Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Kein Platz für Straßenmusiker beim Maschseefest?
Nachrichten Hannover Kein Platz für Straßenmusiker beim Maschseefest?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 07.08.2018
Seit 2011 spielen die vier Musiker immer wieder auf dem Maschseefest. Das hat sich in diesem Jahr geändert. Quelle: Marc Müller
Anzeige
Hannover

„Für uns ist das Maschseefest gelaufen“, sagt Alex Veth. Der 24-jährige Musiker aus Hannover ist enttäuscht – und mit ihm auch seine drei Musiker-Kollegen der Band That’s Why. „Wie jedes Jahr haben wir mit unseren Akustikgitarren am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer gespielt, nach ein paar Minuten kam plötzlich der Ordnungsdienst des Veranstalters und hat uns klar gemacht, dass wir nicht spielen dürfen“, erzählt Veth.

Weil es jahrelang nie Probleme mit der Straßenmusik gegeben habe, hätte die Band dann noch extra eine zweite Patrouille am Maschsee angesprochen – mit dem gleichen Ergebnis. Das Musizieren sei wegen der Lärmbelästigung nicht mehr gestattet. „Es ist doch einfach traurig, Hannover wirbt mit seinen Musikern. Wenn wir dann spielen wollen, werden wir weggeschickt – außerdem sind doch die DJs in den Zelten oder die Bands auf den Bühnen viel lauter“, sagt Veth.

*Unser Statement zum Thema Straßenmusik beim Maschseefest 2018* Das Maschseefest 2018 ist vorbei. Zumindest für uns....

Gepostet von That's Why am Donnerstag, 2. August 2018

Bei Facebook machen die vier Musiker daraufhin ihrem Ärger Luft, der Beitrag wird mehrere Hundert Male geteilt, er erreicht fast 50.000 User. Auch bekannte hannoversche Musiker wie Kai Wingenfelder, Sänger und Songschreiber der Rockband Fury in the Slaughterhouse, melden sich zu Wort. „Wenn sich da nichts ändert, möchte ich meinen Namen nicht mehr im Zusammenhang mit ,Hannover Unesco City of Music’ erwähnt wissen“, schreibt der 58-Jährige auf seiner öffentlichen Facebook-Seite und teilt den Beitrag der vier Nachwuchsmusiker. Dass Straßenmusiker nicht mehr auf dem Fest spielen dürften, passe nicht zu seinem Namen. „Und zu Fury auch nicht. Schade, Hannover“, so Wingenfelder.

Wenn sich da nix ändert , möchte ich meinen Namen nicht mehr im Zusammenhang mit „hannover Unesco city of music“ erwähnt...

Gepostet von Kai Wingenfelder am Freitag, 3. August 2018

Hans Christian Nolte, Geschäftsführer der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG), die Veranstalter des Maschseefestes ist, zeigt sich ob der großen Aufregung überrascht. „Die Band ist nicht an uns herangetreten“, sagt Nolte. „Hätten sie das im Vorfeld mit uns besprochen, hätten wir sicher einen Platz für sie gefunden.“ Dass die Musiker nicht mehr auftreten dürften, sei „keine Böswilligkeit, wie es uns unterstellt wird“, sondern klaren Regelungen geschuldet. „Die Südstadtbewohner haben eigene Beschwerdeführer und fühlen sich von den Maschseefest-Geräuschen gestört, was man ja auch verstehen kann“, erklärt Nolte. Musik sei zu Zeiten und Lautstärken gespielt worden, die nicht vom Maschseefest ausgingen. „Musiker standen auf privaten Wiesen, haben Laternen mit Verstärkern angezapft und laut Musik gespielt“, sagt der HVG-Chef.

„Keine Ausnahmen“

Die Zelte und Bühnen seien lautstärketechnisch alle „eingepegelt“. Ein Zelt dürfe nicht lauter als 70 Dezibel sein. „Und da reden wir nur von Gesprächslautstärke mit vereinzeltem Jubel“, sagt Nolte. Eine E-Gitarre erreiche locker 85 Dezibel. Unabhängige Teams würden auf dem gesamten Maschseefest den Lärm kontrollieren. „Für die Musiker tut es mir wirklich leid, aber wir können keine Ausnahmen machen“, sagt Nolte. „Die Auflagen sind mittlerweile einfach zu hoch.“ Er wisse nicht, wie man die Situation anders regeln sollte. „Das Maschseefest ist nicht mehr der Spaß, der es mal war – das sage ich ganz ehrlich.“ Würden die Veranstalter die Auflagen nicht einhalten, würde das Fest bald nicht mehr stattfinden können. „Da gibt es keine flexiblen Lösungen.“

Nach ihrem reichweitenstarken Protest könnte es für die Jungs von That’s Why nun aber doch noch einen kleine Hoffnungsschimmer geben: Die HVG versucht, für die Band auf dem Ideen-Boulevard am 14. August am Nordufer einen Platz zu finden. „Das wäre natürlich klasse“, sagt Musiker Alex Veth. „Mal gucken, ob das klappt.“

Am Maschsee spielte That’s Why jedes Jahr. Weil sich Anwohner der Südstadt gestört fühlen, kann der Veranstalter keine Straßenmusiker mehr zulassen. Quelle: Marc Müller

Von Tomma Petersen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sommerliche Temperaturen lassen Schlangen vor den Eisdielen in Hannover länger werden. Doch wo gibt es das beste Eis? Die HAZ-Leser haben die beste Eisdiele Hannovers gewählt. Das Rennen um die Stimmen war denkbar knapp. Hier erfahren Sie, welche Eisdielen es an die Spitze der Top-Ten-Liste geschafft haben. 

04.08.2018

Das Grillverbot in öffentlichen Grünanlagen hat sich herumgesprochen. Die meisten Parkbesucher picknicken stattdessen.

04.08.2018

Das Wetter ist sommerlich, der Himmel strahlt blau über Hannover – Lust auf eine Erfrischung mit Freunden oder Familie im Biergarten? Dann haben wir hier etwas für Sie: Das sind 25 der schönsten Biergärten der Region. 

04.08.2018
Anzeige