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Hannover Flughafen testet autonomes Fahren
Nachrichten Hannover Flughafen testet autonomes Fahren
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18:01 28.11.2018
Wenn das Auto selbst steuert: Fahrer Rafael Garcia kann die Hände in den Schoß legen. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Bringt ein hochautomatisiertes Auto bald Fluggäste in Langenhagen vom Parkplatz zum Hotel? Oder nutzen die Airport-Gärtner ein Fahrzeug mit Assistenzsystem zur Rasenpflege? Der Flughafen Hannover prüft diese und ähnliche Möglichkeiten. „Das völlig autonome Fahren ist nicht das Ziel. Es geht wirklich nur um eine Unterstützung für unsere Fahrer“, betont Flughafensprecher Sönke Jacobsen.

In einem dreitägigen Workshop haben Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen sich jetzt über den aktuellen Stand der Technik informiert. Und überlegt, wo ein Einsatz teilautonomer Autos sinnvoll wäre. 31 Vorschläge kamen zusammen, genannt wurden Bereiche wie die Besuchertouren sowie der Winterdienst. Jetzt geht es darum einzugrenzen, wo ein Pilotprojekt laufen soll. Das Einsatzgebiet wird wohl „landwärts“ rund um den Flughafen liegen – Rollfeld und Flugbetrieb sind ausgeklammert. „Dafür sind die Genehmigungen sehr streng“, betont Marion Tenge, Abteilungsleiterin Unternehmensentwicklung.

Was beim automatisierten Fahren möglich ist, demonstrieren Mitarbeiter der Firma Ibeo Automotive Systems aus Hamburg den Flughafenangestellten bei einer Tour mit einem umgerüsteten VW-Golf. Vier Lasersensoren an den Ecken des Fahrzeugs und ein weiterer unter dem Nummernschild erfassen die Umgebung, ob Fußgänger, fahrende Wagen oder Häuser. Fahrer Rafael Garcia lässt schon bald die Hände an der Hosennaht und den Fuß vom Gas. Das Auto steuert selbst in Richtung des eingegebenen Zielpunkts, der Wagen bremst leicht ab, als ein entgegenkommender Lkw etwas zu weit auf die eigene Spur zusteuert.

Bei einer Messfahrt haben Systementwickler Garcia und sein Kollege Andreas Haase vorher die Straßen rund um den Flughafen erfasst und eine digitale Karte mit Bäumen und Gebäuden erstellt, außerdem Fahrspuren festgelegt und Infos zu den Verkehrsschilder eingegeben. Zwei Industrierechner im Kofferraum steuern den Wagen. Der eine verarbeitet die Wahrnehmung des Umfelds, der andere berechnet die eigene Fahrbewegung.

Sobald der Testwagen in der Münchner Straße an einem Tempo-30-Schild vorbeikommt, drosselt er die Geschwindigkeit und bleibt stur bei 30 Stundenkilometern. „Wir haben uns in den vergangenen Tagen schon einigen Unmut zugezogen“, erzählt Ingenieur Andreas Haase. Die Tür eines parkenden Lastwagens öffnet sich, Garcia greift ans Lenkrad. Das ist auch notwendig: Die auf Schutzblechhöhe eingebauten Lasersensoren nehmen nur niedrige Ziele wahr. Die neue Generation erfasse aber auch Lkw und Brücken, versichert Haase.

 An der Ampel ist wieder Fahrer Garcia gefragt. Der Laser erkennt keine Farben. Auf dem Rückweg hält der Testwagen auf eine Verkehrsinsel zu, weicht aber noch rechtzeitig aus. „Wir sind noch in der Entwicklung“, betont Garcia. Bis zum komplett selbstfahrenden Auto ist der Weg noch weit. Haase geht davon aus, dass dafür eines Tages eine Kombination von Lasersensoren, Radar und Kameras notwendig ist. Doch das ist Zukunftsmusik.

Von Bärbel Hilbig

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