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Hannover „Unruhe bringt nichts“
Nachrichten Hannover „Unruhe bringt nichts“
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23:00 25.02.2018
Arved Fuchs erzählt im Pavillon von seinen Expeditionen. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der gewöhnliche Ecksofamensch fragt sich ja manchmal: Zu welcher Spezies gehören diese Leute, die freiwillig und wiederholt  lebensfeindliche Naturwelten aufsuchen? Die stürmische Meere überqueren, unendliche Eisflächen durchwandern und entlegene Berge bezwingen? Die, um es mit Arved Fuchs zu sagen, „Mensch und Material an die Grenzen der Belastbarkeit bringen“?  

Fuchs, 64 Jahre alt, hat etliche solcher Expeditionen hinter sich. Im gut gefüllten Pavillon erzählte er jetzt seinem Publikum von Kajakfahrten um das höllische Kap Hoorn. Auf der Leinwand laufen dazu Bilder, gedreht mit Super-8-Kamera, und sie zeigen, wie Wellen das ungeschützte Gefährt und den hoffenden Menschen darin hoch- und runterheben. Der Saal schaudert ein wenig und lacht, als Fuchs ironisch fragt: „Warum macht man das?“ Eine Antwort darauf gibt er nicht wirklich, aber er sagt, es seien die wunderbaren Naturerlebnisse, die für alle Strapazen entschädigten. 

Lakonisch, und doch stets im Wissen, außergewöhnliche Abenteuer bewältigt zu haben, berichtet Arved Fuchs von seinen Unternehmen. 2800 Kilometer schaffte sein Trupp zu Fuß durch die Antarktis, mit Schlitten als Last, die zu Beginn 130 Kilogramm wogen. Nur drei Monate hatten sie für den Weg. Fuchs wurde gelegentlich bang ums Herz, als er mit Beifahrern versuchte, eine Passage des legendären Polarforschers Ernest Shackleton zu absolvieren, in einem originalgetreu nachgebauten sieben Meter langen Rettungsboot. Natürlich ohne Motor und Navigationstechnik, dafür mit dramatischen Szenen.„Es gab viele bange Momente, Eisberge drifteten wie Schlachtschiffe auf uns zu.“ Andere Bilder zeigen, wie sein treues Schiff, die „Dagmar Aaen“, den Wellen trotzt und die Crew unten in der engen und schwankenden Kabine irgendwie etwas zu essen versucht. 

Entbehrung gehört zu diesen Abenteuern wie zum Ecksofa der Flachbildschirm. „Es ist erstaunlich, mit wie wenig man glücklich sein kann“, das hat Fuchs gelernt. Sein Vortrag handelt auch von Demut gegenüber der Natur. Vom Warten, dass Stürme abflauen, vom Ertragen des Unabänderlichen, von Geduld, „Unruhe nützt ja nichts“. Der Mensch ist ein winziges Licht, aber mit der Neigung sich zu verbreiten, auch davon erzählt Fuchs: „Wo immer man hinkommt, in den entferntesten Gegenden findet man Müll.“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Gunnar Menkens

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