecke von Marienstraße und Berliner Allee gegen einen Ampel gefahren. Er flüchtete mit seiner 17-jährigen Beifahrerin zu Fuß weiter. Die junge Frau wurde zunächst festgenommen, als Zeugin gehört und danach wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittlungen hatten, nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Klinge ergeben, dass der 18-Jährige vor der Tat in der Kneipe Nordkurve am Schützenplatz gefeiert und Alkohol getrunken hatte. Morgens will er dann mit seiner 17-jährigen Begleiterin zum Schützenplatz, auf dem Schausteller bereits die Fahrgeschäfte und Zelte für das Schützenfest aufgebaut hatten, gegangen sein. Dort will er den Mercedes SLK entdeckt haben, in dem der Zündschlüssel steckte. Dann starteten die beiden in dem Wagen ihre Tour durch die City.

Die Anklage wegen Mordes ergibt sich aus Sicht der Strafverfolger aus dem Verhalten des jungen Mannes. Eine Streife der Polizei wollte den 18-Jährigen kontrollieren, der ohne Führerschein und betrunken am Steuer des Mercedes saß. Um der Kontrolle zu entkommen, beschleunigte er den Wagen und flüchtete. „Er hat seine Bedürfnisse allen anderen voran gestellt“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. Er habe sich so verhalten, weil er eine Straftat verdecken wollte. „Vor dem tödlichen Zusammenstoß sind zwei Personen dem Mercedes erst im letzten Moment ausgewichen“, sagt Klinge. Der 18-Jährige habe also den Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen.

Wie viel Alkohol der 18-Jährige an jenem Morgen im Blut gehabt hat, ist unklar. Fest steht bislang lediglich, dass er am Abend, als er sich in Burgdorf der Polizei stellte, o,3 Promille Alkohol im Blut hatte. „Ob und was er tagsüber zu sich genommen hat, können wir nicht sagen“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge.

In dem anstehenden Prozess, der vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts geführt werden wird, wird sich der 18-Jährige nicht wegen der falschen Kennzeichen verantworten müssen, die die Polizei nach dem Unfall im Fußraum des Beifahrersitzes des Mercedes entdeckt hatte. Die Ermittler gehen offenbar davon aus, dass sie nicht dem jungen Mann gehörten. Das Verfahren soll am 13. Dezember beginnen.

Von lni/RND/tm

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